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Wahl

Kreuz am besten mit eigenem Kuli machen

Bürgermeisterwahl im Zeichen von Corona – Desinfektionsmittel stehen in Wahllokalen bereit – Keine Wahlparty am Abend im Rathaus

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte morgen in Erdmannhausen mit einem eigenen Stift sein Kreuz machen.Foto: Adobe Stock
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte morgen in Erdmannhausen mit einem eigenen Stift sein Kreuz machen. Foto: Adobe Stock

Erdmannhausen. Der Coronavirus greift immer mehr um sich, das öffentliche Leben kommt nahezu zum Erliegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Menschen gebeten, wenn möglich auf soziale Kontakte zu verzichten und in Erdmannhausen ist morgen, Sonntag, Bürgermeisterwahl. Die findet zwar definitiv statt, wie die für die Wahl verantwortliche Verwaltungsbeamtin Larissa Claus gegenüber unserer Zeitung bestätigt, es gibt aber Handlungsempfehlungen der Gemeinde. Die Bürgermeisterwahl wird vielen nicht nur wegen des siebenköpfigen Bewerberfeldes, sondern auch wegen der nicht einfachen Rahmenbedingungen wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Wahllokale im Rathaus, im Musiksaal der Grundschule und in der Halle auf der Schray sind am 15. März von 8 bis 18 Uhr geöffnet, dort gelten die Vorsichtsmaßnahmen des Robert-Koch-Instituts zum Schutz vor Ansteckung. Also häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder mit einem alkoholischen Gel, korrektes Husten mit einem Taschentuch vor Mund und Nase samt entsprechendem Entsorgen des Taschentuches in den Abfalleimer oder Husten und Niesen in die Armbeuge und nicht in die Hand.

„In den Wahllokalen stehen Desinfektionsmittel bereit“, sagt Larissa Claus. Die Verwaltung hat den gesamten Wahlvorgang von der Entgegennahme der Unterlagen, dem Gang in die Kabine samt Ankreuzen des favorisierten Bewerbers und dem Befördern des Wahlumschlages in die Wahlurne unter dem Hygieneaspekt unter die Lupe genommen und empfiehlt nun, möglichst einen eigenen Bleistift oder einen Kugelschreiber mitzubringen, damit ein eventueller Übertragungsweg des Virus durch gemeinsame Nutzung des in der Wahlkabine vorhandenen Bleistifts ausgeschlossen werden kann.

Appelliert wird allgemein an die Wähler, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Da die Wallokale zehn Stunden geöffnet sind, verteilt sich das Geschehen nach Einschätzung der Rathausmitarbeiter über den Tag, große Massenansammlungen sind deshalb nicht zu erwarten. In Erdmannhausen gibt es 4045 Wahlberechtigte, knapp 500 haben bereits Briefwahl gemacht, sind also in Sachen Infektionsschutz auf der sicheren Seite. „Das ist im üblichen Rahmen, es sind nicht mehr Briefwähler als sonst“, sagt dazu Larissa Claus.

Alles andere als üblich sind also die äußeren Umstände, unter denen die Wahl stattfindet. Das bestätigt Hauptamtsleiter Günter Sommer, der schon seit über 40 Jahren als Verwaltungsbeamter bei der Gemeinde tätig ist und im Mai in den Ruhestand verabschiedet wird. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, macht Sommer deutlich. Üblich ist bei einer Bürgermeisterwahl, dass die Menschen im Rathaus zusammenkommen und die Auszählung samt Verkündung des Ergebnisses verfolgen. Die Verwaltung empfiehlt nun morgen, von einem Besuch im Rathaus abzusehen. „Wir werden die Ergebnisse zeitnah auf der Homepage der Gemeinde veröffentlichen“, sagt Günter Sommer.

Falls keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen auf sich vereint, findet am 5. April der zweite Wahlgang statt, dann reicht die relative Mehrheit für den Wahlsieg aus.

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