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Spatenstich
Ludwigsburger Firma Jetter zieht es in die Schillerstadt Marbach

Drohnenblick auf den neuen Standort der Jetter AG im Marbacher Energie- und Technologiepark.Foto: H. Wolschendorf
Drohnenblick auf den neuen Standort der Jetter AG im Marbacher Energie- und Technologiepark.Foto: H. Wolschendorf
Der Ludwigsburger Automatisierungsspezialist baut ein siebenstöckiges Bürogebäude und eine Produktionshalle im Energie- und Technologiepark am Neckar.

Ludwigsburg/Marbach. Eine ungewohnte Menschentraube hat sich am Mittwochvormittag auf einem derzeit noch leeren Areal im Marbacher Energie- und Technologiepark gebildet. Auf dem 10000 Quadratmeter großen Grundstück am Thomas-Alva-Edison-Ring investiert die Jetter AG – ein Hersteller von Industriesteuerungen – eine zweistellige Millionensumme in ihre neue Unternehmenszentrale, am Donnerstag findet der Spatenstich statt.

Unternehmensgründer Martin Jetter, der sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat und heute im Aufsichtsrat sitzt, hält sich dezent im Hintergrund, dürfte aber mit einigem Stolz auf das Vorhaben blicken. Immerhin ist die Firma, die er vor mehr 40 Jahren als kleines Ingenieurbüro gründete, heute ein mittelständisches Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern.

Rohbau soll bis Herbst fertig sein

„Mit dem Neubau schaffen wir gute Voraussetzungen für die Zukunft“, sagt der Vorstandsvorsitzende Christian Benz, als er die zahlreichen Gäste begrüßt. Der Vorstandsvorsitzende der Jetter AG weist alle am Projekt beteiligte Anwesenden darauf hin, dass nun eine Menge Arbeit wartet. Denn der Zeitplan ist eng gestrickt, der Rohbau des siebengeschossigen Bürogebäudes soll bereits im Herbst fertiggestellt sein. Direkt daneben entsteht bis Sommer 2023 eine 5000 Quadratmeter große Produktionshalle.

Umzug bis Ende 2023

Bis Ende 2023 soll der Umzug der rund 200 Mitarbeiter von der jetzigen Unternehmenszentrale im Ludwigsburger Stadtteil Neckarweihingen komplett abgeschlossen sein. Der aktuelle Stammsitz bot keine Erweiterungsmöglichkeiten. Und die Suche nach einem zunächst favorisierten Alternativstandort in der benachbarten Barockstadt gestaltete sich schwierig, wie Architekt Steffen Mayer vom Ludwigsburger Architekturbüro Freivogel Mayer berichtet. Mal erwies sich ein Grundstück als ungeeignet, mal fehlte die Zustimmung zum Planungsrecht. „Es war ein langer Prozess, leider ohne Erfolg“, meint der Architekt.

Bürgermeister ging auf Jetter zu

Als dann der Marbacher Bürgermeister Jan Trost Kontakt mit der Jetter AG aufnahm, sei alles schnell gegangen. Trost hatte in der Ludwigsburger Kreiszeitung gelesen, dass die Firma einen neuen Standort sucht und bot das besagte Grundstück im Energie- und Technologiepark an. „Fragen kostet ja nichts“, sagt der Bürgermeister, dessen Angebot auf großes Interesse stieß. Architekt Mayer lobt die anschließende Zusammenarbeit mit der Marbacher Stadtverwaltung als schnell, effektiv und konstruktiv. „Nach vier Monaten hatten wir die Baugenehmigung in der Hand, das ist heutzutage nicht mehr die Normalität.“

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz berücksichtigt

Die Architekten haben bei der Planung großen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Insbesondere eine großflächige Photovoltaikanlage trägt laut Mayer dazu bei, dass der nun entstehende Komplex das Neubau-Effizienzhaus-Niveau-40 erfüllen wird. „Das ist deutlich mehr, als gesetzlich vorgeschrieben ist“, zeigt sich der Architekt zufrieden.

Bürgermeister Trost erklärt, dass sich im Energie- und Technologiepark derzeit einiges bewegt. Bis Oktober entstehe eine Netzstabilitätsanlage von EnBW, das bereits ansässige Unternehmen Leopold Verpackungen baue ein neues Gebäude, und auch der Logistiker EgeTrans wolle wachsen. „Hochwertige Arbeitsplätze wie von Jetter sind für Marbach besonders wichtig, weil wir wenig Gewerbeflächen haben“, betont Trost.