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Bundestagswahl

Marcel Distl von der FDP im Porträt: Mit dem Fahrrad durch die Region

Auf zur zweiten Runde: Marcel Distl tritt bei dieser Bundestagswahl wieder für die FDP an. Dabei will er aus den Fehlern bei der ersten Runde lernen. Digitalisierung in der Schule und in der Gesellschaft, Klimaschutz und Chancengerechtigkeit stehen ganz oben auf seiner Agenda. Im Privaten ist er allerdings lieber mit dem Fahrrad unterwegs.

Mehr Nachhaltigkeit in der Politik wünscht sich Marcel Distl.Foto: Ramona Theiss
Mehr Nachhaltigkeit in der Politik wünscht sich Marcel Distl. Foto: Ramona Theiss

Freiberg. Der Mann hat schon einiges erlebt in seinen 28 Jahren. Er lebt in Freiberg, ging hier zur Schule, studierte anschließend Politologie und arbeitet aktuell als persönlicher Referent beim Heilbronner FDP-Abgeordneten Nico Weinmann im Stuttgarter Landtag.

Und er hat im Jahr 2017 schon einmal für die Freidemokraten für den Bundestag kandidiert. „Das hat sich so ergeben. Zwei Jahre zuvor war ich in die FDP eingetreten. Ich habe geholfen den Ortsverein Freiberg mit Ingersheim und Pleidelsheim aufzubauen. Ich wurde der Vorsitzende und nach einiger Zeit kam ich auch zu meiner Bundestagskandidatur“, erzählt der 28-Jährige. Doch das Werben um den Einzug in den Bundestag war von keinem Erfolg gekrönt. Von einem Direktmandat war die FDP weit entfernt und mit Listenplatz 34 war in Baden-Württemberg nicht viel zu holen. „Wir haben damals viel gearbeitet und es war auch viel Stress. Doch mit dem Team zusammen hat es auch viel Spaß gemacht. Ich hoffe, es wird diesmal besser und wir machen nicht wieder die gleichen Fehler“, sagt Marcel Distl.

Zum Entspannen setzt er sich gerne auf sein Fahrrad. Nach seiner Niederlage im Jahr 2017 war das auch notwendig. Mit dem Mountainbike geht es durch die Region. Distl: „Dabei kann ich sehr gut abschalten und an ganz andere Dinge denken. Gleichzeitig entdecke ich immer wieder sehr schöne Orte in der Region. Das ist wirklich ein ganz wunderbarer Ausgleich.“

Und er ist immer noch ein eingefleischter Freiberger. Regelmäßig trifft er sich mit Freunden auf dem Marktplatz und das, obwohl an dieser Stelle eigentlich nur noch der Charme der 1970er Jahre spricht. „Diese besondere Ecke in Freiberg soll aber gerichtet werden, nachdem die Oscar-Paret-Schule gebaut ist. Wenn dann überhaupt noch Geld da ist“, sagt der FDP-Mann.

Marcel Distl hat die Freiberger Kommunalpolitik genau im Blick. Vieles sei in den vergangenen Jahren passiert, doch um das Zusammenwachsen der drei Ortsteile zu unterstützen, wünscht er sich hinter dem Stadtzentrum einen großen Deckel über der Autobahn. Sie würde Freiberg zerschneiden, das müsse ein Ende haben.

Doch sein Herz schlägt für die Bundespolitik. Die Digitalisierung hat es ihm besonders angetan. Und das nicht nur in der Schule, sondern auch ganz allgemein in der Gesellschaft. „Corona hat es doch ganz offensichtlich gemacht. Jahrelang wird von der Digitalisierung an den Schulen gesprochen, doch bis heute ist noch immer nicht viel passiert. Und das G5-Netz wird wohl noch eine Zeit auf sich warten lassen. Solche Themen gibt es bei uns in der FDP schon lange“, sagt der Kandidat.

Dies hänge direkt mit der Chancengleichheit zusammen. Bildungsferne Familien würden ihre Kinder nicht besonders unterstützen, so wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Der Staat müsse diese Gleichheit herstellen, ganz ähnlich, wie es jetzt in Nordrhein-Westfalen passiere.

Bei den nächsten beiden Kernthemen für seinen Wahlkampf hadert er ein wenig mit seiner Partei. Der Klimawandel müsse prominenter platziert werden. Ebenso müsse der Emissionshandel für alle Bereiche gelten, auch für Kohlekraftwerke und den Flugverkehr. Auch die CO-Steuer müsse höher werden. So etwas hört man bei der FDP nicht gerne.

In der Produktion und in den sozialen Sicherungssystemen sollte mehr Nachhaltigkeit Einzug halten, sonst würde es mit dem Klimawandel nichts werden. Gleichzeitig würde man mehr Wohnraum benötigen, dafür sei eine maßvolle Versiegelung notwendig. Und auch ein kategorisches Aus für den Verbrennungsmotor lehnt er ab. Das wiederum wird bei der FDP mit viel Wohlwollen gehört. Distl: „Deutschland muss wieder vorn mit dabei sein. Wir müssen mehr machen.“

Zur Person:

Alter: 28 Jahre

Wohnort: Freiberg

Beruf: Persönlicher Referent des Landtagsabgeordneten Nico Weinmann

Ämter: keine

Interessen: Fahrradfahren, Joggen und Kochen

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