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Porträt

Mit dem Bobby-Car an die Weltspitze

Justin Köllner ist 15 Jahre alt und sein Hobby ist Bobby-Car-Fahren. Jedoch nicht auf einem gewöhnlichen der kleinen Gefährte. Sein Bobby-Car ist viel mehr ein Rennwagen – und mit diesem hat es der Kirchheimer international an die Weltspitze in seiner Altersklasse gebracht. Justin ist amtierender Weltmeister im Bobby-Car-Rennen.

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Mit Spaß und Freude ganz nach oben: Justin Köllner. Fotos: privat
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Kirchheim. Wie man Weltmeister wird? „Dazu braucht es jahrelange Erfahrung“, antwortet Justin. Und die hat der 15-Jährige. Mit sieben Jahren habe er mit der Sportart angefangen, berichtet der Jugendliche. Wie er dazu gekommen ist? Er hat die Fahrer beim Bobby-Car-Rennen in den Hessigheimer Weinbergen beobachtet. Das nächste Mal ging er dann selbst mit an den Start. Danach war es um ihn geschehen. Die Lust am Rennen habe ihn gepackt, erzählt Justin: „Daraus hat sich dann ein Hobby entwickelt“ – eines, das nicht ganz ungefährlich ist.

Denn bei den Rennen können die Fahrer ordentliches Karacho drauf kriegen. „Ich habe schon gesehen, dass Teilnehmer 110 Stundenkilometer und mehr drauf hatten.“ Sein eigener Rekord liege bei 80 bis 90 Kilometer pro Stunde. Ganz genau kann Justin es allerdings nicht sagen. Denn schließlich hat er keinen Tacho an seinem Bobby-Car. Doch gebe es am Streckenrand bei Rennen oftmals Messanlagen.

Angesichts solcher Geschwindigkeiten braucht es entsprechende Schutzkleidung: Ein Helm, ein Rennanzug aus Leder mit Protektoren und Handschuhe seien nötig, erklärt Justin. Auch das Bobby-Car brauche ein paar Umbauten: Lufträder, eine Bodenplatte, eine verlängerte Lenkung. Bis zu 20 Kilogramm dürfe in seiner Altersklasse das Gefährt wiegen, bei den Profis – das sind Fahrer ab 18 Jahren – können es bis zu 40 Kilogramm sein. Nur in den unteren Altersklassen – ab drei Jahren darf gestartet werden – würde mit normalen Bobby-Cars gefahren, erklärt der junge Kirchheimer.

Vor allem brauche es aber „ein Gefühl für den Rennsport“: „Man muss über die Strecken nachdenken und sich anschauen, wie man in die Kurven gehen muss, wo die Bremspunkte sind.“ Ein bisschen seien Bobby-Car-Rennen deswegen wie Formel 1, sagt Justin, der Fan von Formel-1-Pilot Sebastian Vettel ist. Das Wichtigste sei jedoch, Spaß und Freude am BobbyCar-Sport zu haben – und den hat in seiner Familie nicht nur Justin. Auch sein Vater, seine Mutter und seine Stiefmutter fahren Rennen.

In der Rennsaison werden Punkte gesammelt für die Weltrangliste. Damit es mit der Titelverteidigung klappt, bereitet sich Justin in Trainingslagern vor, die vom Bobby-Car-Sport-Verband organisiert wurden.