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Tourismus

Nach der Feier ab ins Schlaffass

Das Übernachtungsangebot im Osten des Landkreises Ludwigsburg ist um eine originelle Variante reicher: Wer genug von Hotels oder Ferienwohnungen hat, kann bei Krügeles Destillathalle in Murr sein Haupt ab sofort in einem Fass zur Ruhe betten.

Band durchschnitten: Touristikfachkraft Julia Essig-Grabnar (von links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch freuen sich mit Philipp und Claudia Krügele. Das Foto rechts zeigt die Innenansicht eines Schlaffasses. Fotos: Ramona Theiss
Band durchschnitten: Touristikfachkraft Julia Essig-Grabnar (von links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch freuen sich mit Philipp und Claudia Krügele. Das Foto rechts zeigt die Innenansicht eines Schlaffasses. Foto: Ramona Theiss
Band durchschnitten: Touristikfachkraft Julia Essig-Grabnar (von links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch freuen sich mit Philipp und Claudia Krügele. Das Foto rechts zeigt die Innenansicht eines Schlaffasses. Fotos: Ramona Theiss
Band durchschnitten: Touristikfachkraft Julia Essig-Grabnar (von links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch freuen sich mit Philipp und Claudia Krügele. Das Foto rechts zeigt die Innenansicht eines Schlaffasses. Foto: Ramona Theiss

Murr. Sie heißen „Williams“, „Mirabelle“ und „Sporty 40“ und tragen die Namen der beliebtesten Destillate von Winzer und Brenner Philipp Krügele. Die Rede ist von drei urigen Schlaffässern, in denen es sich fortan gemütlich und mitten im Grünen auf dem Hof der Familie Krügele in Murr übernachten lässt. „Das Ganze ist aus einer Schnapsidee entstanden“, formuliert es der 42-Jährige treffend, dessen eigentliches Metier der Weinbau ist. 2017 ist er mehr oder weniger durch Zufall zu einer Destillieranlage gekommen und hat umgehend eine Ausbildung zum Obstbrenner gemacht. Zwei Jahre später eröffnete er eine Destillathalle, in der nicht nur die Obstbrände entstehen, sondern auch Verkostungen stattfinden. Zudem kann die Halle als Veranstaltungsraum für Festivitäten wie Geburtstage und standesamtliche Trauungen gemietet werden.

Infrarotheizung sorgt für Wärme

„Immer wieder haben uns die Gäste nach Übernachtungsmöglichkeiten in Murr gefragt“, sagt Philipp Krügele. Doch diese sind Mangelware im Ort. Also hat der studierte Weinbetriebswirt nicht lange gefackelt und eigene Schlafstätten geschaffen. Schlaffässer sollten es sein. Und weil der Transport für drei Fässer so teuer war wie für eins, hat er ganz schwäbisch gleich drei auf einmal bestellt. Gemeinde- und Landkreisverwaltung kooperierten mit dem rührigen Weingärtner, und so klappte es am Ende auch mit der Baugenehmigung. Das Verfahren bis dahin war offenbar gar nicht so einfach, schließlich handelt es sich laut Krügele um die ersten Schlaffässer im gesamten Landkreis Ludwigsburg. Insgesamt 30000 Euro betrug die komplette Investition. Vom Ministerium für ländlichen Raum gab es eine Förderung in Höhe von 25 Prozent.

Klar, dass Philipp Krügele bereits mit seiner Frau Claudia und den drei Kindern das Schlafen im Fass ausprobiert hat. Der Test wurde bestanden. Kein Wunder, denn die 4,30 langen und 2,50 Meter breiten Fässer bieten genügend Raum für gemütliche Nächte. Im hinteren Teil befindet sich ein zwei mal zwei Meter großes Bett, im Vorderbereich sind zwei Sitzbänke, die ebenfalls zu Liegeplätzen umfunktioniert werden können. Dazu gibt es genügend Stauraum fürs Gepäck und einen Ausziehtisch. Eine Infrarotheizung sorgt für lauschige Wärme. Passend zum jeweiligen Namen des Fasses gibt es einen hochprozentigen Absacker. Dusche und Toiletten befinden sich außerhalb nur wenige Meter weit entfernt. Pro Nacht und Schlaffass werden 75 Euro fällig.

„Unser Hof ist ein idealer Ausgangspunkt für Fahrrad- und Wandertouristen“, sagt Philipp Krügele. Recht hat er, schließlich befindet sich nur ein paar Meter weiter ein Radweg, der das Neckartal mit dem Bottwartal verbindet. Doch nicht nur Besucher der Destillathalle, Radler und Wanderer werden sich künftig in den Schlaffässern einmieten. Wie Krügele berichtet, sind die drei urigen Behausungen zur Einschulungszeit bereits restlos ausgebucht.

„Für Murr sind die drei Schlaffässer eine touristische Aufwertung“, sagt Bürgermeister Torsten Bartzsch freudig. In diesem Bereich habe die Gemeinde nicht viel zu bieten. Überhaupt seien die drei Fässer für den gesamten Landkreis etwas ganz Besonderes. Das sieht auch Touristikfachkraft Julia Essig-Grabnar von der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal so. „So etwas hat bei uns absolut gefehlt“, sagt sie und freut sich, dass das neue Übernachtungsangebot und „das Thema Wein eine unheimlich tolle touristische Ergänzung“ darstellen. „Auch wenn es Schnapsfässer sind“, wie Philipp Krügele lachend ergänzt.

Info: Die Eröffnung der Schlaffässer findet im Rahmen der Sommerabende noch bis zum heutigen Donnerstag von 17 bis 21 Uhr an der Destillathalle, Burgweg 16, in Murr statt. Dabei können die hauseigenen Produkte verköstigt sowie die Schlaffässer besichtigt werden. Weitere Informationen unter www.kruegele.de.

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