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Ausbildung

Lernfabriken wollen kooperieren

Seit knapp zwei Jahren können Schüler im Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim unter modernsten Bedingungen lernen, wie die Industrie 4.0 funktioniert. Inzwischen wird schon die zweite Runde an Lernfabriken im Land geplant. Und es gibt erste Kooperationen. Auch Bietigheim ist dabei.

Viel moderne Technik ist in der Lernfabrik in Bietigheim verbaut.Archivfoto: Alfred Drossel
Viel moderne Technik ist in der Lernfabrik in Bietigheim verbaut. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Die Arbeitsabläufe in der Industrie werden immer mehr digitalisiert. Danach haben sich auch die Berufsschüler zu richten. Daher wurden Lernfabriken an Beruflichen Schulzentren eingerichtet, die versuchen die Schüler auf ein Arbeiten in der Industrie 4.0 vorzubereiten. Von Beginn an war auch Bietigheim mit dabei.

Inzwischen ist eine zweite Runde mit weiteren 21 regionalen Lernfabriken ausgeschrieben worden. Mit dabei auch die Gewerblichen Schulen in Donaueschingen. Dort hat man sich schon vor einiger Zeit aufgemacht, um nachzuschauen, wie andere Lernfabrik-Schulen arbeiten. Dabei kam der stellvertretende Schulleiter auch in Bietigheim vorbei. Hier wurde ihm die Produktion von Spielzeugautos vorgestellt, von der automatisierten Warenbestellung bis zur Montage mit einem echten Industrieroboter.

Die bunten Karosserien werden aktuell in einem 3-D-Drucker hergestellt. Doch das kann sich bald ändern, denn die Schule aus dem Schwarzwald will in Donau-eschingen mit Spritzguss arbeiten und dabei könnten auch bald Karosserieteile für Bietigheim produziert werden. Und weil Spritzguss billiger ist als ein 3-D-Druck kann mit der Kooperation auch noch Geld gespart werden. Und die Schüler lernen etwas über den Wareneinkauf.

„Wir haben eine Zusammenarbeit vereinbart, das bedeutet aber nicht, dass wir in Bietigheim irgendetwas von dem Fördergeld sehen, das die Schule in Donau-eschingen für ihr Projekt bekommt. Außerdem muss die Lernfabrik im Schwarzwald erst noch gebaut werden“, sagt Schulleiter Stefan Ranzinger.

Insgesamt lässt sich die Gewerbliche Schule in Donaueschingen ihr Projekt über 700.000 Euro kosten. Zu den 250.000 Euro vom Land kommen noch 387.000 Euro vom Landkreis und 75.000 Euro von der regionalen Wirtschaft. Da kann es nicht schaden, wenn bereits im Vorfeld, die ersten Kooperationen verhandelt werden. Für die Lernfabrik am Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim wurden über 1,2 Millionen Euro ausgegeben.

An den Schulen in Donaueschingen sollen ein Grundlagenlabor und ein Fachlabor in den Bereichen Spritzgießtechnik, Robotik sowie Antriebs- und Regeltechnik geschaffen werden. Die Auftragsverwaltung und Abwicklung wird von der kaufmännischen Schule übernommen.

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