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Verwaltung

Ja zu Ausweisterminal

Pilotanlage soll in der Nähe des Korntaler Rathauses aufgebaut werden – CDU wollte gleich drei Terminals

Ein Ausweisterminal wie in Ludwigsburg soll auch in Korntal aufgebaut werden. Archivfoto: Oliver Bürkle
Ein Ausweisterminal wie in Ludwigsburg soll auch in Korntal aufgebaut werden. Foto: Oliver Bürkle

Korntal-Münchingen. Kommt eine zweite oder möglicherweise gar dritte Coronawelle? So sicher weiß das keiner, doch die CDU-Fraktion von Korntal-Münchingen sieht zumindest eine wachsende Sorge und möchte, auch mit Blick auf eine langfristige Pandemievorbeugung, gerüstet sein. Ein Mittel dazu: Ausweisterminals, über die die Bürger künftig kontaktlos Dokumente abholen, über die aber auch etwa Schlüssel für die Nutzung von Einrichtungen wie dem Bürgertreff übergeben werden könnten. Im Gemeinderat gab es für die Anschaffung einer solchen, rund 20.000 Euro teuren, elektronisch gesicherten Anlage mit Fächern eigentlich schon bei der Haushaltsberatung Anfang März eine große Mehrheit, nachdem die Verwaltung im Herbst erste Pläne nach dem Vorbild Ludwigsburgs präsentiert hatte. Doch der CDU-Fraktion war das nicht genug, sie beantragte deshalb in der Sitzung am Donnerstag drei Terminals, für jeden Stadtteil eins.

Grundsätzlich stimme die Verwaltung diesem Vorhaben ja auch zu, so Bürgermeister Joachim Wolf. Doch angesichts der Haushaltslage wolle man lieber in zwei Etappen vorgehen. Nur eine Anlage soll zunächst bestellt werden, über die beiden anderen dann bei der Erstellung des nächsten regulären Haushalts im Frühjahr 2021 beraten werden – falls sich das erste Terminal bewähre, sagte er. Das sahen auch die meisten der Stadträte so, Albrecht Gaiser (Grüne) verwies zudem darauf, dass man erst darauf warten solle, wie das Pilotprojekt in Ludwigsburg angenommen werde, die Testphase dort läuft bis Jahresende. Peter Ott (FDP), der im März den Antrag gestellt hatte, aus Kostengründen ganz zu verzichten, steht einem Kauf zwischenzeitlich nicht mehr ablehnend gegenüber, will allerdings nur zwei Terminals. Auch für die SPD sei es nun doch denkbar, es sollte dann aber nur ein Terminal und das in Kallenberg geben, sagte Merten Schrempp.

Doch Ordnungsamtsleiter Matthias Beck, der früher für die Stadt Ludwigsburg arbeitete und von dort die Idee mitgebracht hatte, wandte dagegen ein, dass man den Standort mit dem größten Einzugsbereich nehmen sollte, zudem sei im Außenbereich des Korntaler Rathauses die Anbindung mit Strom am einfachsten. Insgesamt wurden 2019 3300 Ausweise und Pässe ausgestellt, 1900 davon in Korntal, der Rest in Münchingen abgeholt. Wohin die Kallenberger mehrheitlich gingen, wurde nicht ermittelt.

Oliver Nauth warb am Ende noch einmal für den CDU-Antrag, denn vor dem Hintergrund der Ereignisse in den Kreisen Gütersloh und Warendorf „halten wir es für nicht tragbar, erst noch in eine Testphase einzutreten“. „Aber auch wenn eine zweite Welle kommen würde, wären wir gerüstet mit der Maskenpflicht und den Umbauten in den Bürgerbüros“, entgegnete Wolf. Und das sah dann auch die Mehrheit so, nur sechs Stadträte wollten gleich drei Terminals bestellen, 13 erstmal eines testen.

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