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Corona

Kreis setzt auf CO-Sensoren statt auf mobile Luftfilter

Lüften und CO-Sensoren – darauf setzt der Landkreis Ludwigsburg in den kreiseigenen Schulen, wenn es darum geht, die Schüler und Lehrer vor einer Coronainfektion zu schützen. Eine Vorgehensweise, die sich bislang bewährt hat, wie die Verwaltung am Mittwochnachmittag den Mitgliedern des Kultur-, Schul- und Europaausschusses berichtete.

CO-Sensoren sollen anzeigen, wann es Zeit zum Lüften ist. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
CO-Sensoren sollen anzeigen, wann es Zeit zum Lüften ist. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Kreis Ludwigsburg. Knapp 250 CO-Sensoren hat der Kreis in seinen beruflichen Schulen sowie den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren inzwischen zum Einsatz gebracht. Die Geräte zeigen an, wenn zu viel Kohlenstoffdioxid in der Luft ist und gelüftet werden muss. Das kann der Coronavorsorge dienen, denn wenn viel ausgeatmetes CO in der Luft ist, schweben auch viele Aerosole darin. Das Lüftverhalten soll auf diese Weise optimiert werden.

Mobile Luftfilter spielen im Infektionsschutz an den kreiseigenen Schulen dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Dabei orientiert sich der Kreis an den Empfehlungen des Umweltbundesamts und des Kultusministeriums. Soll heißen: Unterrichtsräume, die nicht über eine fest installierte Lüftungsanlage verfügen, werden über Fenster und Oberlichter dreimal pro Stunde gelüftet. Wo der Luftaustausch nicht gewährleistet werden kann, kommen mobile Luftfilter zum Einsatz. Solche Geräte hat der Kreis beispielsweise für zwei innenliegende Werkstätten des beruflichen Schulzentrums in Bietigheim-Bissingen angeschafft. Weitere 15 mobile Luftfilter werden laut Information der Kreisverwaltung die Paul-Aldinger-Schule in Steinheim sowie die Fröbelschule in Ludwigsburg erhalten. Sie werden für drei Jahre geleast. Das vermehrte Lüften spiele hinsichtlich der Klimabilanz eine eher untergeordnete Rolle. Der Stromverbrauch durch Luftreiniger falle deutlich mehr ins Gewicht.

Auch regelmäßige Tests spielen bei der Minimierung des Infektionsrisikos weiterhin eine wichtige Rolle. Um flächendeckende Quarantänen durch falsche Positivtests an den kreiseigenen Schulen zu vermeiden, hat die Kreisverwaltung ein PCR-Testgerät angeschafft, das Testergebnisse schnell auswertet und von allen Kreisschulen bei Bedarf verwendet werden kann.

„Wir halten es für wichtig, ein kreisweit abgestimmtes Verhalten zu haben und befinden uns dabei auf einem guten Weg“, lobte Joachim Kölz (CDU) die Vorgehensweise der Verwaltung. Reiner Theurer (Grüne) bezeichnete es als wichtig, „dass der Präsenzunterricht auch im Winter trotz der Pandemie weiter stattfinden kann“.

Beim Lüften seien defekte Fenster, die sich nicht öffnen lassen, oft ein Problem, warf SPD-Kreisrat Christian Herbst ein. Für solche Fälle stünden Reservegeräte zur Verfügung, bekam er von der Verwaltung mitgeteilt. Aus eigener Erfahrung wisse Herbst, dass die CO-Sensoren „gut arbeiten“ würden. Laut Dr. Horst Ludewig (FDP) wären mobile Luftfilter für die Gesundheit der Schüler und Lehrer gut geeignet, weil sie auch Allergene und Staubpartikel aus der Luft filtern würden.

Andreas Frisch (Die Linke) lobte die CO-Sensoren, mit denen man bereits im Kreishaus gute Erfahrungen mache, und Beate Maier (AfD) warf ein, dass sie es nicht bewerten könne, ob Luftfilter den gewünschten Nutzen bringen. Darauf entgegnete Ralf Zimmermann (Freie Wähler), dass man sich bei der Frage, ob die Geräte funktionieren oder nicht, durchaus „auf die Expertise der Fachleute stützen“ sollte.

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