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Helukabel

Millionen für neue Firmenzentrale

Mit der Kabeln und Leitungen aus Hemmingen könnte der Erdball locker mehrfach eingewickelt, der Mond mühelos doppelt und dreifach angeschlossen werden. Dort baut Helukabel eine neue Firmenzentrale. Am Dienstag war Spatenstich.

Die Helukabel-Geschäftsführer Andreas Hoppe (von links), Helmut Luksch (Firmengründer) und dessen Sohn Marc beim Spatenstich für die neue Zentrale in Hemmingen. Fotos: Oliver Bürkle
Die Helukabel-Geschäftsführer Andreas Hoppe (von links), Helmut Luksch (Firmengründer) und dessen Sohn Marc beim Spatenstich für die neue Zentrale in Hemmingen. Foto: Oliver Bürkle
Die Helukabel-Geschäftsführer Andreas Hoppe (von links), Helmut Luksch (Firmengründer) und dessen Sohn Marc beim Spatenstich für die neue Zentrale in Hemmingen. Fotos: Oliver Bürkle
Die Helukabel-Geschäftsführer Andreas Hoppe (von links), Helmut Luksch (Firmengründer) und dessen Sohn Marc beim Spatenstich für die neue Zentrale in Hemmingen. Foto: Oliver Bürkle
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Hemmingen. Helukabel ist ein Paradebeispiel erfolgreichen schwäbischen Unternehmertums. Im April 1978 gründet Helmut Luksch die Firma. Seine einzige Mitarbeiterin ist Ehefrau Heidi. Das Wachstum ist kometenhaft. Heute sind 1500 Angestellte beschäftigt, es gibt 52 Produktions- und Vertriebsstandorte in 33 Ländern. Der Jahresumsatz beträgt rund 600 Millionen Euro. Dafür werden im Jahr mehrere 100.000 Tonnen Material verarbeitet.

Gefertigt wird im fränkischen Windsbach, im sächsischen Meißen und einem Werk in China. Es gibt zwei hochmoderne Logistikzentren. Eines ist in der Nähe von Berlin, und hier in Hemmingen lagern auf 55.000 Quadratmetern die wahren Schwergewichte. Armdicke Kabel auf gewaltigen Trommeln mit einem Gesicht von bis zu zehn Tonnen. In Hemmingen werden 40.500 automatisierte Palettenplätze mit bis zu 1,5 Tonnen Trommelgewicht vorgehalten. Dazu kommt das Schwerlastlager bis 4000 Kilo und weitere 37.000 Plätze für Kabelzubehör und Ringe. „Wir managen die Lager unserer Kunden“, sagt Geschäftsführer Luksch. Just in time wird geliefert. Bei akuter Knappheit auch binnen 24 Stunden in fast alle Länder der Welt. Das spare Kapazitäten und binde weniger Kapital. 30.000 unterschiedliche Artikel sind immer abrufbar.

Helukabel hat das komplette Angebot. Vom normalen Kupferdraht für den Hausbau über Industriekabel bis zu Glasfaserleitungen für die Infrastrukturtechnik. Für Kunden werden Lösungen nach Maß gefertigt, Probleme gelöst. Beispielsweise in der Robotik, in denen die Produkte höchsten Belastungen standhalten müssen. Oder aber in der Optik: Wünscht ein Kunde die Ummantelung in Lila, wird auch das möglich gemacht. Für alle Fälle gibt es eigene Entwicklungsabteilungen, die ebenfalls über modernste Prüfeinrichtungen verfügt. Luksch: „Wir nehmen jede Herausforderung an.“

Rund 750 Mitarbeiter arbeiten in Hemmingen. Noch auf vier Standorte verteilt. Das soll sich bis Anfang 2021 ändern. Die technischen und kaufmännischen Abteilungen sollen unter ein Dach, ebenso die Konstruktion. Von den bestehenden Gebäuden will Luksch aber keines aufgeben. Für ihn sind das Zukunftsreserven. Eine zweistellige Millionensumme investiert Helukabel in die neue Unternehmenszentrale. „Es ist ein Bekenntnis zu Hemmingen und die Region“, betont Helmut Luksch. Man fühle sich hier wohl, wolle die Position als attraktiver Arbeitgeber im Großraum Stuttgart und als modernes Familienunternehmen ausbauen. Der Neubau sei außerdem ein weiterer Baustein für die Unternehmensstrategie, die auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet sei.

Das Bürogebäude mit einer Bruttogeschoßfläche von rund 12.000 Quadratmetern entsteht am südöstlichen Ortseingang von Hemmingen. Die bisher auf vier Standorte innerhalb von Hemmingen verteilten kaufmännischen und technischen Mitarbeiter sollen zukünftig unter einem Dach zusammenarbeiten. Das auf 450 Arbeitsplätze ausgelegte fünfgeschossige Gebäude bietet den Mitarbeitern ein modernes Umfeld mit großen, tageslichtdurchfluteten Büros, Sitzarenen, modernsten Konferenzräumen, einer Kantine mit Cafeteria und einem fast 700 Quadratmeter großen Eingangsfoyer mit Ausstellungsflächen. „Durch die kurzen Wege und das moderne Raumkonzept erhoffen wir uns eine deutlich schnellere und verbesserte interne Kommunikation. Darüber hinaus ermöglicht uns das Gebäude, unsere Leistungsfähigkeit in einer Vielzahl an Anwendungen und Märkten unseren Kunden näher zu bringen“, sagt Marc Luksch, Sohn des Firmengründers und Mitglied der Geschäftsführung. Der Gebäudeentwurf stammt von dem renommierten Stuttgarter Büro Wittfoht Architekten, das den vorausgegangen Wettbewerb für sich entschieden hat. Den Auftrag für den schlüsselfertigen Bau hat die Helukabel GmbH an das regionale Bauunternehmen Wolff und Müller vergeben.

Bürgermeister Thomas Schäfer freut sich über die Treue zum Standort Hemmingen und über ein innovativ-markantes Gebäude. Der Firmengründer selbst meint nur: „Erstaunlich, wie viel Geld auf so wenig Fläche vergraben werden kann.“

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