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Kreis ebnet Weg für das schnelle Internet

Die Städte und Gemeinden sind einen weiteren wichtigen Schritt zum Glasfaserausbau gegangen. Gestern hat die Verbandsversammlung Kreisbreitband den organisatorischen Rahmen für die Einrichtung des schnellen Internets abgesegnet.

Glasfaser soll bis 2030 90 Prozent aller Haushalte erreicht haben. Archivfoto: dpa/Patrick Pleul
Glasfaser soll bis 2030 90 Prozent aller Haushalte erreicht haben. Foto: dpa/Patrick Pleul

Kreis Ludwigsburg. Das ist ein Bild mit Seltenheitswert: Wenn fast alle Bürgermeister und Oberbürgermeister der 39 Städte und Gemeinden im Landkreis zu einer Versammlung kommen, dann ist der Anlass wichtig: Gestern haben die Bürgermeister im Kreishaus einen weiteren Schritt auf dem Weg zum schnellen Internet im Kreis getan. Der Landkreis ist Teil eines umfangreichen Digitalisierungsprojekts für Wirtschaft und Gesellschaft, das die Region Stuttgart gestartet hat. Mit dabei sind neben der Stadt Stuttgart die fünf Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr. Insgesamt sind 179 Städte und Gemeinden mit rund 2,8 Millionen Menschen und etwa 140 000 Unternehmensstandorten betroffen. Eine Absichtserklärung wurde im Herbst unterzeichnet.

Im gemeinsamen Ausbau mit der Telekom wird die Region flächendeckend mit Glasfaser versorgt. Bis 2025 sollen alle Unternehmen in Gewerbegebieten sowie die Hälfte der Haushalte einen Zugang zum Höchstgeschwindigkeitsinternet im Gigabitbereich auf Glasfaserbasis erhalten. Bis 2030 sollen 90 Prozent der Haushalte versorgt sein. Diese Ziele sind nur in einem konzertierten regionalen Vorgehen in enger Kooperation mit der Privatwirtschaft erreichbar. In einer Absichtserklärung haben die Partner festgelegt, dass die Telekom 1,1 Milliarden Euro investiert, während aus der Region Stuttgart Leistungen im Wert von 500 Millionen Euro kommen sollen. Zudem wird die Region Stuttgart als eine der ersten deutschen Regionen ein 5G-Mobilnetz erhalten.

Das schnelle Internet soll auch in ländlichen Gebieten die neuesten technologischen Möglichkeiten nutzen lassen. Der Glasfaserausbau ist auch eine zentrale Voraussetzung für den sogenannten 5G-Standard, ohne den etwa autonomes Fahren nicht möglich ist. Dazu gehört aber auch, dass sich die Kommunen immer stärker zu Smart Citys entwickeln wollen, in denen zahlreiche Aufgaben digital erledigt werden, von der Parkplatzsteuerung über die Straßenbeleuchtung, vom Wasserzähler bis hin zum intelligenten Mülleimer, der der Abfallentsorgung digital signalisiert, dass er voll ist. Von der ÖPNV-Leitung ganz zu schweigen.

Dem Zweckverband sind gestern auch die Städte Kornwestheim, Korntal-Münchingen und Ludwigsburg beigetreten. Der Gemeinderat in der Barockstadt hatte am Vortag grünes Licht für den Beitritt gegeben, und Oberbürgermeister Werner Spec wird einen Sitz im Aufsichtsrat der Verbandsversammlung erhalten. Auch Bietigheim-Bissingen will am 19. März noch hinzukommen.

Neuer Geschäftsführer ist Victor Kostic, der die Erfassung und Zusammenführung aller kommunalen Masterpläne für den Breitbandausbau und der jeweiligen Bedürfnisse der Kommunen als nächsten Schritt ankündigte. Im Frühjahr soll der Rahmenvertrag mit der Telekom abgeschlossen werden. Kostic sieht die Region hier auf einem guten Weg. Federführend in der neuen Gesellschaft Gigabit Region Stuttgart sollen für den Landkreis Ditzingens OB Michael Makurath und Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer sein. Hier wird die Zusammenarbeit des Kreises und der Region koordiniert.

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