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Landratsamt
Keine Unterbringung von Geflüchteten in Winzerhausen: Kreis Ludwigsburg gibt Pläne auf

Die Pläne sind vom Tisch: Im ehemaligen Pflegeheim an der Mundelsheimer/Neckarwestheimer Straße in Winzerhausen wollte das Landratsamt Flüchtlinge unterbringen. Foto: Holm Wolschendorf
Die Pläne sind vom Tisch: Im ehemaligen Pflegeheim an der Mundelsheimer/Neckarwestheimer Straße in Winzerhausen wollte das Landratsamt Flüchtlinge unterbringen. Foto: Holm Wolschendorf
Das Landratsamt Ludwigsburg gibt die Pläne auf, im leerstehenden ehemaligen Pflegeheim der Karl-Schaude-Stiftung in Winzerhausen bis zu 180 Geflüchtete unterzubringen. Man könne und werde die Pläne nicht gegen den Willen der Stadt Großbottwar umsetzen.

Großbottwar. Wie die Kreisbehörde auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, wird sie die bei der Stadt Großbottwar gestellte Bauvoranfrage für die geplante Flüchtlingsunterkunft in Kürze zurückziehen. „Eine deutliche Absenkung der Platzkapazität der Unterkunft ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, so das Landratsamt.

Das Vorhaben, in dem Großbottwarer Teilort Kapazitäten für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten für je bis zu 24 Monate zu schaffen, war vor rund drei Wochen bekanntgeworden. Der Kreis wollte das Objekt erwerben und umbauen, zuvor aber noch in Erfahrung bringen, wie die Einwohner und Lokalpolitiker dazu stehen.

Widerstand der Winzerhäuser bei Einwohnerfragestunde und Informationsveranstaltung

Sowohl in der Einwohnerfragestunde des Gemeinderats als auch bei einer Informationsveranstaltung des Landratsamts hatte sich vergangene Woche Widerstand abgezeichnet. Mehrere Winzerhäuser hatten auf zu erwartende Probleme aufgrund der Infrastruktur aufmerksam gemacht – von der schwierigen Busanbindung über die eingeschränkte Nahversorgung bis hin zur Lage des Gebäudes an der Kreuzung der beiden Durchgangsstraßen.

Die geplante Anzahl an Geflüchteten hätte zwölf Prozent der Einwohner von Winzerhausen ausgemacht. Der Ortschaftsrat hatte zuletzt angekündigt, das Projekt abzulehnen. Eigentlich sollte darüber in dessen Sitzung kommende Woche entschieden werden, doch auf der Tagesordnung taucht das Thema nun gar nicht erst auf.

Stadt will Areal nun gemeinsam mit den Eigentümern entwickeln

Die Fraktionen des Großbottwarer Gemeinderats hatten eine Veränderungssperre für das Gebiet beantragt, um bauliche Veränderungen zunächst zu unterbinden und sich ein Mitspracherecht zu sichern. Diese dürfte nun ebenfalls kein Thema mehr sein, wie Bürgermeister Ralf Zimmermann gegenüber unserer Zeitung einschätzt. Die Verwaltung werde dem Gremium aber vorschlagen, dennoch einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen, um es gemeinsam mit den Eigentümern zu entwickeln.