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Kreis und quer – Eigene Brötchen

„Kreativität muss man rund um die Uhr in sich haben“

Querdenker auf Erfolgskurs mit der eigenen Firma

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Designtalent Timo Schüler erntete schon mit 15 Jahren Anerkennung für seine Entwürfe. Foto: Foto: Timo Schüler

Korntal. Ohne es zu wissen, ist in Ludwigsburg wohl jeder schon über die Arbeiten von Timo Schüler gestolpert. Von dem Korntaler Designtalent stammen unter anderem zahlreiche Broschüren der Stadt, die Designlinie der Ludwigsburger Fair-Trade-Agenda und zahlreiche Volkshochschulprogramme. Im vergangenen Jahr zierte sein auffälliges Pop-Art-Design zu Semesterbeginn ein riesiges Banner über dem Eingang des Kulturzentrums.

Auch über die Stadt hinaus ist der 24-Jährige, gut im Geschäft. Kein Wunder, denn trotz seines jugendlichen Alters ist Schüler auf seinem Gebiet schon fast ein alter Hase. Mit 15 entdeckte er seine gestalterische Leidenschaft. Entwarf Flyer für die Tanzschule und später Eintrittkarten für den Abiball, brachte sich vieles selbst bei und wurde immer besser: „Das lief über Mund-zu-Mund-Propaganda. Auf einmal sprachen mich immer mehr Leute auf meine Ideen an“, erzählt er. Mit 18 machte Schüler sich selbstständig, verdiente sein Taschengeld nicht mehr, wie viele Gleichaltrige mit Kellnern oder Babysitten, sondern mit eigenen Ideen. Quasi nebenbei studiert er Kommunikationsdesign an der Stuttgarter Merz-Akademie – die eine oder andere Nachtschicht inklusive.

Seit einigen Monaten hat der Nachwuchsdesigner den Bachelorabschluss in der Tasche. Nun will er mit der eigenen Firma voll durchstarten. Unter dem Motto „Design for Communication“ entwickelt er Konzepte für Grafik- und Webdesign, arbeitet aber auch immer wieder an künstlerischen Fotoprojekten. „Das Risiko, sich direkt nach dem Studium selbstständig zu machen, ist natürlich groß, aber ich wollte mir eine Chance geben und habe mir ein halbes Jahr Zeit genommen, um zu sehen, ob mein Konzeptfunktionieren kann“, erzählt er. Bis jetzt ist Schüler auf Erfolgskurs. „Mein Traum ist, dass aus mir als Einzelperson irgendwann ein Team, vielleicht sogar eine richtige Agentur wird“, sagt er.

Bis dahin fordert die eigene Firma aber noch richtig Einsatz. „Selbstständig heißt selbst und ständig“, lautet dabei Schülers Leitsatz. „Dieses Prinzip lebe ich“, sagt er. „Das bedeutet auf jeder Party Visitenkarten dabeizuhaben, sich immer wieder ins Gespräch zu bringen und beim Shoppen E-Mail-Pausen einzulegen, eben nonstop präsent zu sein. Damit steht und fällt jetzt meine Existenz.“

Im Alltag werde Kreativität so automatisch auch ein Stück Identität. „Das muss man rund um die Uhr in sich haben“, erklärt Schüler. „Meine Aufträge und die Herausforderungen, die damit verbunden sind, trage ich immer mit mir herum. Die zündende Idee kommt oft dann, wenn man sie nicht erwartet – unter der Dusche zum Beispiel.“