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Porträt

Mit Abstand der Jüngste im Erligheimer Gemeinderat

Er senkt den Altersdurchschnitt im Erligheimer Gemeinderat deutlich: Mit 19 Jahren ist Matthias Umbach das mit Abstand jüngste Mitglied im Gremium. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet er, was ihn motiviert hat, zu kandidieren und welche Ziele er für seine Heimatgemeinde verfolgen will.

Matthias Umbach will etwas für die Jugend und junge Familien erreichen. Foto: Oliver Bürkle
Matthias Umbach will etwas für die Jugend und junge Familien erreichen. Foto: Oliver Bürkle

Erligheim. Matthias Umbach ist niemand, der sich in den Vordergrund drängt. Mit einem ebenso freundlichen wie zurückhaltenden Lächeln tritt er seinem Gesprächspartner gegenüber. Und dennoch hat der 19-Jährige einen Schritt gewagt, den sich in seinem Alter nur die wenigsten trauen: Er hat sich für den Erligheimer Gemeinderat aufstellen lassen und bei den Kommunalwahlen im Mai den Sprung in den Gemeinderat geschafft. Dort ist er nun das mit Abstand jüngste Mitglied und hat mit dazu beigetragen, den Altersdurchschnitt im Ortsparlament deutlich zu senken – von 54 auf 49 Jahre.

Die Entscheidung, auf der Liste der Erligheimer Bürger zu kandidieren, hat sich Matthias Umbach reiflich überlegt. Den Anstoß dazu gab dem zuvor schon politisch interessierten jungen Mann Anfang vergangenen Jahres Ulrich Steimer, der damals bereits für die Erligheimer Bürger im Gemeinderat saß. „Er hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte“, erzählt Umbach. Gut ein dreiviertel Jahr ließ er sich mit seinem Entschluss Zeit, besprach es mit seinen Eltern. „Schließlich war mein Vater früher auch einmal Gemeinderat.“ Derweil habe ihm Steimer gezeigt, was auf ihn als Mitglied des Ortsparlaments zukommen würde, welche dicken Packen an Unterlagen er dann zur Vorbereitung auf die Sitzungen durcharbeiten müsste – und das parallel zu seiner Ausbildung zum Industriekaufmann.

Bleibt neben der Gemeinderatsarbeit noch genügend Zeit zum Lernen? Diese Frage stellte sich Matthias Umbach, der bereits anderweitig sehr engagiert ist, daher. So spiele er in der ersten Mannschaft des SKV Erligheim Fußball und engagiere sich außerdem in der Jugendarbeit des CVJM.

Umbach hat sich also vor seiner Kandidatur viele Gedanken gemacht. Dass er dann tatsächlich den Sprung ins Gremium schaffte, überraschte ihn aber doch. Seine Vermutung: Wahrscheinlich habe sein Brief an die Jungwähler ihm einen Gutteil Stimmen eingebracht. Insgesamt hat er 770 Stimmen bekommen. Und wie haben Familie und Freunde auf seine Wahl reagiert? „Meine Eltern und meine zwei Schwestern sind schon stolz“, berichtet Umbach mit verlegenem Lächeln. „Die Freunde finden es cool und wollen wissen, was im Gemeinderat so abgeht.“ Doch müsse er sich von ihnen als „Herr Gemeinderat“ auch manche Foppereien gefallen lassen.

Und welche Ziele möchte er für Erligheim verfolgen? „Ich will auf jeden Fall etwas für die Jugend, aber auch für junge Familien tun.“ Was es im Ort beispielsweise noch nicht gebe, sei ein Schnellimbiss, bei dem man sich auch spätabends kurz noch etwas zu essen holen könne. Zudem gebe es bei den Busverbindungen Verbesserungsbedarf, vor allem in Richtung Kirchheim und nachts. Doch will Matthias Umbach sich im Gemeinderat nicht nur für die Jugend einsetzen, er hat noch andere Ziele: „Hauptsächlich will ich auch von den alten Gemeinderäten lernen. Ich denke, ich kann da viel fürs Leben mitnehmen.“ In welche Richtung es in seinem Leben gehen soll, weiß er allerdings noch nicht. So könne er sich sowohl vorstellen, nach der Lehre, die er nach dem Abitur am Alfred-Amann-Gymnasium begonnen hat, bei seinem Ausbildungsbetrieb zu bleiben als auch noch ein Studium anzufangen. Eines steht jedoch fest: Aus Erligheim weg ziehe es ihn nicht, sagt Matthias Umbach, der nicht nur seine gesamte Kindheit in Erligheim verbracht hat, sondern auch tatsächlich dort geboren ist. „Ich war zu schnell für die Fahrt ins Krankenhaus“, erzählt er grinsend.

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