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Keine Hinweise auf dritten Täter

Polizei gibt weitere Details zur versuchten Automatensprengung bekannt

In dieser Bankfiliale versuchten die Täter, einen Geldautomaten zu sprengen. Archivfoto: Alfred Drossel
In dieser Bankfiliale versuchten die Täter, einen Geldautomaten zu sprengen. Foto: Alfred Drossel

Erligheim. Nach den tödlichen Schüssen bei einer von der Polizei vereitelten Geldautomatensprengung in Erligheim in der Nacht zum Donnerstag haben die Ermittler am Freitag weitere Details zu den Hintergründen bekanntgegeben. Hinweise auf einen dritten Täter gibt es nicht.

„Wir können es nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, aber im Moment liegen uns keine Hinweise auf einen dritten Täter vor“, bestätigt Pressesprecher Peter Widenhorn vom Polizeipräsidium Ludwigsburg. Entsprechende Gerüchte hatten für Verunsicherung gesorgt. Auch weil am Tattag längere Zeit ein Hubschrauber über Erligheim und den umliegenden Kommunen gekreist hatte (wir berichteten). Dabei habe man den weiteren Tatortbereich abgesucht, beispielsweise mit Blick auf mögliche Fahrzeugwechsel, erläutert Widenhorn und betont: „Für die Bevölkerung besteht kein Grund zur Sorge oder Nervosität.“

Zur Erinnerung: Zwei Männer hatten Donnerstagnacht gegen 1.55 Uhr versucht, einen Geldautomaten in einer SB-Bankfiliale in der Bönnigheimer Straße zu sprengen. Weil einer der Tatverdächtigen mit einem etwa 35 Zentimeter langen Schraubendreher auf die Beamten des Mobilen Einsatzkommandos losging, schoss ein Polizist. Der Angreifer starb trotz Reanimationsversuchen vor Ort. Bei ihm handelt es sich um einen 58-jährigen litauischen Staatsangehörigen, teilen das Polizeipräsidium Ludwigsburg und die Staatsanwaltschaft Heilbronn nun mit. Nach dem Mann wurde europaweit und bundesweit mit Haftbefehlen wegen Geldautomatensprengungen und Einbrüchen gefahndet. Der zweite Tatverdächtige, der zunächst fliehen konnte, aber wenig später festgenommen wurde, ist ein 29-jähriger türkischer Staatsangehöriger. Der mehrfach vorbestrafte Mann wurde gestern einem Haftrichter vorgeführt.

Wie berichtet, ermittelt die Kriminalpolizei seit einiger Zeit wegen Geldautomatensprengungen. Nach einem Zeugenhinweis auf verdächtige Aktivitäten wurde die SB-Filiale in Erligheim überwacht. Die Tatverdächtigen tauchten schließlich bei der Bank auf und machten sich am Geldautomaten zu schaffen. Hierzu verwendeten sie einen zuvor in Erligheim gestohlenen VW-Transporter. Als die Sprengung kurz bevorstand, griff eine Spezialeinheit der Polizei zu. Im Zuge der Ermittlungen entdeckten die Beamten auch eine aufgebrochene Scheune am Erligheimer Ortsrand. Ob dies im Zusammenhang mit der Tat stehe, sei noch offen.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler kommen die Tatverdächtigen auch für die im Oktober verübte Sprengung eines Geldautomaten in Ottmarsheim infrage. „Die Vorgehensweise ist sehr ähnlich, der Verdacht ist deshalb naheliegend“, so Polizeisprecher Widenhorn. Es werde auch geprüft, ob den Männern weitere Taten im süddeutschen Raum und im Bundesgebiet zuzurechnen sind.

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