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Müll im Freizeitpark – Sperrung als letzter Ausweg

Der Freizeitpark an der Aldinger Straße bleibt ein Problemfall. Um der Vermüllung und dem Vandalismus Einhalt zu gebieten, will die Kornwestheimer Stadtverwaltung nun härter vorgehen: Eine Sperrung des Geländes am Wochenende ist nicht ausgeschlossen.

Der Müll im Kornwestheimer Freizeitpark quillt regelmäßig über. Archivfoto: Oliver Bürkle
Der Müll im Kornwestheimer Freizeitpark quillt regelmäßig über. Foto: Oliver Bürkle

Kornwestheim. Mit Appellen und guten Worten ist es offenbar nicht getan: An Wochenenden mit schönem Wetter pilgern viele Besucher zum Freizeitgelände, um dort zu grillen und zu chillen. Ihren Müll räumen sie jedoch oftmals nicht weg, trotz vorhandener Abfallbehälter. Die zwischenzeitliche Verbesserung, die den Mitarbeitern des Bauhofes auffiel, sei auf den Fastenmonat Ramadan zurückzuführen gewesen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik.

Der fehlende Respekt vor der Natur spiegelt sich aber auch in anderer Weise: Vier neu gepflanzte Obstbäume sind seit Beginn der Freiluftsaison dieses Jahres aus dem Boden gerissen, zwei Jungbäume beschädigt und bei sechs weiteren Obstbäumen die Stützpfähle entwendet worden. Anfang Juni musste die Feuerwehr ausrücken, weil ein zurückgelassener Einweggrill einen Balancierbalken entzündet hatte. Keine Wirkung haben offenbar die Kontrollen des Sicherheitsdienstes gezeigt, der im Vorjahr testweise an den Wochenenden im 30-Minuten-Takt im Einsatz war. „Nur eine dauerhafte Präsenz vor Ort verspricht hier merkliche Verbesserungen“, so das Fazit der Stadtverwaltung. Die will mit härteren Bandagen gegen Müllsünder und die Verursacher von Sachbeschädigungen vorgehen. „Wir haben die Situation akribisch analysiert und planen Maßnahmen“, erläuterte Allgaier. Es gibt viele Vorschläge, wie man dieser Entwicklung Einhalt gebieten könnte. Allerdings sind diese teilweise mit hohen Kosten verbunden. Deshalb sollen die politischen Gremien bei der nächsten Haushaltsberatung mit ins Boot genommen werden. Die Vorschläge reichen vom Einsatz eines Parkwächters bis zur Idee, den Müll an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden liegen zu lassen – als abschreckende Wirkung. Auch die Einführung einer Grillgenehmigung gegen Gebühr ist denkbar.

„Der Freizeitpark soll seinen Charakter erhalten und vorerst keine Gebühren erhoben werden“, fasste Allgaier die Meinung der Verwaltung zusammen. Es sollen aber verstärkt Kontrollen durch den städtischen Ordnungsdienst stattfinden. Sollte das Müllaufkommen demnächst besonders hoch sein, dann sei eine Komplettsperrung des Freizeitgeländes am folgenden Wochenende möglich, kündigte Allgaier an.

Rückendeckung erhielt die Verwaltung von allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Während CDU-Fraktionschef Hans Bartholomä sich für die Erteilung von Grillgenehmigungen aussprach, machte sich Thomas Ulmer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, für massive Kontrollen und drastische Strafen stark. „Im Bußgeldkatalog ist noch Luft nach oben“, sagte er. „Gute Ideen allein reichen nicht aus“, bekundete Hans-Michael Gritz als Vorsitzender der SPD-Fraktion Bereitschaft, entsprechende Mittel in den Doppelhaushalt für die Jahr 2020/21 einzustellen.

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