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Personalmangel und weniger Gäste
Nach Corona: Freibäder im nördlichen Landkreis Ludwigsburg kämpfen gegen neue Widrigkeiten

Die Badegäste freuen sich bei den heißen Temperaturen über eine Abkühlung. Foto: Alfred Drossel
Die Badegäste freuen sich bei den heißen Temperaturen über eine Abkühlung. Foto: Alfred Drossel
Die Jubiläumsfamilie Wonner aus Nordheim wird von Kämmerer German Thüry (hinten rechts) und Betriebsleiter Dietmar Schmid (hinten links) willkommen geheißen. Foto: Alfred Drossel
Die Jubiläumsfamilie Wonner aus Nordheim wird von Kämmerer German Thüry (hinten rechts) und Betriebsleiter Dietmar Schmid (hinten links) willkommen geheißen. Foto: Alfred Drossel
Die Freibäder im nördlichen Landkreis verzeichnen mehr Badebesucher als in den Coronajahren, aber deutlich weniger als vorher. In Bönnigheim wurde jetzt trotzdem der 100000. Besucher willkommen geheißen. Andere Bäder kämpfen dagegen mit Widrigkeiten: Besigheim leidet unter der Straßenumleitung, in Mundelsheim fehlt Personal. Das dortige Bädle ist deshalb nur noch eingeschränkt geöffnet.

Besigheim/Bönnigheim/Löchgau/Mundelsheim. „Eigentlich wäre die Freibadsaison vom Wetter her ideal“, sagt der Besigheimer Freibadbetriebsleiter Thilo Zorn, „gäbe es nicht neue Widrigkeiten.“ In Besigheim sei die Verkehrssituation mit den Umleitungen und Baustellen deutlich bei der Besucherbilanz zu spüren, sagt Zorn. Badegäste von der anderen Neckarseite blieben gänzlich aus. Das Besigheimer Bad verzeichne deshalb deutlich weniger Besucher als erwartet, stellt Zorn fest. Die Besucherzahlen vor Corona würden nicht erreicht. Er widerspricht Darstellungen, wonach es in Freibädern zu mehr Zwischenfällen komme als früher. „Wir haben bisher keinen Noteinfalleinsatz gehabt“ und die Polizei habe in dieser Saison noch nie gerufen werden müssen.

Mundelsheimer Freibad öffnet später und schließt früher

Armin Bölke, der Betriebsleiter des Freibades Mundelsheim, muss ganz schön ran: Bei ihm fehlt Personal. „Ich bin mit dem Badebetrieb voll ausgelastet und kann nicht auch noch die Leute zählen“, sagt er gestresst. Zwischen 200 und 600 Besucher suchen täglich in dem kleinen Freibad mit Blick zum Käsberg Abkühlung. Der personelle Engpass hat jetzt auch Konsequenzen für die Gäste: Im Freibad gelten ab sofort eingeschränkte Besuchszeiten, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Montags ist nach wie vor Ruhetag. Von Dienstag bis Sonntag ist das Freibad jeweils von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Wie lange die reduzierten Öffnungszeiten andauern, ist nicht klar. „Bis auf Weiteres“, informiert die Verwaltung. In den Schulferien war das Freibad bisher täglich – außer montags – von 9.30 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Bönnigheimer Bad wird mit Solarthermie beheizt

Im Bönnigheimer Mineralfreibad gab es einen freudigen Anlass: Stadtwerkeleiter German Thüry und Badbetriebsleiter Dietmar Schmid konnten den 100000. Besucher willkommen heißen. Es ist die Familie Wonner aus Nordheim, die zum ersten Mal nach Bönnigheim zum Baden gekommen war. Vater Hans-Jürgen, seine Frau Melanie sowie die Kinder Fynn und Fiona bekamen einen Blumenstrauß, Stadtwein und der Bub eine Wasserspritze. In Bönnigheim hätten die Öffnungszeiten nicht verkürzt werden müssen, da es genug Personal gebe, sagt Thüry. „Der Besuch ist bisher besser als in der Coronazeit. Allerdings rückläufig im Vergleich zu 2019.“ Die Becken werden in Bönnigheim nur noch mit Solarthermie geheizt, ebenso wie in Besigheim. Das habe aber keine Auswirkungen auf die Wassertemperaturen: Die 24 Grad würden in Bönnigheim gehalten. Betriebsleiter Dietmar Schmid freut sich, dass das Bad so gut ankommt. Täglich kämen um die 1500 Besucher.

Überdurchschnittlich gute Saison in Löchgau

Helmut Holoubeck, Betriebsleiter des Löchgauer Freibads, sagt, dass die Saison überdurchschnittlich gut verlaufe. „Zu uns kommen täglich zwischen 300 und 600 Badegäste.“ Insgesamt, so schätzt er, seien es in dieser Saison bisher um die 20000 Besucher. Löchgau habe seinen Ruf als familienfreundliches Freibad ausbauen können – „bleibt es weiterhin so heiß, werden wir eine Supersaison haben“.