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Gartenschau

Klares Votum für Manager-Stelle zur Gartenschau

Für die gemeinsame Gartenschau im Jahr 2033 wollen die Nachbarkommunen Benningen und Marbach eine Stelle schaffen, die mit rund 95 000 Euro Jahresgehalt dotiert werden soll. Nachdem die Marbacher bereits zugestimmt hatten, gab am Montagabend auch der Benninger Gemeinderat grünes Licht.

2033 werden Marbach und Benningen eine gemeinsame Gartenschau ausrichten. Für dieses Projekt wird im Frühjahr ein Manager oder eine Managerin eingestellt. Archivfoto: Holm Wolschendorf
2033 werden Marbach und Benningen eine gemeinsame Gartenschau ausrichten. Für dieses Projekt wird im Frühjahr ein Manager oder eine Managerin eingestellt. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Marbach/Benningen. Wer diesen Posten haben will, muss über viele Fähigkeiten verfügen. Im kommenden Frühjahr wollen Benningen und Marbach, befristet bis 2034, eine Verwaltungsstelle besetzen, um die Planung für die Gartenschau 2033 gemeinsam voranzutreiben. Gefragt sind laut einer für beide Gemeinderäte gleichlautenden Beschlussvorlage unter anderem „hohe Kommunikations- und Sozialkompetenz“, die Fähigkeit, bürgernah zu moderieren und Menschen zu vernetzen. Darüber hinaus sind vertiefte Kenntnisse in Landschaftsbau beziehungsweise Architektur sowie Betriebswirtschaft und oder Verwaltungswesen gefragt (wir berichteten).

Auch wenn die Gartenschau erst in zwölf Jahren stattfinde: Es sei wichtig, schon jetzt eine neue Stelle zu schaffen, warb Bürgermeister Klaus Warthon um Zustimmung. Einerseits, um die Verwaltung zu entlasten; andererseits, um die im nächsten Jahr startende Bürgerbeteiligung zu koordinieren. Nur so sei es möglich, eine nachhaltige Gartenschau mit einem überzeugenden Konzept auf die Beine zu stellen.

Angesichts der verlangten Qualifikationen befürchtete Gabriele Kölbel-Schmid, Sprecherin der Freien Wählervereinigung, allerdings, dass man sich auf die Suche nach einer „eierlegenden Wollmilchsau“ mache. „Ich habe Zweifel, dass wir so eine Person finden“, meinte sie. Man müsse ein Stück weit auf das Prinzip Hoffnung setzen, räumte der Bürgermeister ein.

Dennoch bestand im Gremium Einigkeit, dass beide Verwaltungen Verstärkung brauchen, um das Großprojekt Gartenschau zu stemmen. „Jemand muss die Planung koordinieren, Vorarbeit für den Gemeinderat leisten und Ideen reinbringen“, sagte Thomas Waldvogel (Freie Wählervereinigung).

Die Notwendigkeit der Stelle wurde auch im Marbacher Gemeinderat nicht bezweifelt. „Wir brauchen einen Manager oder eine Managerin als entscheidendes Bindeglied“, so Michael Herzog (Freie Wähler), und auch im Blick darauf, „dass wir ja in der Planung noch nicht besonders weit sind“, befürwortete Ulrich Frech (CDU) die Stellenausschreibung.

Eine „Rücktrittsklausel“ im Falle einer Fehlbesetzung, wie sie Ernst Morlock (SPD) ins Spiel brachte, wird es aber nicht geben. Der Arbeitsvertrag werde dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) entsprechen, so Hauptamtsleiter Jürgen Sack, mit den üblichen sechs Monaten Probezeit. Etwas anderes sei arbeitsrechtlich nicht möglich.

Ebenfalls ohne Ausnahme stimmte der Benninger Gemeinderat der Bildung eines beratenden Gremiums mit zehn Mitgliedern zu, dem jeweils zur Hälfte Gemeinderäte aus Benningen und Marbach angehören sollen. Diese Arbeitsgemeinschaft soll im Zusammenhang mit der Gartenschau stehende Entscheidungsprozesse „verschlanken und beschleunigen“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

SPD-Sprecher Manfred Meister bezweifelte, dass auf diesem Weg tatsächlich zusätzliche Schlagkraft generiert werden kann. „Immerhin wäre dieses Gremium inklusive der zwei Vorsitzenden und einem Vertreter des Planungsbüros so groß wie unser Gemeinderat“, gab der Sozialdemokrat zu bedenken. Meister wollte nicht gegen den Beschluss stimmen, forderte die Verwaltung aber auf, die künftigen Aufgaben des Arbeitskreises vor der Besetzung genau zu definieren und eine Geschäftsordnung zu erstellen. „Erst dann kann ich entscheiden, ob dieser Schritt sinnvoll ist.“

Das Gremium sei relativ groß, stimmte CDU-Chef Edgar Brucker zu, „aber notwendig“. Es sei auch richtig, fünf Vertreter zu bestimmen. Der Marbacher Gemeinderat hatte auf dieser Regelung bestanden, damit jede der fünf Fraktionen einen Rat in die Arbeitsgemeinschaft entsenden kann. „Wir wissen ja auch nicht, wie viele Fraktionen nach der nächsten Kommunalwahl bei uns im Gemeinderat sitzen“, meinte Brucker.

Es werde eine Geschäftsordnung geben, versicherte der Bürgermeister. An der Arbeitsgemeinschaft führe aber kein Weg vorbei. Ein solches Gremium könne nicht nur das „Wir-Gefühl“ der beiden Kommunen stärken, sondern auch externe Experten einbinden. Interkommunale Gartenschauen seien immer noch ein Stück weit Neuland, sagte Warthon, es gebe wenig Erfahrungswerte. „Wir müssen unseren eigenen Weg gehen“, so der Bürgermeister. „Aber wir dürfen nicht loslaufen und später feststellen, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen haben.“

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