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Mitgliederentwicklung

Kleine Parteien legen zu, CDU verliert

Grüne, AfD und SPD sind die Gewinner im Kreis. Sie haben im vergangenen Jahr die meisten Mitglieder hinzugewonnen. Die CDU musste trotz des Wettbewerbs um den Bundesvorsitz einen leichten Schwund hinnehmen.

In absoluten Zahlen hat die SPD die meisten Neumitglieder im Kreis. Archivfoto: Bernd Thissen/dpa
In absoluten Zahlen hat die SPD die meisten Neumitglieder im Kreis. Foto: Bernd Thissen/dpa

Kreis Ludwigsburg. Wenige Monate vor der Europa- und der Kommunalwahl stehen die Parteien im Kreis in den Startlöchern. Sie können sich fast alle über einen Zuwachs an Mitgliedern freuen. Besonders stark sind die Grünen gewachsen, die sich auch in den Umfragen über einen Höhenflug freuen dürfen. So gab es im vergangenen Jahr 57 Neueintritte. Die Bündnis-Grünen liegen jetzt mit 491 Mitgliedern auf Rang drei im Kreis. „Es gibt eine hohe Bereitschaft, sich selbst zu engagieren“, sagt der Kreisgeschäftsführer und Kreisrat Armin Haller über die Neuen. Viele Neumitglieder träten für die Kommunalwahlen auf aussichtsreichen Plätzen an. Beispiel Regionalwahl: Unter den ersten sechs aussichtsreichen Plätzen sind drei Frauen und drei Neumitglieder. Außerdem drei unter 35 Jahren. Auch in der Partei selbst seien viele Neumitglieder aktiv, stellt Haller fest. Der Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Ludwigsburg, Dr. Uwe Stoll, ist erst seit März 2017 in der Partei aktiv. Besonders freut sich die Partei über viele junge Mitglieder. Im Schnitt ist das Grünen-Mitglied 56 Jahre alt. Die Neueintritte 2018 sind im Schnitt 37 Jahre, also 19 Jahre jünger als der bisherige Gesamtschnitt. 25 Neumitglieder aus 2018 sind 28 Jahre oder jünger. Die Zahl der Mitglieder bis 28 Jahre hat sich vergangenes Jahr praktisch verdoppelt.

Auch die SPD registriert einen Mitgliederzuwachs. Die Genossen haben mit 1602 Mitgliedern im Kreis Ludwigsburg den höchsten Stand seit 2012 erreicht. Damit sei nicht nur der Abwärtstrend gestoppt, die SPD schaffe es auch wieder stärker, ihr Potenzial auszuschöpfen. „Die SPD im Kreis Ludwigsburg steht jetzt bei den Mitgliedern so gut da wie seit sechs Jahren nicht mehr“, sagt der Kreisvorsitzende Macit Karaahmetoglu. „Das zeigt, dass die SPD ein viel größeres Reservoir an Mitgliedern und Wählern hat, als zuletzt deutlich geworden ist“, analysiert der Spitzengenosse. „Wir müssen dies mit klareren Positionen wie aktuell zu den beitragsfreien Kindergärten endlich wieder besser ausschöpfen“, fordert er. „Ich bin mir sicher, dass uns diese positive Entwicklung bei den Kommunalwahlen 2019 helfen wird, wieder gut abzuschneiden.“

Mit 14,5 Prozent oder 233 Mitgliedern sei mittlerweile ein beachtlicher Anteil unter 35 Jahren. Allerdings sind 491 oder 30,65 Prozent älter als 70 Jahre. Die Eintrittswellen der beiden vergangenen Jahre seien ähnlich groß. Allerdings habe sich die Zahl der Austritte 2018 bei 113 gegenüber 2017 mit 39 erheblich verschärft. Hier spielte der Konflikt um die Große Koalition eine Hauptrolle.

Auch bei der AfD gab es einen überdurchschnittlichen Mitgliederzuwachs. Mittlerweile zählt die Partei 210 Mitglieder. Der Altersschnitt liegt bei 52,3 Jahren, der Anteil der Männer ist fast doppelt so hoch wie der der Frauen. Gerade 2018 gelang es der AfD, gut 50 Mitglieder hinzuzugewinnen.

„Auch in diesem Jahr konnten wir uns von der demografischen Entwicklung nicht abkoppeln, wohl aber heben wir uns vom Bundes- und Landestrend positiv ab“, kommentiert der CDU-Kreisvorsitzende Rainer Wieland die neuesten Mitgliederzahlen. Die Union liegt jetzt noch bei 2021, ist aber weiterhin die größte Partei im Kreis. „Ohne die Verstorbenen haben wir sogar einen Mitgliederzuwachs“, so Wieland.

„Außerdem fand die in einigen Medien berichtete Austrittswelle im Kreisverband Ludwigsburg nicht statt“, hebt der Vize-Präsident im Europaparlament hervor. Die Zahl der spontanen Neueintritte halte sich mit den Austritten nach der Hamburger Entscheidung über den Bundesvorsitz die Waage. Ebenso erfreulich für die Union: Der Kreisverband sei 2018 erneut weiblicher und jünger geworden.“

Über einen leichten, aber konstanten Zuwachs freut sich Die Linke. „Neumitglieder treten ein, da sich Die Linke als einzige Partei konsequent für soziale Gerechtigkeit und gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr einsetzt“, sagt der Sprecher des Kreisverbandes Peter Schimke.

Auch die FDP wächst weiter, allerdings nur noch halb so stark wie im Jahr 2017. Im Schnitt liege der Altersschnitt der Neu-Liberalen bei 32,4 Jahren. „Wir haben also noch Potenzial“, so die Kreisvorsitzende Stefanie Knecht.

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