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Tiere

Mäusebussard attackiert eine Polizeibeamtin

„Luftangriffe“ von Vögeln sind bei Hofen früher immer wieder vorgekommen – jetzt hat ein Mäusebussard eine Polizistin attackiert.

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Auf dem Fuß- und Radweg zwischen Bönnigheim und Hofen hat der Bussard die Joggerin angegriffen. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim-Hofen. Jogger bei Bönnigheim sollten im Moment auf mögliche Angriffe von oben gefasst sein: Mäusebussarde verteidigen dort zurzeit ihr Brutrevier und sehen in Läufern und Radfahrern oft eine Gefahr für ihre Jungen.

Ein neuer Fall wird jetzt aus Hofen gemeldet. Eine 25-jährige Polizeibeamtin aus Bönnigheim, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, joggt gerne und nutzt dabei den Fuß- und Radweg entlang der Straße zwischen dem Bönnigheimer Schlossfeld und Hofen. Am Dienstag nach zehn Uhr am Vormittag lief sie auch diese Strecke, als sie plötzlich am Ortseingang Hofen von hinten von einem Vogel angegriffen wurde. „Er hat mich mit seinen Krallen am Kopf attackiert. Ich riss die Hände hoch und wehrte den Vogel ab“, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Bussard sei dann abgedreht. Was blieb, seien eine Beule und leichte Kratzspuren. Und vor allem ein gehöriger Schreck: Sie habe den Mäusebussard zwar schon vorher beim Laufen beobachtet, aber nicht daran gedacht, dass er gefährlich werden könnte. Der 25-Jährigen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei Hofen so ein Vogel unterwegs ist. Vor allem Kinder seien da gefährdet, sagt sie.

Bussard-Attacken sind keine Seltenheit. „Es trifft vor allem Jogger und Radfahrer, die bunte Kleidung und keine Kopfbedeckung tragen“, sagt der Hofener Jagdpächter Matthias Grünenwald. Meist handele es sich um Scheinangriffe, mit denen die Tiere den vermeintlichen Feind vertreiben wollten. In seltenen Fällen könne es vorkommen, dass sie mit ihren scharfen Krallen die Kopfhaut des Joggers streifen und verletzen. Grünenwald weiß von mehreren Vogelattacken in der Nähe von Hofen in den letzten Jahren. Dieses Jahr ist ihm aber bisher kein Vorfall bekannt. In der Nähe des früheren Steinbruchs, Richtung Kirchheim, habe es diese Angriffe schon gegeben. Extrem oft jedoch im Bönnigheimer Wald. Dort würden die Vögel von Bäumen aus auf Menschen fliegen. Matthias Grünenwald rät Radfahrern und Joggern, diese Gebiete jetzt zu meiden. Es gebe nämlich keine Möglichkeit, gegen die streng geschützten Vögel vorzugehen.

Vor Jahren hatte ein Mäusebussard im Löchgauer Wiesental durch seine Attacken Schlagzeilen gemacht, so dass die Gemeinde sogar Warnschilder hat aufstellen lassen (wir berichteten mehrfach). Diese Schilder stehen noch. Von Angriffen durch Bussarde ist aber aktuell nichts bekannt. Damals wurde sogar versucht, den Vogel zu fangen. Auch ein Abschuss des Bussards war damals im Gespräch.