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Abfallentsorgung

„Jeder sollte wissen, wie Sperrmüll funktioniert“

Immer wieder wird Unrat einfach an der Straße abgelegt – Stadt will Bewusstsein schärfen

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Sperrmüll landet zunehmend auch in Kornwestheim am Straßenrand. Foto: privat

Kornwestheim. Zu einem kleinen Berg hat sich in den vergangenen Tagen der Sperrmüll an der Obdachlosenunterkunft Aldinger Straße aufgetürmt. Über diese „untragbaren Zustände, die einfach nicht ins Stadtbild passen“, hat sich ein Leser aus Kornwestheim gegenüber unserer Zeitung beklagt. „Wie wäre es denn mit einer Aufklärung der Bewohner, dass bei uns Müll entsorgt werden muss und nicht einfach auf der Straße oder einer Zufahrt zum Gebäude abgelegt werden darf?“, hatte er moniert.

Der Kornwestheimer Stadtverwaltung ist dieses Problem durchaus bekannt. Eva Wiedemann bestätigte, dass es sich bei dem Unrat um Sperrmüll handelt, den die Bewohner der städtischen Obdachlosenunterkunft dort abgelegt haben. „Das ist ein wiederkehrendes Problem“, sagte sie. Die zuständigen Sozialarbeiter, die die dort lebenden Menschen betreuen, würden durchaus daran arbeiten, dieses Problem zu lösen. Das machen sie, indem sie Müllsammelaktionen organisieren. „Aktionen wie diese sollen dazu beitragen, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen“, so die Sprecherin der Stadt. „In den nächsten Tagen wird der Sperrmüll entsorgt“, versprach sie. Der genaue Zeitpunkt müsse mit dem dafür zuständigen Mitarbeitern des Bauhofes abgesprochen werden.

Um einen anderen Sachverhalt handelt es sich dagegen bei dem Sperrmüll, der sich an der Neckarstraße angesammelt hat. Hier handelt es sich um die Überreste einer bei der AVL (Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg) angemeldeten Sperrmüllabfuhr. Die bietet an, zwei mal im Jahr zum Nulltarif große Elektrogeräte und Altmetall sowie einmal im Jahr zerlegtes Möbelholz und Restsperrmüll abzuholen und zu entsorgen. Allerdings werden nur Gegenstände mitgenommen, die auch angemeldet worden sind, ein bestimmtes Gewicht, nämlich 50 Kilogramm, oder eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Und daran scheint es bei Müll an der Neckarstraße gehapert zu haben.

Entweder sind die Gegenstände, die von den AVL-Mitarbeitern stehen gelassen wurden, zu sperrig oder wurden nicht angemeldet. Oft ist nämlich der Effekt der wundersamen Müllvermehrung zu beobachten: Stellt jemand seinen angemeldeten Sperrmüll zu früh raus, nutzen andere Bürger die Gelegenheit, nicht angemeldete Gegenstände einfach dazuzustellen. „Wir versuchen über die AVL herauszufinden, wer den Sperrmüll angemeldet hat“, sagte Eva Wiedemann. „Es ist nicht Aufgabe der Stadt, den Sperrmüll der Bürger zu entsorgen“, betonte sie, dass die Kosten für solche Aktionen letztendlich der Steuerzahler trage. Der Bürger, der die Sperrmüllabfuhr angemeldet hat, soll aufgefordert werden, die störenden Überreste zu entfernen. „Es gibt keine Ausreden, jeder sollte wissen, wie die Sperrmüllabfuhr funktioniert“, so die Sprecherin.

„Es gibt leider ab und zu Fälle, in denen die Bürger unangemeldet Sperrmüll zur Abholung an der Straße bereitstellen. Dies kommt aber nur selten vor. Häufiger passiert es, dass Bürger ihren Sperrmüll vorzeitig – also Tage vor dem eigentlichen Abholtermin – bereitstellen. In beiden Fällen wird erfahrungsgemäß von Unbefugten weiterer Müll dazugestellt“, teilte Annegret Kornmann, Sprecherin des Landratsamtes mit. Der AVL werden diese Fälle irgendwann als „wilder Müll“ gemeldet. Inder Regel veranlasse die AVL die Abholung des wilden Mülls durch den Bauhof der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.