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Handwerk

Mit 23 schon Juniorchef

Der Freiberger Lukas Hesser ist der beste Elektrotechnik-Meister seines Prüfungsjahrgangs

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Lukas Hesser hat seine Meisterprüfung mit Bestnoten abgelegt. Foto: J. Schmidt

Freiberg/Stuttgart. Für die Handwerksfunktionäre und Marketingstrategen müsste Lukas Hesser eigentlich die Idealbesetzung sein, wenn es darum geht, Karriere im Handwerk zu verkörpern. Während viele Altersgenossen noch in Ausbildung oder im Studium stecken, ist der 23-Jährige seit dem Frühsommer schon Juniorchef in einem Betrieb mit einem Dutzend Beschäftigten.

Lukas Hesser ist jedoch nicht nur schnell, wenn es ums berufliche Fortkommen geht, sondern auch noch äußerst erfolgreich. Im Frühjahr legte er seine Meisterprüfung in Elektrotechnik ab, am vergangenen Wochenende wurde er als bester seines Jahrgangs geehrt. Er hat sich dabei gegen 50 weitere Jungmeister seines Fachs durchgesetzt, denn die Elektrotechniker sind nach Kfz-Technikern (128 neue Meister), Installateuren und Heizungsbauer (74) sowie Malern und Lackierern (51) die viertgrößte Gruppe, die bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Region Stuttgart ihre Meisterbriefe überreicht bekamen.

Lukas Hesser hat schon ein wenig Übung darin, ganz oben zu stehen. Denn auch die Ausbildung zum Elektrotechniker schloss er als Kammerbester ab, nachdem er die Lehrzeit zuvor noch ein halbes Jahr verkürzen konnte. Beim Landeswettbewerb wurde er Zweiter.

„Das Lernen fällt mir leicht“, sagt Hesser über sich selbst. Das Abitur hätte er deshalb auch problemlos geschafft, meint er. Doch er habe sich bewusst für die Realschule entscheiden, weil es dort anders als im Gymnasium auch Technikunterricht gab. Technik hat Lukas Hesser schon als Kind interessiert. „Ich bin ja quasi in der Werkstatt aufgewachsen“, meint er schmunzelnd. Und deshalb habe der Berufswunsch auch schon sehr bald festgestanden.

Nach dem Realschulabschluss begann Lukas Hesser seine Ausbildung, allerdings nicht im elterlichen Betrieb in Freiberg. „Mein Vater hat es mir freigestellt, aber ich wollte wo anders hin, wollte einen großen Betrieb kennenlernen“, erklärt er. Beim Ludwigsburger Elektrotechnikunternehmen Noz, das mit rund 100 Mitarbeitern zu den großen der Branche zählt, fand er den Ausbildungsbetrieb, den er gesucht hatte. Eineinhalb Jahre sammelte der Freiberger dann noch bei Noz Berufserfahrung, bevor er den einjährigen Meisterkurs am Elektro-Technologie-Zentrum in Stuttgart begann, den er im Frühjahr erfolgreich abschloss. Bei aller Zielstrebigkeit gönnte er sich dann allerdings eine Auszeit, erkundete vier Wochen lang Peru.

Im elterlichen Betrieb kümmert er sich nun um die Projektplanung. „Ein reiner Schreibtischjob ist das aber nicht“, betont Hesser. Das sei in einem kleinen Unternehmen gar nicht möglich.

Nachdem er die Meisterprüfung hinter sich hatte, hat er überlegt, ob er noch einmal in einem anderen Unternehmen weitere Erfahrungen sammeln sollte. Doch er ist sich sicher, dass er die Führungs- und Planungsaufgaben auch bei seinem Vater lernen kann. Und für die Weiterführung sei es gut, wenn man noch einige Jahre gemeinsam im Betrieb tätig sei. Grundsätzlich hätte er sich auch vorstellen können, nun noch Elektrotechnik zu studieren. Doch der Praxisbezug ist ihm wichtig, betont er. Und außerdem gebe es im Handwerk so viele Fortbildungsmöglichkeiten.