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Festumzug

Kaiserwetter krönt das bunte Spektakel

Besser geht’s nicht. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein hat sich gestern der Umzug des Winzerfests durch die Besigheimer Innenstadt geschlängelt.

Der Besigheimer Schultes, Büttel und Nachtwächter führen den farbenfrohen Umzug an.
Der Besigheimer Schultes, Büttel und Nachtwächter führen den farbenfrohen Umzug an.

Besigheim. Schattenplätze waren begehrt bei den unzähligen Zuschauern, die die Straßen Besigheims säumten, um den Winzerfestumzug zu bestaunen. Wie es sich für ein Weinfest gehört, wurde – trotz der hochsommerlichen Temperaturen – nicht nur Wasser, sondern der gute Rebensaft getrunken, den die Festzugsteilnehmer gerne ausschenkten. Bei den Gästen aus der französischen Partnerstadt Ay gab‘s sogar Champagner.

Gemäß dem Motto „1219 bis 2019: Stadtwerdung vor 800 Jahren“ hatten sich die Festzugsteilnehmer entsprechend gewandet und ihre Wagen geschmückt. Allen voran liefen traditionell der Besigheimer Schultes, der Büttel und der Nachtwächter. Gefolgt von der Winzergruppe und der Stadtkapelle Besigheim, befand sich passend zum Kaiserwetter Kaiser Friedrich II. unter den Umzugsgästen und verlieh Hermann von Baden das Stadtrecht. Noch tanzten die Besigheimer Bürger und das Landvolk, ehe die Stadt erst von einem württembergischen Herzog belagert, dann im 17. Jahrhundert von Pest und 30-jährigem Krieg heimgesucht wurde.

Alle Akteure hatten viel Fantasie walten lassen, um Historie und Alltag von anno dazumal zu zeigen. Im großen Badezuber wurden erst nacheinander alle Familienmitglieder gewaschen, anschließend die Umzugszuschauer mit dem Badewasser nass gespritzt. In Reih‘ und Glied saßen die Schüler vor dem gestrengen Lehrer, der gestern allerdings eine Flasche Rotwein unter seinem Pult versteckt hatte und sich ein Schlückchen genehmigte. Brot backen, Schlachten und Mosten waren gesellschaftliche Ereignisse, an denen das ganze Dorf teilnahm.

Zwischen Blas- und Marschmusik, Dudelsack- und Fanfarenklängen präsentierten sich Trachtengruppen sowie die Feuerwehr. Schweißtreibend waren nicht nur die Leistungen der Nachwuchssportler, die ihr Können beim Volleyball, Tennis, Judo, Tischtennis, Turnen und Fußball vorführten, sondern aller Teilnehmer, die nach knapp zwei Stunden in der Turmstraße ankamen.

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