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Corona

Long-/Post-Covid-Ambulanz der RKH schließt: Patienten fehlt nun eine zentrale Anlaufstelle

Foto: Klinikum Ludwigsburg
Foto: Klinikum Ludwigsburg

Kreis Ludwigsburg. Seit Juli gab es im Medizinischen Versorgungszentrum der Regionalen Kliniken Holding (RKH) in Ludwigsburg eine Sprechstunde, die Patienten mit Long- und Post-Covid-Symptomen als Anlaufstelle dienen sollte. Diese Ambulanz wird aber zum 1. Dezember geschlossen, wie RKH-Pressesprecher Alexander Tsongas auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Als Grund dafür nennt er einen Personalwechsel. Anders als die bisherige Ärztin sei deren Nachfolgerin nicht auf Lungenheilkunde spezialisiert und biete deshalb hausärztliche Leistungen in kleinerem Umfang an: „Fachlich gesehen können wir die Ambulanz so nicht mehr anbieten.“ Der Bedarf sei groß gewesen, viele Patienten würden noch zu Ende betreut. Ein Ersatz seitens der RKH ist demnach aber nicht geplant. Für die Zukunft verweist Alexander Tsongas auf die niedergelassenen Ärzte.

Die über 700 Hausärztinnen und Hausärzte im Kreis Ludwigsburg sieht die Vorsitzende der Kreisärzteschaft, Dr. Carola Maitra, gut aufgestellt, um Patienten mit längeren Verläufen zu betreuen. Zwar habe man auch mit den Corona-Schwerpunkt-Praxen ein gut funktionierendes Netz aufgebaut, die aber vor allem damit beschäftigt seien, akute Coronainfektionen und Covid-Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren: „Die Patientinnen und Patienten, bei denen eine Post- oder Long-Covid-Erkrankung vermutet oder festgestellt wurde, werden am besten von ihren Hausärzten betreut.“

Die Nachricht, dass die Long-/Post-Covid-Ambulanz schließt, war für die Betroffene Kerstin Illner ein Schock, wie sie sagt: „Ich war so froh, dass es das in Ludwigsburg gibt, und jetzt ist alles vorbei.“ Nachdem sie und ihr Mann ihre Covid-Erkrankungen noch zu Hause kuriert hatten, machten sie sich zum Jahresbeginn auf die Suche nach Hilfe für die Folgeerscheinungen – darunter Sprachfindungsstörungen bei ihr, Lungenprobleme bei ihm. Nach diversen Begegnungen mit Wartelisten waren sie besonders froh, bei der Eröffnung der RKH-Ambulanz direkt einen Termin zu bekommen. Doch von dort wurde Kerstin Illner schon jetzt an ihren Hausarzt zurückverwiesen. Der sei ja nun aber gar nicht über alles informiert, man müsse quasi wieder von vorn beginnen: „Ich bin entsetzt, wie mit uns Patienten umgegangen wird.“ (sen)