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Kommen wieder die Hamsterkäufe?

Trotz vereinzelter leerer Regale in Supermärkten gibt der Lebensmittelhandel Entwarnung

Bilder wie dieses prägten den Beginn der Coronapandemie. Foto: Soeder/dpa
Bilder wie dieses prägten den Beginn der Coronapandemie. Foto: Soeder/dpa

Kreis Ludwigsburg. Bilder von leergekauften Klopapierregalen waren Synonym für die Ausbreitung des Coronavirus Anfang des Jahres. Neben Konserven und Pasta war Klopapier schnell vergriffen. Zügig wurden Beschränkungen in Märkten eingeführt, dass nur in „haushaltsüblichen“ Mengen von zwei oder drei Packungen pro Kunde eingekauft werden darf. Mit der Möglichkeit einer zweiten Welle wächst auch die Angst vor leeren Supermarktregalen. Doch die Lebensmittelhändler geben Entwarnung, es seien bislang Einzelfälle.

„Wenn jeder nur eine Packung nehmen würde, gäbe es kein Problem“, klagt eine Mitarbeiterin eines Ludwigsburger Supermarktes. Schon bald nach der Öffnung des Ladens sei das Regal leergekauft gewesen. Nachschub komme erst am nächsten Tag. Solche Bilder verwundern nicht. Denn laut einer aktuellen Yougov-Umfrage will sich jeder zehnte Verbraucher in Deutschland verstärkt mit Waren des täglichen Gebrauchs, wie Toilettenpapier oder Nudeln, eindecken. Von den 6000 Befragten antworteten neun Prozent der Teilnehmer auf die entsprechende Frage mit „ja“ oder „eher ja“. Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus. Vor allem jüngere Menschen zwischen 25 und 34 Jahren wollen sich der Umfrage zufolge mit mehr Toilettenpapier und Nudeln eindecken: Es antworteten 15 Prozent von ihnen mit „ja“ oder „eher ja“.

Jedoch der Einzelhandel sieht hier nicht, dass sich die Situation verschärft. Vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels heißt es: „Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden.“ Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus.

Fast wortgleich äußerte sich auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka. Auch ein Rewe-Sprecher erklärte: „Es gibt keine Hamsterkäufe.“ Die Lage in den mehr als 5500 Rewe- und Penny-Märkten sei im Hinblick auf die Kundennachfrage vollkommen normal und entspannt. Doch eine gewisse Verunsicherung ist wohl doch wieder da. Die Discounter Aldi Süd, Aldi Nord und Kaufland räumten ein, dass es eine leicht erhöhte Nachfrage bei den Kunden gebe. Alle drei Discounter betonten aber auch, es gebe keinen Grund für Hamsterkäufe. Die Warenversorgung sei sichergestellt. (fb/dpa)

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