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Jugend musiziert

Landeswettbewerb startet

1 700 Jugendliche stellen sich 120 Juroren in 19 Wertungsräumen in der Stadt und ihren Nachbarorten

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Gut vorbereitet: Musikschulleiter Reimund Schiffer (Zweiter von rechts) und sein Team im Bietigheimer Schloss.Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Am Mittwoch beginnt der 55. Landeswettbewerb Jugend musiziert in Bietigheim-Bissingen und den Partnerkommunen der Musikschule in Freudental, Löchgau, Ingersheim, Sachsenheim und Tamm. An den fünf Wertungstagen bis Sonntag werden sich 1700 Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg den strengen Wertungen der 120 Juroren stellen. 19 Wertungsräume im gesamten Einzugsbereich der Musikschule stehen für den Wettbewerb zur Verfügung.

Musikschulleiter Reimund Schiffer betont, dass sich die Musikschule der Stadt mit viel Energie auf das Event vorbereitet habe. Aus Sicht der sMusikschule sei es eine ganz besondere Veranstaltung, denn noch nie zuvor hätten sich so viele Schülerinnen und Schüler seiner Einruchtung für einen Landeswettbewerb qualifiziert.

Alle hatten sich über Monate hinweg mit ihren Instrumentallehrern auf den Regionalwettbewerb im Januar in Ditzingen intensiv vorbereitet. Nun fiebern sie den Wertungsspielen vor heimischen Publikum entgegen.

Innerhalb von fünf Tagen finden Solo- und Ensemblewertungen an verschiedenen Austragungsorten statt: Dieses Jahr sind die Solokategorien Blas-, Zupfinstrumente, besondere Instrumente, Bass (Pop), Musical und Orgel zugelassen. In der Ensemblewertung sind Klavier vierhändig, Duo: Klavier und ein Streichinstrument, Duo Kunstlied: Singstimme und Klavier, Schlagzeugensemble und besondere Ensembles vertreten.

Schiffer weist darauf hin, dass 400 Helfer zur Organisation benötigt werden. Für den Wettbewerb habe man 60 Klaviere und Flügel aus Musikhäusern besorgen und transportieren müssen. Die Teilnehmer sind bereits für ihr Können ausgezeichnet worden: Sie haben die Wettbewerbe von 4569 Teilnehmenden auf Regionalebene gewonnen.

Beim Landeswettbewerb in Bietigheim-Bissingen haben nun alle ab zehn Jahren die Chance, eine der begehrten Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb Jugend musiziert zu ergattern, der in diesem Jahr in Lübeck stattfinden wird. Doch steht für die Kinder und Jugendlichen nicht nur der Wettbewerb im Vordergrund – sich mit seinem Können und Wissen einer renommierten Fachjury von über 120 gestandenen Musikern zu präsentieren, fördert die individuelle Entwicklung der jungen Menschen ebenso sehr. Hier haben sie die Möglichkeit, in Austausch zu treten mit Lehrkräften, Berufsmusikern und mit Gleichaltrigen.

Öffentliche Wertungsspiele

Alle Wertungsspiele sind öffentlich und kostenlos. Jeder ist eingeladen, die zahl- und facettenreichen Kurzauftritte zu besuchen. Die Kinder und Jugendlichen freut es, vor zahlreichem Publikum zu konzertieren, es ist Ansporn und Unterstützung gleichermaßen.

Antonia Röder ist die erste aus der Stadt, die am Mittwoch um 15.30 Uhr mit ihrer Blockflöte im Bissinger Kilianshaus den Wettbewerb eröffnet. Erstmals wird in der Wettbewerbswoche am Samstag um 19 Uhr ein Preisträgerkonzert im Kronenzentrum veranstaltet. Bis Sonntag dauert der Wettbewerb.

Jugend musiziert ist der weltweit größte Jugendmusikwettbewerb: Er wird seit 1963 jährlich in Deutschland ausgetragen und steht allen jungen Laienmusikern ab dem Vorschulalter in verschiedenen Instrumentalkategorien offen.

Der Wettbewerb ist dreistufig gegliedert, von der Regional-, über die Landes- bis hin zur Bundesebene. Allen Ebenen gemeinsam sind Wertungsspiele in einem begrenzten Zeitrahmen mit für die Altersgruppen adäquaten Anforderungen. Die Wertung erfolgt durch Punktevergabe: Es können maximal 25 Punkte vergeben werden. In Baden-Württemberg präsentieren bei 23 Regionalwettbewerben Jahr für Jahr 5000 junge Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger ihre Fähigkeiten. Sie stellen sich der künstlerischen Herausforderung und tauschen sich mit Gleichgesinnten aus. Seit 1972 wird der Landeswettbewerb in Baden-Württemberg jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgetragen. Er ist ein Projekt in der Trägerschaft des Landesmusikrats. Gefördert wird es vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Sparkassenverband.

Zur Veranstaltung gibt es ein Rahmenprogramm für die auswärtigen Gäste. Es beinhaltet eine Besichtigung des Ingersheimer Windrades, einen Besuch in der Schokoladenausstellung in Sachsenheim und einen Besuch bei Bildhauer Karl-Henning Seemann in Löchgau.