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Verkehr

Kurze Sperrungen, lange Umwege

In den kommenden Tagen gibt es einige neue Baustellen auf den großen Straßen im Strohgäu. Während der Engelbergtunnel zunächst nur kurzzeitig betroffen ist, werden die Münchinger für einige Wochen zusätzlichen Verkehr spüren. Dortige Bauarbeiten führen quasi zur Teilsperrung des B.10-Knotens.

In der Nacht auf Sonntag ist keine Durchfahrt in der Oströhre (links) möglich.Archivfoto: Theiss
In der Nacht auf Sonntag ist keine Durchfahrt in der Oströhre (links) möglich. Foto: Theiss
Der Ast Richtung Müllerheim (links) ist ab 12. März für einige Wochen gesperrt. Die Zu- und Abfahrt zur B 10 (im Rücken der Fotografin) ist in diese Richtungen aber möglich.Archivfoto: Rebstock
Der Ast Richtung Müllerheim (links) ist ab 12. März für einige Wochen gesperrt. Die Zu- und Abfahrt zur B 10 (im Rücken der Fotografin) ist in diese Richtungen aber möglich. Foto: Rebstock
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Korntal-Münchingen/Gerlingen. Vor Sperrungen auf Autobahnen oder auch nur Bundesstraßen nahe an Stuttgart haben die Planer oft Horror. Denn wenn sich bis zu Zehntausende Fahrer auf den speziellen Trassen über das untergeordnete Netz und teils durch Ortschaften quälen, droht dort häufiger Stillstand. Befürchtet wurde das immer wieder im Zusammenhang mit der angedrohten Schließung der B.10-Anschlussstelle Müllerheim, weitaus konkreter derzeit aber in Leonberg, Ditzingen und Gerlingen, den Anrainern des Engelbergtunnels, in dem seit einem halben Jahr die Vorbereitungen für die großangelegte Sanierung laufen. Während rund vier Jahren werden vor allem die durch aufquellendes Anhydrit geschädigten Röhrenwände verstärkt. Doch eine geplante Sperrung kommt für die Verantwortlichen aufgrund der Bedeutung des Bauwerks an zwei Autobahnen nicht infrage – anders als das in der kommenden Samstagnacht der Fall ist.

Hintergrund ist der Austausch von zwei Strahlventilatoren in der Oströhre des Engelbergtunnels, also in Fahrtrichtung Heilbronn, zwischen 22 und sieben Uhr. Bei den regelmäßigen Wartungsarbeiten sei festgestellt worden, dass sie ausgetauscht werden müssen, so das RP. Die Ventilatoren in der Weströhre sind demnach nicht betroffen. Dennoch könnte es nicht das letzte Mal sein, dass der Autobahnverkehr ausweichen und auf der ausgeschilderten – fünf Kilometer und etliche Minuten länger als die Verbindung durch den Tunnel – Umleitungsroute U.1 ab der A.8-Anschlussstelle Leonberg-Ost durch diese Stadt und Ditzingen fahren muss, was bei früheren nächtlichen Sperrungen zu Stau vor allem an der Kreuzung am Leo-Center führte. Immerhin werden diesmal so gut wie keine Lastwagen unterwegs sein und den Verkehrsfluss gerade an der folgenden Steigung nach Ditzingen bremsen. „Um die Beeinträchtigungen zu minimieren, werden die Arbeiten in einer verkehrsarmen Zeit durchgeführt und die Sperrung parallel für weitere erforderliche betriebstechnische Maßnahmen genutzt“, heißt es deshalb auch aus dem RP.

Mehrere Arbeiten gemeinsam werden auch bei einer anderen Baustelle gemacht – doch über einen weitaus längeren Zeitraum als nur für eine Nacht. Voraussichtlich zehn Wochen soll die Sperrung der Kornwestheimer Straße unter der B.10 bei Müllerheim ab Donnerstag, 12. März, dauern. Hintergrund hier ist der Neubau einer Gasversorgungstrasse durch die Netze-BW und die Erneuerung der Trinkwasserleitung durch die Stadtwerke. Der Abschnitt – er geht von der Tampoprint-Kreuzung bis einige Meter über die Kreuzung mit der eigentlichen B.10-Zufahrt hinaus – ist zwar nur wenige Meter lang. Doch er bedeutet für diejenigen, die von der A.81 oder aus Stuttgart kommen und in Richtung Münchinger Gewerbegebiet wollen, einen größeren Umweg. Das gilt auch für diejenigen, die Kallenberg als Start oder Ziel haben, da an der Kreuzung bei der B.10-Unterführung während der Bauphase nur Busverkehr und Rettungsfahrzeuge passieren dürfen, geht aus einer Vorlage für den Gemeinderat hervor.

Nicht alle dürfen durch Münchingen

Die Umleitung führt zunächst über die nächste, zwei Kilometer entfernte Anschlussstelle Münchingen-West. Autos und Motorräder können dann entweder durch den Ort fahren oder die Variante nutzen, die aufgrund des entsprechenden Durchfahrverbots für Lastwagen vorgeschrieben ist: nach der Anschlussstelle über die beiden Kreisverkehre drehen, auf die B.10 in Richtung Stuttgart auffahren, und wieder bis Müllerheim. Doch was machen die Lkw-Fahrer, die aus dem Gewerbegebiet etwa nach Schwieberdingen wollen? Die müssen am besten ebenfalls erst in die Gegenrichtung und an der Neuwirtshauskreuzung drehen – Autofahrer aus Richtung Kornwestheim mit Ziel Kallenberg können auch in Korntal abfahren, wenngleich es immer noch die Behinderungen bei Porsche gibt.

Immerhin: Zumindest die Ein- und Ausfahrt von Müllerheim in Fahrtrichtung Stuttgart existiert noch – anders als das in einem Drohszenario des Regierungspräsidiums an die Stadt Korntal-Münchingen vorgesehen war. Hätte es demnach keine Entscheidung über die Anbindung des kommunalen Straßennetzes an den neuen B.10-Anschluss – einige Meter weiter weg von der zu nahen A.81-Anschlussstelle – gegeben, wäre die Bundesstraße ohne den Knoten Müllerheim vierspurig ausgebaut worden (wir berichteten). Vor allem für den Lkw-Verkehr hätte das dann größere Umstände bedeutet – und das weitaus länger als in diesem Frühjahr.

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