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Schülerpreis
Lelio Donati aus Tamm gewinnt Landespreis für Filmprojekt

Noch Gymnasiast in Asperg, aber in einigen Jahren schon an der Filmakademie in Ludwigsburg? Der elf Jahre alte Tammer Lelio Donati, der gerade den Schülermedienpreis des Landes Baden-Württemberg in seiner Altersklasse gewonnen hat. Foto: Andreas Essi
Noch Gymnasiast in Asperg, aber in einigen Jahren schon an der Filmakademie in Ludwigsburg? Der elf Jahre alte Tammer Lelio Donati, der gerade den Schülermedienpreis des Landes Baden-Württemberg in seiner Altersklasse gewonnen hat. Foto: Andreas Essi
Lelio Donati hat den Schülermedienpreis Baden-Württemberg gewonnen. In seinem kleinen Film setzt er besondere Hauptdarsteller ein: Figuren aus Lego.

Tamm/Asperg. Die Urkunde und das Preisgeld nahm Lelio Donati, 11, in dieser Woche aus den Händen des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und des Geschäftsführers der Film- und Mediengesellschaft Baden-Württemberg, Carl Bergengruen, entgegen. Die Jury lobte vor allem die große Eigenständigkeit seines Beitrags. Denn bis auf wenige Tipps und die Leihstimmen der Eltern Christiana und Piero produzierte er den Clip „Das Gesetz des Schweigens“ selbst. „Dabei war er sehr kreativ und hat sich eigenständig in verschiedene Drehtechniken und in das Thema Spezialeffekte und Stop-Motion eingearbeitet“, heißt es in der Begründung.

Die Hauptdarsteller des kleinen Films sind Figuren aus Lego, deren einzelne Bewegungen Lelio Donati Bildchen für Bildchen fotografierte. 3400-mal drückte er auf den Auslöser seiner Handykamera, bis er die Aufnahme schließlich im Kasten hatte. Mit Schnitt, Geräuschen und Vertonung des 112 Sekunden langen Spots saß der junge Tammer fast zwei Monate lang an dem Projekt.

Er handelt von einem Banküberfall. Ein Mafioso wird nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei gestellt und verrät am Ende doch die Hintermänner des Verbrechens. Der Preis: ein Eis. „Mir kam es weniger auf die Story an als auf die Technik“, sagt der Elfjährige. Das Schwierigste seien die Schwenks mit dem Handy gewesen, das Nervigste die Vertonung. Der Film läuft glatt durch, nichts ruckelt. Die Lippen bewegen sich synchron zu den Stimmen.

Corona als Auslöser

Die Langeweile während des Lockdowns brachte ihn auf die Idee, berichtet der Schüler. Und weil ihn Lego-Animationen faszinierten, wollte er das nachmachen und selbst ausprobieren. Da war er noch in der vierten Klasse Grundschüler. Mittlerweile ist er Sechstklässler am Friedrich-List-Gymnasium in Asperg und spielt in seiner Freizeit Handball – wenn er nicht gerade an einem neuen Filmprojekt arbeitet. Neue Pläne gibt es bereits. Welche, verrät er aber nicht. Dafür hat er schon einen Internet-Kanal eingerichtet, auf dem es schon einige „Follower“ gibt.

Wenn Lelio das Abitur in der Tasche hat, will er studieren. Wo sonst als im Institut für Animation der Ludwigsburger Filmakademie? „Dort aufgenommen zu werden, wäre ein Traum für mich.“

Die Aufregung von der Fahrt zum Kursaal in Bad Cannstatt und kurz vor der Preisverleihung hat sich gelegt. Lelio Donati ist nach eigenen Angaben total „geflasht“, dass er in seiner Altersklasse bis zwölf Jahre gewonnen hat. Noch hat der Tammer allerdings keine Ahnung, was er mit den 1000 Euro Preisgeld einmal anstellen möchte.