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Mobilität

Jetzt vier Stadtmobile am Bahnhof

Nirgends in der Region wird das Carsharing-Angebot so gut genutzt wie in Marbach – Steigerung um 30 Prozent

Sinnvollerweise stehen Stadtmobile dort, wo man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut hinkommt – in Marbach am Bahnhof.Symbolfoto: LKZ-Archiv
Sinnvollerweise stehen Stadtmobile dort, wo man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut hinkommt – in Marbach am Bahnhof.Symbol Foto: LKZ-Archiv

Marbach. In Marbach verstehen offenbar immer mehr Menschen, dass eine wirksame Verkehrswende auch Verzicht auf ein eigenes Auto bedeutet oder wenigstens Verzicht auf den Zweitwagen: Die Zahl der Carsharing-Nutzer ist so stark gestiegen, dass die Stadtmobil-Fahrzeugflotte jetzt von drei auf vier Fahrzeuge aufgestockt worden ist; alle vier stehen am Bahnhof. Der Neuzugang ist ein Opel Astra Kombi.

„Die Auslastungsquote der Marbacher Fahrzeugflotte, die bisher aus drei Fahrzeugen bestand, hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren so gut entwickelt, dass sie seit einigen Monaten die höchste aller Stadtmobil-Filialen im Großraum Stuttgart war und es noch immer ist“, schreibt Matthias Laukenmann, Sprecher der Marbacher Stadtmobil-Filiale, in einer Pressemitteilung.

Woran es liegt, dass die Marbacher Stadtmobile häufiger ausgeliehen werden als andernorts – darüber kann Laukenmann im Gespräch mit unserer Zeitung nur spekulieren. „Meine Hypothese ist, dass immer mehr Menschen einsehen, dass man dem Klimawandel auch mit einer veränderten Mobilität beikommen muss“, vermutet er, aber: „Wir haben keine Informationen über das Nutzerverhalten.“

Fest steht jedenfalls, dass die Zahl der Nutzer in Marbach und den umliegenden Gemeinden von 49 im März 2018 auf 64 im Juli 2019 angestiegen ist, also um 30 Prozent. Immer wieder kam es deshalb vor, dass alle drei bisherigen Fahrzeuge gebucht und unterwegs waren – ärgerlich für jemand, der gerade dann spontan ein Auto braucht. Deshalb hat sich die Marbacher Stadtmobil-Filiale, die aus Matthias Laukenmann und einem weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiter besteht, bei der Stadt um einen weiteren Stellplatz und beim Verein Stadtmobil e.V. um ein viertes Fahrzeug bemüht. Beides hat geklappt.

Allerdings ist der neue Opel Astra nur die vorläufige Lösung zur Deckung des Marbacher Bedarfs an Carsharing-Fahrzeugen. Im März oder April soll ein Toyota Corolla Kombi Hybrid den Astra ersetzen, der dann ausgemustert wird. Das neue Fahrzeug ist bereits bestellt. Dann stehen in Marbach zwei Hybrid-Fahrzeuge zur Verfügung.

Die Erfahrung zeige nämlich, sagt Matthias Laukenmann, dass die Marbacher Stadtmobil-Kunden gerne ein Hybrid-Auto fahren. Der bereits vorhandene Toyota Yaris Hybrid, der seit Juni 2018 zur Marbacher Stadtmobil-Flotte gehört, wird von den Nutzern sehr gut angenommen und am meisten gebucht. In den vergangenen zwölf Monaten hatte er die höchste zeitliche Auslastung der drei Marbacher Fahrzeuge und brachte auch den höchsten finanziellen Umsatz. Bereits nach kurzer Zeit hatte er die beiden anderen Fahrzeuge übertrumpft.

Für ein weiteres Hybridfahrzeug spricht aus Sicht des Marbacher Stadtmobil-Sprechers auch ein weiterer Grund. Für das typische Nutzungsprofil eines Carsharing-Fahrzeugs – das heißt: wenig Langstrecken – habe ein Hybridfahrzeug im Vergleich mit anderen verfügbaren Antriebsvarianten sowohl ökologisch als auch ökonomisch die Nase vorn.

Dass sich das Angebot von Stadtmobil so gut entwickelt hat, freut Matthias Laukenmann natürlich, zumal der Verein „gar nicht mal extrem aktiv“ sei. Zweimal im Jahr stehen er und sein Mitstreiter mit einem Infostand auf dem Markt, außerdem bestücken sie am Standort der Fahrzeugflotte einen Flyerkasten, aus dem sich Interessenten bedienen können; das trägt offenbar Früchte.

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