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Bahnhof

Lift lässt weiter auf sich warten

Bereits Anfang Juni hätte der neue südliche Zugang zum Freiberger Bahnhof fertig sein sollen – inklusive neuem Dach und Plattformlift für die Barrierefreiheit. Doch die Baufirma ist personell offenbar nicht dazu in der Lage, die Arbeiten ordnungsgemäß abzuschließen.

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Verwaiste Baustelle: Der Südzugang des Bahnhofs soll barrierefrei werden. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. Die Beschwerdeanrufe frustrierter Nutzer des ÖPNV häufen sich bei der Verwaltung ebenso wie bei unserer Zeitung. Vor allem der Umstand, dass der Bahnhof von Süden her nicht barrierefrei zu erreichen ist, sorgt für Unmut bei den Fahrgästen. Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren können hier seit Monaten nicht die andere Seite der Gleise erreichen. Auch Eltern mit Kinderwagen können eine dafür vorgesehene Rampe aus Sicherheitsgründen noch nicht verwenden.

Im Juli berichtete Stefan Kegreiß, Erster Beigeordneter der Stadt Freiberg, dem Gemeinderat, dass die Arbeiten wegen Personalknappheit bei der Baufirma wochenlang ruhen mussten. Daran hat sich bis heute offensichtlich noch nicht viel geändert. Außer Warnbaken und einem Gerüst mit Absperrband ist an der Baustelle nicht viel zu sehen. „Wir sind sehr unzufrieden mit der Baufirma“, sagt Stefan Kegreiß auf Nachfrage. Einen Fertigstellungstermin könne er im Moment leider nicht nennen. Er sei allerdings guter Hoffnung, dass es dort bald weitergeht. „Wir machen Druck“, verspricht der Erste Beigeordnete.

Plattformlift statt Aufzug

Auf der Südseite des Bahnhofs wird der gesamte Zugangsbereich neu gestaltet. Die neue Treppe ist fertig. Doch das Dach lässt noch auf sich warten, ebenso der Plattformlift. Eigentlich hatte die Stadtverwaltung hier für den barrierefreien Zugang zu den Gleisen einen Aufzug vorgesehen. Doch ein solcher war dem Gemeinderat zu teuer. Mit dem Plattformlift kann eine Person sitzend auf einem ausklappbaren Klappsitz oder mit dem Rollstuhl transportiert werden.

Die gesamte Umgestaltung des Bahnhofsbereichs verläuft in mehreren Abschnitten. So wurde auf der Nordseite des Bahnhofs der Vorplatz samt Straße neu angelegt. Auch eine Bushaltestelle wurde hier eingerichtet. Beim bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ Anfang Mai wurde der Vorplatz offiziell seiner Bestimmung übergeben und gleichzeitig auch die Bahnhofstraße wieder für den Verkehr freigegeben. Dennoch gibt es hier noch einiges zu tun. So fehlen im Bereich des Vorplatzes vor dem Bahnhofsgebäude noch die Überdachung, der Kiosk und das Toilettenhaus. „Wir haben bezüglich des Dachs immer wieder Nachfragen von ÖPNV-Nutzern, weil diese bei schlechter Witterung im Regen stehen, während sie auf den Bus warten“, sagt Kegreiß. Doch hier müssen sich die Fahrgäste noch eine ganze Weile gedulden, denn erst im März oder April 2019 können die Arbeiten losgehen. Das liegt daran, dass die Planung erst noch den Stadträten vorgestellt werden muss. Erst wenn die Kommunalpolitiker den Plänen ihren Segen gegeben haben, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Bei der aktuellen Auftragslage im Bau hängt der Baubeginn laut Stefan Kegreiß auch davon ab, wann die Firmen zur Verfügung stehen. Bis zur Fertigstellung werden weitere Monate ins Land gehen. Bezüglich des geplanten Fertigstellungstermins hält sich der Erste Beigeordnete angesichts der Erfahrung mit der Treppe des Südzugangs zurück. „Nächstes Jahr soll es fertig werden“, so Kegreiß.

Doch damit nicht genug. Aus Gründen der Verkehrssicherheit soll auch im Bereich der Bushaltestelle auf der Nordseite der Bahnhofstraße der Ausgang der Unterführung aufgewertet werden. „Die Leute sollen lieber die Unterführung benutzen anstatt die Straße zu queren“, sagt Kegreiß. Um dies zu erreichen, wird eine vorhandene Stützmauer abgerissen und der Gehweg verbreitert. Damit haben die Fahrgäste an der Bushaltestelle mehr Platz. Der Bereich soll überdacht werden.