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Öffentlicher Nahverkehr

Landkreis investiert in ein besseres Nachtbusnetz

Das Netz der Nachtbusse, die an Wochenenden und vor Feiertagen im Kreis verkehren, wird verbessert. Dazu werden acht der 14 Linien neu geordnet. Der Landkreis nimmt dafür fast eine halbe Million Euro in die Hand. Die neuen Linienführungen treten zum 13. Dezember in Kraft.

Seit 2001 bringen Nachtbusse die Nachtschwärmer in der Region sicher nach Hause – damals noch, wie auf dem Foto, als Ersatz für die S-Bahn. Nach der Einführung des S-Bahn-Nachtverkehrs wurde das Nachtbusnetz im Kreis auf 14 Linien ausgebaut, jetzt wi
Seit 2001 bringen Nachtbusse die Nachtschwärmer in der Region sicher nach Hause – damals noch, wie auf dem Foto, als Ersatz für die S-Bahn. Nach der Einführung des S-Bahn-Nachtverkehrs wurde das Nachtbusnetz im Kreis auf 14 Linien ausgebaut, jetzt wird es weiter verbessert. Foto: VRS

Kreis Ludwigsburg. Nachtleben. Das Wort mutet derzeit nicht nur Leute gesetzteren Alters wie eine Erinnerung an längst verflossene Zeiten an. Trotzdem hat der Technische Ausschuss des Kreistags als zuständiger Fachausschuss jetzt eine Neustrukturierung des Nachtbusnetzes auf den Weg gebracht.

Die Nachtbusse im VVS-Gebiet bringen Nachtschwärmer nicht nur aus Stuttgart schon seit 2001 an Wochenenden und vor Feiertagen sicher nach Hause. Weil seit 2014 auch die S-Bahn nachts verkehrt, wurde das Netz damals auf die S-Bahn-Haltestellen ausgerichtet und erweitert. Jetzt laufen die bisherigen Konzessionen mit den Busunternehmen aus, was der Landkreis zu einigen verbesserten Linienführungen nutzt. So werden Kallenberg, Vaihingen-Riet, Höpfigheim, Kleiningersheim, Gronau und der Südosten von Besigheim neu ans Nachtbusnetz angebunden. Fahrgäste aus Unterriexingen, Hohenhaslach, Horrheim und Ensingen müssen nicht mehr in Markgröningen umsteigen, sondern können jetzt direkt von Bietigheim aus heimfahren. Und das sind die Änderungen im Einzelnen:

N44: Auf der bisherigen Relation Freiberg-Besigheim entfällt der Abschnitt nach Besigheim, da die Regionalbahnen nach Heilbronn inzwischen auch an Wochenendnächten im Zweistundentakt verkehren. Dadurch können jetzt Höpfigheim und Kleiningersheim einbezogen werden. Weitere Stationen bleiben Pleidelsheim, Mundelsheim und Hessigheim.

N46: Auf der Strecke Marbach-Beilstein wird jetzt auch Gronau angefahren.

N 52: Die N52 fährt nicht mehr, wie bisher, in Markgröningen ab, sondern in Bietigheim. Haltepunkte sind jetzt Metterzimmern, Sachsenheim, Sersheim, Hohenhaslach, Horrheim, Ensingen, Kleinglattbach.

N53: Der nördliche Strohgäu-Nachtbus startet künftig in Ludwigsburg am ZOB statt an der Arena. Dadurch erhält er Anschluss an die S4 und die S5. Stationen sind Pflugfelden, Möglingen, Markgröningen, Schwieberdingen, Hemmingen und Münchingen.

N55: Der südliche Strohgäu-Nachtbus fährt ab Neuwirtshaus und nicht mehr ab Zuffenhausen nach Schwieberdingen, Hemmingen und Eberdingen. Dadurch bekommen auch Kallenberg und Riet Anschluss.

N56: Der Ringbus aus Bietigheim durchs Enztal fährt fortan über Unterriexingen statt über Großsachsenheim. Dort hält mittlerweile nicht nur die Regionalbahn auch nachts, die Stadt wird zudem auch neu von der N52 angefahren. Weitere Haltepunkte: Unterriexingen, Oberriexingen, Enzweihingen, Vaihingen und Kleinglattbach.

N57: Der Nachtbus57 von Bietigheim nach Bönnigheim fährt nicht mehr über Metterzimmern und Kleinsachsenheim, die jetzt von der N52 bedient werden. Dadurch sparen sich Fahrgäste aus Löchgau, Freudental und Bönnigheim diese Schleife, was der Pünktlichkeit zugutekommen soll.

N58: Weil die Strecke von Bietigheim über Besigheim nach Kirchheim weitgehend parallel zur Regionalbahn verläuft, wird sie auf die andere (östliche) Neckarseite verlegt. Dadurch ergibt sich eine Direktverbindung Bietigheim-Großingersheim. In Besigheim profitieren das südöstliche Stadtgebiet, die Innenstadt, das Ingersheimer Feld und der Husarenhof.

Die Neuerungen wurden im Technischen Ausschuss fraktionsübergreifend begrüßt. Vor allem die Einbeziehung zusätzlicher kleinerer Orte stieß auf Zustimmung. Die Kosten liegen 2021 bei maximal 491000 Euro. Dagegen stehen bisher nur 40000 Euro an Ticketerlösen, doch erhofft man sich durch die attraktiveren Relationen auch hier Steigerungen. Der Landkreis will jedenfalls höchstens 471000 Euro zuschießen müssen. Volkswirtschaftlich wären die Schäden vermiedener nächtlicher Unfälle bei der Heimkehr aus den Partyzonen in Stuttgart, Ludwigsburg oder Bietigheim, gegenzurechnen.

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