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Müllchaos

Ludwigsburger Kreistag weist Entsorgern Alleinschuld am Müllchaos zu

Überquellende Mülltonen am Straßenrand sind derzeit traurige Normalität im Landkreis. Foto: Alfred Drossel
Überquellende Mülltonen am Straßenrand sind derzeit traurige Normalität im Landkreis. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Schulterschluss im Ludwigsburger Kreistag: Bei einhelligem Verständnis für den verbreiteten Unmut in der Bevölkerung sehen sich weder die Kreisräte noch Landrat Dietmar Allgaier als richtige Adresse für die massive Kritik am gegenwärtigen Müllchaos im Landkreis. Die Verantwortung für die nicht geleerten Rest- und Biomülltonnen liege ausschließlich beim neuen Entsorger Alba, der bedingungs- und kostenlose Tausch der neuen Glasbox gegen größere und rollbare Tonnen sei eine vertragliche Verpflichtung des Duale-Systeme-Dienstleisters Interseroh.

Mit dieser Position stellten sich die sechs Kreistagsfraktionen gestern Abend hinter den Landrat. In der Frage eines unkomplizierten und bürgerfreundlichen Glasbehältertauschs gebe es für ihn „keine Kompromisslinie“, sagte Allgaier. Interseroh habe das nicht nur in einem Passus der Abstimmungsvereinbarung mit dem Landkreis, sondern auch mündlich mehrfach zugesagt. Sonst hätte sich der Kreis ohne eine vorherige Bedarfserhebung in den Haushalten nicht auf den Glaskorb als Standardbehälter festgelegt, bestätigten die Sprecher der Kreistagsfraktionen. Sollte Interseroh nicht einlenken, drohte der Landrat erneut mit rechtlichen Schritten.

Landrat Allgaier verteidigt Wahl der Glasbox als Standardbehälter

Die Wahl des Glaskorbs selbst verteidigten Allgaier und die Kreisräte allerdings. Erstens habe man den Bürgern so die Altglasabholung vor der Haustür erhalten und den Weg zu Sammelcontainern ersparen können. Zweitens habe man den Haushalten damit angesichts der Platzprobleme vor allem in den städtisch geprägten Bereichen des Landkreises eine zusätzliche Tonne im Hof erspart. „Geben Sie der Box eine Chance“, appellierte der Landrat an die Bevölkerung. In vielen Haushalten werde sich der korbähnliche Behälter als ausreichend erweisen, sagte Allgaier.

AVL-Chef kündigt Vertragsstrafen gegen Alba an

Die massiven Anfangsprobleme des im Kreis neuen, aber europaweit tätigen Entsorgers Alba bei der Leerung der Rest- und Biomülltonnen seien in dieser Massivität nicht zu erwarten gewesen – auch darin waren sich Landrat, Kreisräte und AVL-Geschäftsführer Tilman Hepperle einig. „Wir werden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, kündigte Hepperle an, dass der Landkreis wegen des Chaos bei der Müllabfuhr Vertragsstrafen gegen Alba geltend machen werde. Am heutigen Samstag werde der Berliner Entsorger mit Benninger Betriebshof wieder Nachholtouren im Kreis fahren. Er hoffe, „dass wir Ende nächster Woche Licht am Ende des Tunnels sehen“, so der AVL-Manager.

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