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Protest
Laute Großtraktoren im Erligheimer Neubaugebiet: Jetzt ermittelt die Polizei

Erligheimer Bürger wollen den Lärm, den Großtraktoren im Neubaugebiet verursachen, nicht hinnehmen.
Erligheimer Bürger wollen den Lärm, den Großtraktoren im Neubaugebiet verursachen, nicht hinnehmen.
Auch die Gewerbeaufsicht ist eingeschaltet

Erligheim. Die Erschließung des Erligheimer Neubaugebiets ist so gut wie abgeschlossen. Doch in der Bürgerschaft rumort es noch immer, da bei den Arbeiten auch laute Großtraktoren zum Einsatz gekommen sind. Gegen die Gemeinde Erligheim wurde deswegen sogar im März Anzeige erstattet (wir berichteten). Jetzt haben sich Polizei und Gewerbeaufsicht eingeschaltet.

Lärm durch Abfuhr von Erdaushub

Während sich Bürgermeister Rainer Schäuffele am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung erfreut vom raschen Fortschritt der Erschließungsarbeiten im Erligheimer Neubaugebiet zeigte, gibt es auf der anderen Seite verärgerte Bürger. Der Erligheimer Jürgen Pirrung ergriff in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats die Gelegenheit, nochmals auf die Lärmbelastung von Anwohnern durch die Abfuhr des Erdaushubs aus dem Aichert Nord hinzuweisen. Weil hierfür Großtraktoren statt Lastwagen im Einsatz waren, hat er Anzeige gegen die Gemeinde erstattet. Wissentlich, dass die Ackermaschinen zehn- bis zwanzigmal mehr Lärm verursachten als Brummis, habe die Gemeinde es zugelassen, dass sie nun sogar im gemeindeeigenen Baugebiet genutzt werden, so Pirrung.

Der Anwohner der Löchgauer Straße hatte sogar bereits im Mai 2021 die Problematik publik gemacht, indem er schon zu diesem Zeitpunkt den Lärm von Großtraktoren, die außerhalb der Landwirtschaft als Transportfahrzeuge verwendet werden, als Ordnungswidrigkeit angezeigt hatte – also lange, bevor die Erschließungsarbeiten gestartet sind. Laut Schäuffele hatte die Bietigheimer Wohnbau als Erschließungsträgerin zu diesem Zeitpunkt indes bereits die Arbeitsaufträge an die verantwortliche Baufirma vergeben.

Bürger aus Erligheim und Löchgau üben Kritik

„Wir sind nicht bereit zu akzeptieren, dass zulasten von Bürgern, der Gesundheit und der Umwelt Gewinnoptimierung betrieben wird“, vertritt Pirrung die Position von Betroffenen aus Erligheim, aber auch aus Löchgau. 35 Bürger aus den beiden Kommunen stehen laut seinen Angaben hinter seinem Vorstoß.

Da die Erligheimer Ortsdurchfahrt eine Landesstraße ist und die Großtraktoren für den Straßenverkehr auch zugelassen sind, sehe er die Zuständigkeit beim Gesetzgeber und nicht bei der Gemeinde, wiederholte Schäuffele seine rechtliche Einschätzung. So hatte es auch das Landratsamt im Mai 2021 gesehen. Eine unerlaubte Straßennutzung sei nicht zu erkennen, hatte die Kreisbehörde damals geantwortet, da Schäuffele die Angelegenheit an sie weitergeleitet hatte. Jetzt laufen die Ermittlungen zu Pirrungs zweiter Anzeige. Die Polizei und die Gewerbeaufsicht hätten sich bei der Gemeinde gemeldet, berichtete der Bürgermeister dazu. „Ich bin gespannt, wie das Ergebnis der Ermittlungen aussehen wird.“