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Kampf gegen den Motorradlärm

Bisher 30 Städte und Gemeinden sind einer Initiative der Landesregierung beigetreten – Gerlingen und Vaihingen dabei

Motorradfahrer und ihre lärmenden Maschinen wollen die Kommunen ins Visier nehmen.Foto: Alfred Drossel
Motorradfahrer und ihre lärmenden Maschinen wollen die Kommunen ins Visier nehmen. Foto: Alfred Drossel

Gerlingen/Vaihingen. Auf Einladung des Landes-Lärmschutzbeauftragten, Thomas Marwein und Sonja Schuchter, Bürgermeisterin von Sasbachwalden, kamen Vertreterinnen und Vertreter aus 30 lärmgeplagten Kommunen in Stuttgart zusammen. Ziel der landesweiten Initiative ist es, dem weit verbreiteten Problem Motorradlärm in der Öffentlichkeit deutlich mehr Gewicht zu verleihen und mit einer Stimme an politische Entscheidungsträger beim Bund und der Europäischen Union heranzutreten.

Ein gemeinsamer Forderungskatalog zur Eindämmung von Motorradlärm soll mit Unterstützung des Verkehrsministeriums bis Frühjahr 2020 ausgearbeitet werden. Ansatzpunkte aus Sicht der Kommunen sind: Die Hersteller sollen leisere Motorräder bauen. Außerdem müssten Genehmigungs- und Zulassungsregelungen erneuert werden. Damit müssten drastischere Strafen für Manipulationen einhergehen. Auch die Polizei müsste besser ausgerüstet werden mit neuen Geräten zur Geräuschmessungen. Außerdem werden Frontkennzeichen für Motorräder.

Motorradlärm fordert Kommunen, insbesondere an landschaftlich reizvollen und kurvigen Strecken, heraus. Diese Strecken liegen vor allem auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald, den Löwensteiner Bergen – dort gibt es den bekannten Motorradtreff auf der Löwensteiner Platte – im Odenwald und an der Bergstraße. Diese Bereiche gelten als Lärmhotspots. Aber auch Kurorte, historische und moderne Städte sowie verschiedene Gemeinden auf dem Land ziehen Motorradfahrer an. Entsprechend beteiligen sich Kommunen aus allen Teilen des Landes an der Initiative.

In Vaihingen gebe es keine besonderen Problemstrecken, bestätigt Ordnungsamtsleiter Wilfried Gutjahr. „Unser Oberbürgermeister war der Meinung, trotzdem an der Information des Lärmschutzbeauftragten teilzunehmen, um auf dem neuesten Stand bei diesem Thema zu sein“, betont Wilfried Gutjahr.

Für den Lärmschutzbeauftragten Marwein ist Motorradlärm vielerorts eine echte Plage: „Der Zusammenschluss so vieler Gemeinden ist ein deutlicher Weckruf, dass gegen Motorradlärm dringend vorgegangen werden muss“, sagte Marwein und ergänzte: „Ich freue mich sehr, dass sich die Initiative heute begründet hat. Ich erhoffe mir, dass wir als gemeinsames Sprachrohr in Zukunft zu konkreten Ergebnissen kommen werden.“

Die Handlungsmöglichkeiten zur Eindämmung von Motorradlärm sind für Kommunen und das Land derzeit gering. Mögliche Ansatzpunkte für spürbare Verbesserungen hinsichtlich des Motorradlärms wären beispielsweise geänderte Zulassungsregelungen für Motorräder durch leisere Bauweise sowie die Anpassungen der Straßenverkehrsordnung in Form von Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Verkehrsverboten an neuralgischen Punkten und Zeiten, wie beispielsweise an Sonn- und Feiertagen in Erholungsgebieten. Die Verantwortlichkeiten für solche Änderungen liegen jedoch weder bei den Kommunen noch beim Land Baden-Württemberg, sondern beim Bund oder auf europäischer Ebene.

Die Polizei hat wenig Möglichkeiten, gegen Krachmacher auf Motorrädern einzuschreiten. Geräte stünden zwar zur Verfügung, um den Lärm zu messen, sagt Polizeisprecherin Yvonne Schächtele vom Polizeipräsidium Ludwigsburg, allerdings seien weder aus Vaihingen noch aus Gerlingen Beschwerden bekannt.

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