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Jugendsport: Bald soll alles besser werden

Württembergischer Fußballverband und das Sozialministerium interpretieren die neuen Coronaregeln ganz unterschiedlich

Der Trainingsbetrieb in den Sportvereinen macht nicht nur im Kreis Probleme.Archivbild: Alfred Drossel
Der Trainingsbetrieb in den Sportvereinen macht nicht nur im Kreis Probleme.Archivbild: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Manchmal ist es wirklich schwer noch den Überblick zu bewahren. Am Montag meldete der Württembergische Fußballverband (WFV), dass mit den neuen Inzidenzzahlen jetzt auch neue Regelungen für den Trainingsbetrieb herrschen würden.

Das bedeutet, dass 20 Personen im Freien auf dem Platz trainieren können. Sind die Spielerinnen und Spieler unter 14 Jahren sei kein Schnelltest notwendig, sind sie über 14 Jahre alt, werden sie getestet. Schon diese Regelung brachte viel Murren hervor, denn unklar war, wer nun testet – die Vereine selbst oder die Jugendlichen. Und wer bezahlt die ganze Testerei? Schließlich sind die Kicker zumindest teilweise schon in der Schule getestet worden. Doch dort wird keine Bescheinigung ausgestellt. So bekommen die Jugendlichen am Nachmittag nochmals ein Stäbchen in die Nase gesteckt.

Dann wurde gestern früh bekannt, dass das Stuttgarter Soziaministerium die bisher ausgemachten Regelungen ganz anders interpretiert. Danach müssen alle Personen, die älter sind als sechs Jahre, sich zuvor testen lassen. Die Trainer natürlich auch. „Wir sind fälschlicherweise von einer anderen Regelung, als das Sozialministerium, ausgegangen. Aber die neue Verordnung für getestete Trainierende ab sechs Jahren geht gar nicht“, sagt Heiner Baumeister, Kommunikationschef des WFV. Die Vereine bräuchten nun Transparenz, Klarheit und Ehrlichkeit, damit die weiteren Maßnahmen nachvollziehbar seien.

Auch der Württembergische Landessportbund (WLSB) beklagt sich über das große Wirrwarr. Die neue Verordnung entbehre jeglicher Logik und sei praxisfremd. Man bräuchte eine praktikable Lösung. So müsse eine Lösung gefunden werden, die Schultests auch für den Trainingsbetrieb zu verwenden. „Wir wollen einen runden Tisch, das Ministerium verzichtet auf die Vereinskompetenz“, heißt es in einer Mitteilung des WLSB.

Auch die Vereine wollen die neuen Anordnungen nicht mitmachen. „Es wäre das Beste gewesen, wir hätten es wieder so gemacht, wie im vergangenen Jahr. Damals gab es auch keine Schnelltests“, sagt Achim Silcher, verantwortlich für Organisation und Infrastruktur beim FSV 08 Bissingen. Der Verein trägt sich mit dem Gedanken, die Schnelltests an eine Fremdfirma zu vergeben. Schließlich habe der Verein, 340 Jugendliche zu betreuen und rund 120 Spieler bei den Aktiven.

„Auch wir hatten uns auf eine Erleichterung eingestellt. Jetzt wird der Aufwand für die Eltern riesig“, so Daniel Weißer, der Manager beim Ludwigsburger Hockey-Club. Er könne sich ein Testtagebuch für die Schule vorstellen, dann würde alles ein wenig leichter. „Ich hoffe auf eine andere Landesverordnung in der nächsten Woche“, so Weißer.

Und das Stuttgarter Sozialministerium: „Wir sehen durchaus die Herausforderungen für Familien und Vereine. Die Corona-verordnung wird in dieser Woche ohnehin angepasst. Im Gespräch ist beispielsweise, dass Schulen die Tests bescheinigen und Tests für Kinder eine längere Gültigkeit als bisher haben sollen“, so Pascal Murmann“

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