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Kreistagswahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Chefs

Einer ist Ludwigsburgs Bürgermeister und Spitzenkandidat der Freien Wähler, der OB startet weiter hinten von der Liste

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Für die Ludwigsburger ist die Kreistagswahl auch aus einem ganz besonderen Grund interessant geworden: Schließlich trat für die Freien Wähler als Spitzenkandidat Bürgermeister Michael Ilk an – und etwas später gab auch OB Werner Spec bekannt, dass er ebenfalls für die Freien Wähler kandidiert, wofür er mit Platz 5 auf einen hinteren Platz gesetzt wurde.

Vor der anstehenden Oberbürgermeisterwahl im Juni gilt vielen die Kreistagswahl auch als Nagelprobe für den Amtsinhaber der Großen Kreisstadt. Spec hat sie bestanden und es geschafft, sich nach vorne zu arbeiten, er holt sich ein Kreistagsmandat. Ein kann das als Erfolg verbuchen, auch wenn er knapp hinter Ilk zurückbleibt. Es ist fast schon ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen.

Im Vergleich mit anderen Ergebnissen im Wahlkreis Ludwigsburg erscheint Specs Erfolg allerdings weniger souverän. Der letztmalige Stimmenkönig kommt aus den Reihen der CDU: Hans Schmid – als früherer Baubürgermeister von Ludwigsburg ebenfalls ausgestattet mit viel Verwaltungserfahrung – kann zwar sein vorheriges Ergebnis nicht wiederholen. Er holt jedoch trotz schwächeren Ergebnissen für die Christdemokraten 11.347 Stimmen und liegt damit zwischen den beiden: hinter Ilk, aber noch vor Spec.

Bürgermeistern stehen bei Kreistagswahlen meist die Türen offen, sollen sie doch ihre Erfahrungen aus ihrer Stadt fürs große Ganze einbringen. Die Wähler sind da nicht zimperlich und machen gern ihr Kreuzchen. Schaut man sich das Ergebnis im Wahlkreis Ludwigsburg an, zeigt sich: Die Ludwigsburger Grünen-Kandidaten bewegen sich teils in ganz anderen Sphären als Spec. Frank Rebholz, früherer Polizeipräsident und Kandidat der Grünen, wird mit 15.573 Stimmen Stimmenkönig. Weitere drei Grüne, darunter auch Neulinge, distanzieren Spec, so dass im Wahlkreis Ludwigsburgs Oberbürgermeister auf den siebten Platz verwiesen wird. Von einer Schlappe kann man nicht reden, von einem besonders glorreichen Ergebnis auch nicht.

Stärker wirken Ergebnisse aus anderen Städten aus. In Bietigheim-Bissingen kann OB Jürgen Kessing die nächstplatzierten Kandidaten weit hinter sich lassen, noch gravierender fällt dies beispielsweise in Vaihingen aus. Gerd Maisch holt dort 11.431 Stimmen, die Nächstplatzierten liegen bei 5900 Stimmen. Auch die Oberbürgermeister in Böblingen oder Reutlingen haben bei der dortigen Kreistagswahl Zuspruch erhalten, die das Ludwigsburger Ergebnis verblassen lassen. Thomas Keck, frisch gekürter Oberbürgermeister in Reutlingen und Nachfolger der vorherigen Städtetagspräsidentin und OB Barbara Bosch, bekommt mit 27.308 Stimmen fast doppelt so viele Stimmen wie der langjährige Spitzenkandidat der Reutlinger Grünen – trotz Höhenflug der Grünen auch dort. Weit abgeschlagen folgen die Konkurrenten mit 14.000 Stimmen. In Böblingen distanziert OB Stefan Belz ebenfalls alle anderen Kandidaten.

Was die Mathematik sagt

Wahlbeobachter rechnen den Erfolg einer Kandidatur gerne mit dem Anteil der Stimmen aus, die man im Verhältnis zu den gültigen Stimmzetteln auf sich vereinigen kann. Demnach kamen frühere Ludwigsburger Oberbürgermeister wie Hans Jochen Henke mit 28.148 Stimmen und 29.980 gültigen Stimmzetteln auf knapp 94 Prozent Zustimmung (1989), ähnlich sieht es bei OB Otfried Ulshöfer aus (1973). Bei der nächsten Wahl kam Ulshöfer noch auf 54,7 Prozent Zustimmung. Wird das Verfahren auf das Ergebnis von Spec angewendet, kommt er auf knapp 30 Prozent.

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