Logo

Bürgermeisterwahl

Kornelius Bamberger tritt nicht mehr zur Wahl an

Sein Name wird nicht mehr auf dem Wahlzettel bei der Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr stehen: Amtsinhaber Kornelius Bamberger gibt sein Amt auf. Seit 2002 ist der 54-jährige Verwaltungsfachmann Bürgermeister der Stadt Bönnigheim. Seine Entscheidung hatte sich in den vergangenen Wochen angedeutet.

Kornelius Bamberger (Freie Wähler)
Kornelius Bamberger (Freie Wähler)

Bönnigheim. Im Gemeinderat hat der 54-Jährige seinen Entschluss am Freitagabend bekanntgegeben, nachdem unsere Zeitung schon vor Wochen den Amtsverzicht angedeutet hatte.

Kornelius Bamberger wurde im April 2010 mit 96,49 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit als Schultes in Bönnigheim gewählt. Acht Jahre zuvor war der Verwaltungsfachmann und frühere Hauptamtsleiter in Murrhardt und Obersulm zum Nachfolger des unerwartet verstorbenen Gerd Kreiser gewählt worden.

Die Entscheidung zum Amtsverzicht ist dem Schultes offensichtlich nicht leicht gefallen. „Seit unserem 30. Hochzeitstag im Juni verging kaum ein Tag, an dem diese für mich – und meine Frau – sehr wichtige Entscheidung nicht Thema war. Seit über 30 Jahren dreht sich unser Leben um Kommunalpolitik und Rathaus, Vereine, Ehrenamt und natürlich die Erziehung unserer mittlerweile erwachsenen Kinder.“ In den letzten Wochen sei zunehmend der Wunsch gereift, in einen ganz neuen, privaten Lebensabschnitt einzutreten, erklärte Bamberger.

Er wolle aber auch Abstand gewinnen zu negativen Entwicklungen der Gesellschaft: Im Rückblick auf die letzten 30 Jahre lasse der zwischenmenschliche Umgang leider immer mehr zu wünschen übrig, auch und gerade gegenüber öffentlichen Institutionen, kritisierte Bamberger. Das fast schon grenzenlose Verfolgen der eigenen Interessen greife immer weiter um sich und sei mittlerweile so etwas wie abnormale Normalität. „Immer öfter frage ich mich – und meine Amtskollegen im Landkreis fragen sich das genauso – , wo sich unser Zusammenleben diesbezüglich noch hinbewegen wird“, beklagt Bamberger.

Seine Entscheidung sei keine Entscheidung gegen Bönnigheim, sondern einfach eine Entscheidung für etwas Neues. „So gesehen bin ich in diesem Amt in dieser schönen Stadt auch nicht amtsmüde, was ich dem Neckar- und Enzboten ja kürzlich bereits bestätigt habe. An Ideen für die Zukunft unserer Wein- und Museumsstadt würde es mir nicht mangeln“, betonte der Bürgermeister.

Zum jetzigen Zeitpunkt hätten er und seine Frau weder beruflich noch ehrenamtlich konkrete Pläne. In den klassischen Ruhestand allerdings einzutreten, können sich die Bambergers aber noch nicht vorstellen. Er schließe aber aus, dass es eine Kandidatur als Oberbürgermeister in einer größeren Stadt geben werde. Mittelfristig stehe nur eines fest: Dass er sein Kreistagsmandat bis 2019 ausfüllen werde und Bönnigheim mindestens bis dahin sein Hauptwohnsitz bleibe. Nicht nur als amtierender Bürgermeister, sondern auch auf anderer Ebene engagiert sich Kornelius Bamberger für die Stadt. So ist er Vorsitzender des DRK-Ortsvereins.

Bamberger hat überlegt, ob seine Entscheidung Nachteile für die Stadt haben könnte und hat dafür keine Anhaltspunkte gefunden. „Wichtiges ist abgeschlossen, Neues ist in allen Bereichen bereits vorbereitet – von der Kinderbetreuung bis hin zur Stadtsanierung. Ein städtebauliches Konzept mit Ausblick bis ins Jahr 2030 unter Beteiligung der Bürgerschaft soll die weitere Entwicklung der Stadt aufzeigen.“

Sein ehrenamtlicher Stellvertreter, Frank Sartorius, bedauerte die Entscheidung und dankte für die frühzeitige Information.