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Gumpenbachbrücke

Lange Staus Richtung Ludwigsburg

Die Geduld der Autofahrer, die auf der B 27 in Richtung Ludwigsburg unterwegs sind, wird seit einigen Wochen auf eine harte Probe gestellt. Wegen der Bauarbeiten an der maroden Gumpenbachbrücke staut sich dort der Verkehr.

Archivfoto: Holm Wolschendorf
Foto: Holm Wolschendorf

Kornwestheim. Schon seit Anfang Februar ist der rechte Fahrstreifen in Richtung Ludwigsburg halbseitig gesperrt. Während des Feierabendverkehrs geht dort fast nichts mehr, und es geht nur noch im Schneckentempo voran.

Bis Mitte März soll diese Sperrung aufrecht erhalten werden. Mit Beeinträchtigungen müssen die Verkehrsteilnehmer aber weiterhin rechnen: Nach derzeitigem Stand sind knapp drei Jahre Bauzeit vorgesehen.

Bau kostet 27 Millionen Euro

Wie berichtet, soll die Gumpenbachbrücke in Kornwestheim, die einen Teil der Bundesstraße 27 bildet, erneuert werden. Der Verkehr soll zu jeder Zeit rollen – wenn auch mit Einschränkungen, so das Regierungspräsidium Stuttgart. Deshalb wird zunächst das östliche und dann erst das westliche Bauwerk erneuert. Die Arbeiten, die mit höheren Beeinträchtigungen verbunden sind, sind während der Schulferien geplant, wenn das Verkehrsaufkommen in der Regel geringer ist. Kostenträger dieser Baumaßnahme, für die 27 Millionen Euro veranschlagt sind, ist der Bund.

Der offizielle Startschuss soll zwar erst im März erfolgen, die Vorarbeiten haben aber schon Anfang dieses Jahres begonnen. So sind bereits die Lärmschutzwände abmontiert worden, und es wird an der Anschlussstelle Kornwestheim-Nord eine provisorische Ausfahrt angelegt. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilt, laufen aktuell die Vorarbeiten für das östliche neue Brückenbauwerk. Dort werden seit Mitte Februar die Bohrarbeiten für Träger, Pfähle des Widerlagers und Pfeiler des neuen Brückenbauwerks vorgenommen. Als Vorbereitung auf diese umfangreichen Bohrarbeiten werden Arbeitsebenen für die Bohrgeräte errichtet, die zum Einsatz kommen sollen.

Doch nicht nur die Autofahrer, die die B27 benutzen, sind von Einschränkungen betroffen. Um die anstehenden Bohrarbeiten ausführen zu können, ist eine Vollsperrung der Straße Unterer Klingelbrunnen erforderlich – und zwar bis zum Abschluss der Bauarbeiten im Herbst 2022. Die Verkehrsteilnehmer werden über eine provisorische Verbindungsstraße sowie über die Straße Im Haldenrain zur Aldinger Straße umgeleitet. Darauf macht das Regierungspräsidium aufmerksam.

Querungsmöglichkeit für Radler

Fußgänger und Radfahrer können während der gesamten Bauzeit eine Querungsmöglichkeit unterhalb der Brücke im Baustellenbereich nutzen. Bereits im Sommer vorigen Jahres waren unterhalb der Brücke Versorgungsleitungen verlegt und Kanalarbeiten vorgenommen worden. Auf dem Grundstück im Bereich Mühlhäuser Straße/Am Brückle ist eine Lagerfläche für Baumaterial, Container und Baufahrzeuge eingerichtet worden.

Die Bauarbeiten sind nicht nur eine technische, sondern auch eine logistische Herausforderung. Die westlichen und östlichen Brückenteile werden separat voneinander errichtet und erst in der letzten Phase der Bauarbeiten zusammen gefügt. Zunächst wird das neue östliche Brückenbauwerk in Seitenlage – also parallel zu dem bestehenden östlichen Brückenbauwerk – auf temporären Widerlagern hergestellt. In der zweiten Bauphase wird der Verkehr in Fahrtrichtung Ludwigsburg über die neue östliche Brücke, der Verkehr in Fahrtrichtung Stuttgart über die alte östliche Brücke geführt. So kann das westliche Brückenbauwerk abgebrochen und neu gebaut werden. Sobald dieses fertiggestellt ist, wird der Verkehr in Richtung Stuttgart auf die neue Brücke verlegt.

In der dritten Bauphase wird das alte, östliche Brückenbauwerk abgebrochen. In der vierten und letzten Bauphase wird das neue östliche Brückenbauwerk, einschließlich Mittelpfeilern und Fundamenten, in seine endgültige Lage verschoben. Während dieser Zeit dient der westliche Brückenteil als Verbindung.

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