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Klimaschutzpakt

Kommune will in Sachen Klimaschutz Vorbild sein

Der Beitritt zum Klimaschutzpakt, wie ihn nun Kirchheim vollzogen hat, ist weit mehr als symbolisch. Die Kommunen, die sich damit unter anderem zu ihrer Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz bekennen, haben zudem die Chance auf zusätzliche Fördergelder.

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Kirchheim. Es ist nur eine kleine Unterschrift, aber sie soll nicht nur Symbolcharakter haben. Der Kirchheimer Gemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dem Klimaschutzpakt zwischen dem Land und den kommunalen Landesverbänden beizutreten. Knapp 300 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg sind dem Pakt bislang beigetreten. „Zur Bedeutung des Themas Klimaschutz muss man nicht mehr viel sagen“, betonte Bürgermeister Uwe Seibold in der jüngsten Sitzung. Ein jeder erlebe ja immer wieder, wie sehr sich das Klima ändere – extreme Trockenheit und Starkwetterereignisse beispielsweise. Mit dem Schutz von Klima und Umwelt werde man der Verantwortung nicht zuletzt für kommende Generationen gerecht.

„Ich denke, wir sind auf einem guten Weg – aber noch nicht am Ende.“

Uwe Seibold
Bürgermeister Kirchheim

Deswegen habe Seibold dem Gremium gerne vorgeschlagen, dem Aufruf des Umweltministeriums zu folgen und dem Klimaschutzpakt beizutreten. Dessen dritte Fortschreibung hat zum Ziel, gemeinsam die Klimaschutzziele zu erreichen. In der unterstützenden Erklärung, die jede Kommune beim Beitritt unterzeichnen muss, heißt es beispielsweise, dass sich die Gemeinde zum Ziel setze, bis zum Jahr 2040 eine weitgehend klimaneutrale Verwaltung – im Sinne der Vereinbarung der Landesregierung mit den kommunalen Landesverbänden – zu erreichen. Und, dass die Kommune weiterhin an der Erfüllung der Vorbildfunktion arbeiten wolle.

„Ich denke, wir haben einiges unternommen in den vergangenen Jahren“, sagte Seibold und untermauerte die Bemühungen für den Klimaschutz mit verschiedenen Projekten, die bislang umgesetzt oder geplant wurden. Da wären etwa die Solaranlagen auf kommunalen Gebäuden, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, die bevorstehende Aufforstung des Kaywalds sowie der Aus- und Aufbau der Nahwärme im Ort. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg – aber noch nicht am Ende.“ Die Bemühungen müssten fortgesetzt werden.

Das sah das Gremium genauso. Wobei Inge Schemminger (Unabhängige) etwas ins Seibolds Liste vermisste: die solare Klärschlammtrocknung des Gruppenklärwerks Weidach. „Die sollte man hier auch erwähnen“, fand die Gemeinderätin. Denn diese Methode, die seit Jahren in Kirchheim praktiziert wird, leiste auch ihren Beitrag zum Klimaschutz. Wie berichtet, hatte Kirchheim die Anlage 2015 als erste Kommune im Landkreis in Betrieb genommen. Mit Hilfe von Solarenergie wird dem Klärschlamm Wasser entzogen. „Es ist nur ein Beispiel, von dem ich denke, dass es wirkt“, sagte Schemminger. Die Klärschlammtrocknung gehöre zum Gesamtkonzept – und viele würden dies gar nicht wahrnehmen. Für Seibold war Schemmingers Ergänzung ein Beleg mehr dafür, dass „wir nicht nur theoretisch dem Pakt beigetreten sind“. Dass das nun Erreichte kein Grund ist, die Bemühungen für einen besseren Klimaschutz einzustellen, bekräftigte Immanuel Schmutz (Unabhängige): „Der Beitritt soll nicht nur reinen Symbolcharakter haben.“ Der Umwelt- und Klimaschutz sei ein Thema, dass den Gemeinderat in allen Bereichen in den nächsten Jahren beschäftigen werde – sei es bei Verkehr, Wohnbau oder Wald. Für Jürgen Brückner (WGK) ist es wichtig, dass eine Rangordnung gemacht werde, was angegangen werden solle, und diese jedes Jahr überprüft werde. Bei der Umsetzung der Vorhaben kann die Gemeinde Kirchheim auf zusätzliches Geld hoffen. Denn mit der Fortschreibung des Klimaschutzpakts wurden laut Seibold zahlreiche neue Fördermöglichkeiten geschaffen und die Mittel für kommunale Klimaschutzmaßnahmen deutlich aufgestockt.

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