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Unterstützung

Nachbarschaftshilfe läuft in vielen Orten an

Der Virus hat Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens – egal ob Kinderbetreuung, Gefährdung am Arbeitsplatz oder ganz einfach das Einkaufen. Doch in solchen Zeiten gibt es manchmal Reaktionen, die keiner mehr auf dem Zettel hatte. Überall im Landkreis bilden sich Vereinigungen zur Nachbarschaftshilfe. Manche laufen mithilfe der Kommunen, andere sind vollkommen privat. Wir haben uns ein wenig umgeschaut.

Einkaufen für Nachbarn, die nicht mehr aus dem Haus sollten oder können – diese und weitere Hilfsangebote werden inzwischen organisiert. Foto: Adobe Stock
Einkaufen für Nachbarn, die nicht mehr aus dem Haus sollten oder können – diese und weitere Hilfsangebote werden inzwischen organisiert. Foto: Adobe Stock

Kreis Ludwigsburg. Es ist egal, wie groß die Nachbarschaftshilfe ist, es zählt allein, dass sie da ist. In den vergangenen Jahren war stets die Rede vom Egoismus in der Gesellschaft, jeder sei sich der Nächste. Jetzt entstehen Gemeinschaften, die das Gegenteil beweisen.

So geschehen beispielsweise in Marbach. Seit Montag ist die Aktion online. Die ersten Überlegungen gab es bereits Mitte vergangener Woche. Schon damals machte man sich Gedanken darüber, wie ältere oder gehbehinderte Menschen versorgt werden könnten. Aber nicht nur Einkaufen war ein Thema, die Helfer sollten nicht nur die Versorgung sicherstellen, sondern auch mit dem Hund raus oder ganz einfach mal am Telefon zuhören. „Über das Wochenende haben sich ein paar Leute bei uns drangesetzt, und siehe da, seit Montag sind wir online, und die Sache kommt wunderbar an“, sagt Bürgermeister Jan Trost. Bereits nach knapp einem Tag habe man fast 20 Helfer. Die Leute können sich bei der Stadt telefonisch oder per E-Mail melden, und dann werden sie vermittelt. Die Telefonnummer: (07144) 1.71.25. Zudem wurde eine Koordinierungsstelle gebildet, deren Hotline durch ein Team aus der Stadtbücherei besetzt ist.

Etwas Ähnliches hat die Stadt Gerlingen zusammen mit dem DRK und der Mitmachzentrale organisiert. Sie hat einen Corona-Hilfe- und Sorgendienst eingerichtet, um eine Versorgung mit Lebensmitteln und gegebenenfalls Medikamenten zu gewährleisten. Hier werden ebenfalls die Wünsche entgegengenommen und Unterstützung angeboten – die Telefonnummer: (07156) 205-7005 oder per E-Mail hilfe@gerlingen.de. Um die Bürger mit aktuellen Hinweisen zu versorgen, stellt die Stadt auf www.gerlingen.de sämtliche Maßnahmen und Informationen zur Verfügung.

Auch in Markgröningen geht die Stadt in die Offensive. „Wir sind von dem Virus ein wenig überrannt worden. Doch nächste Woche sind wir am Start. Gestern war ein Treffen und heute wird alles über die Nachbarschaftshilfe im Amtsblatt stehen. Die Stadt vermittelt Hilfsangebote. Genaueres ist noch nicht bekannt“, sagt Frank Blessing von der Stadtverwaltung. Bisher habe man über zehn Helfer zusammen.

Am Mühlberg in Markgröningen bieten zwei junge Frauen, Vanessa M. und Franziska A, in Zeiten von Corona ihre Unterstützung an. Sie schreiben: An alle Mühlberger, insbesondere alle älteren, angeschlagenen und sich in Quarantäne befindenden Bewohner: Aufgrund der aktuellen Lage, der Covid19-Pandemie, möchten wir euch gerne unterstützen. Wir bieten an, den notwendigen Lebensmitteleinkauf zu erledigen und vor eure Haustür zu bringen. Die Anwohner freuen sich schon.

In Remseck ist die Stadt weniger aktiv, dafür gibt es eine bemerkenswerte Eigeninitiative. „Wir haben eine Facebook-Gruppe mit dem Namen ‚Remseck hilft Remseckern‘. Die ist erst seit Freitag am Start und hat schon weit über 100 Mitglieder. Hier finden Helfer und Bedürftige zusammen“, so Karl-Heinz Balzer, Erster Bürgermeister der Stadt. Ansonsten gebe es noch die üblichen Angebote wie die Aktion „Von Mensch zu Mensch“ die jetzt besonders gefordert seien.

Auch in Bietigheim-Bissingen verlässt man sich auf seine bewährten Angebote. Hier bietet die Diakonie oder die Awo ein solches Programm an. Auch der Verein Aktive Senioren ist in diesem Bereich inzwischen aktiv. „Manche Interessenten gehen auch über Online-Portale wie nebenan.de“, weiß Sprecherin Anette Hochmuth.

Auch in Steinheim tut sich was. Wer zur Risikogruppe gehört, in seiner Mobilität eingeschränkt ist oder sich in häuslicher Quarantäne befindet, das Haus nicht verlassen kann und niemanden hat, der sich um ihn kümmert, der kann sich per E-Mail über orga@buergerbusstein-heim.de oder telefonisch bei der Stadtverwaltung unter (0 71 44) 2 63 - 0 melden.

Die evangelische Kirchengemeinde in Murr will, dass sich die Menschen gegenseitig unterstützen. Wer Hilfe braucht, kann sich an die Telefonnummer (07144) 28.23.18 oder an E-Mail corona@ev-kirche-murr.de wenden.

Die Idee zu einer Selbsthilfegruppe kam in Hemmingen am Wochenende auf. Es wurde die Facebook-Gruppe „Corona-Einkaufshilfe Hemmingen – Gemeinsam sind wir stark“ gegründet. Diese hat aktuell 71 Mitglieder. Initiator und Gemeinderat Ralf Horwath will die Sache koordinieren unter den Telefonnummern (07150) 9.701.74, mobile (0157) 54.79.92.33 oder E-Mail: versorgung@hemmingen.de.

Auch in Ludwigsburg tut sich was:Beim Fachbereich bürgerschaftliches Engagement können sich Menschen melden, die Hilfe benötigen. Genauso aber diejenigen, die diese Unterstützung leisten wollen – Telefon: (07141) 910-2825 oder buergerengagement@ludwigsburg.de.

Unter dem Motto „Wir hören Ihnen zu“ gibt es das Senioren-Kontakt-Telefon unter (07141) 910-4262. Für Fragen zum Verhalten in Zeiten des Coronavirus oder zum „einfach nur mal reden“ steht die Telefonnummer (07141) 910-2014 zur Verfügung.

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