Logo

Hanfbachschule

„Nahe am pädagogischen Paradies“

Es ist das größte Projekt in der Geschichte Möglingens: Der Neubau der Hanfbachschule mit Mensa und integrierter Ortsbücherei. Am Samstag wurde der Bau offiziell übergeben. Knapp 20 Millionen Euro hat das Ensemble gekostet.

350_0900_20609_06_10_18Buerkle_13.jpg
Das neue Gebäude der Hanfbachschule wurde am Wochenende in Möglingen eingeweiht. Fotos: Oliver Bürkle

Möglingen. Erst sieben Monate war Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer im Amt, als sie ihre Unterschrift unter diese Rieseninvestition setzte. „Ich hatte schon ein flaues Gefühl“, sagt sie. Heute aber könne man mit Stolz auf das blicken, was entstanden sei. Mutig hätten ihr Vorgänger Eberhard Weigele und der Gemeinderat fünf Jahre davor die Weichen für das „Jahrhundertprojekt“ gestellt. Ein Bekenntnis zur Familienfreundlichkeit und Bildungsgerechtigkeit in Möglingen.

Weitreichende Untersuchungen hätten gezeigt, dass der alte Hauptbau wirtschaftlich nicht sanierbar und auch den pädagogischen Anforderungen einer Gemeinschaftsschule nicht gewachsen sei. Der blieb allerdings stehen, bis die neuen Gebäude bezogen waren. Erst dann wurde er abgerissen. „2017 wurde unser einzigartiges Baby geboren“, meinte Architekt Michael Viktor Müller aus Köln. Es zeichne sich insbesondere durch sein großes, funktionales Nutzungsspektrum aus und sei auch optisch gelungen.

Eine Punktlandung hätten alle Beteiligten hingelegt. Zeit und Kostenplan seien eingehalten, freut sich Schwaderer. Nach zweijähriger Bauzeit sei die neue Schule pünktlich nach den Sommerferien fertig gestellt gewesen. „Alle am Bau Beteiligten haben an einem Strang gezogen, waren sich ihrer Verantwortung bewusst, haben mit vollem Einsatz ihr Bestes gegeben, auch fast Unmögliches damit möglich gemacht“, lobte die Bürgermeisterin. Nur bei den Außenanlagen müsse noch zugepackt werden. Im Frühjahr sollen Lesegarten und Schulhof fertig sein. Von den Kosten steuerte das Land 5,5 Millionen Euro bei, die restlichen 14,5 Millionen musste die finanzschwache Kommune selber schultern. „Ein finanzieller Kraftakt.“

Die neue, barrierefreie Hanfbachschule mit der angegliederten Bibliothek, schaffe hervorragende Lernbedingungen, meinte Schwaderer. Es sei ein Haus auf dem neuesten Stand der Technik entstanden, das nicht nur dem Lernen, sondern auch dem Lehren förderlich sei. „Ein attraktiver Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf die Arbeitsmoral aus. Sowohl für Lehrer als auch für Schüler.“ Die Schule verfüge über Klassenräume, die das pädagogische Prinzip der Gemeinschaftsschule aufnehmen, über moderne Labors für die Naturwissenschaften, Computer, Internet und digitale, interaktive Tafeln, so genannte Whiteboards. Außerdem über eine Mensa, die unverzichtbar für den Ganztagsbetrieb sei. „Allen, die hier arbeiten, lernen oder lehren wünsche ich, dass sie sich in den, neuen Räumlichkeiten wohl fühlen und viele Erfolge erzielen werden“, so die Bürgermeisterin in ihrer Festrede.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, forderte Schwaderer die Regierung auf, über die zehnte Klasse hinaus zu denken und an der Möglinger Gemeinschaftsschule eine gymnasiale Oberstufe zuzulassen. „Hier ist nun die Politik in der Pflicht, diese Schulform dauerhaft auf gesunde Beine zu stellen.“

Auf dem neuesten Stand

„Es ist ein Meilenstein für uns als Hanfbachschule“, freut sich Schulleiter Eberhard Schober. Pädagogische Überlegungen seien bereits in der Planungsphase eingeflossen und umgesetzt worden. Es seien die räumlichen Lernvoraussetzungen optimiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht: in den Naturwissenschaften, in den Fachbereichen Technik und textiles Werken; für den Bereich Bildende Kunst. Die Lehrer hätten nun ein attraktives Arbeitsumfeld. Moderne auch inklusive Zimmer seien eingerichtet worden. „Unter diesen Voraussetzungen lässt sich Gemeinschaftsschule nahezu perfekt umsetzen.“

Bei allen räumlichen Verbesserungen bleibe das Entscheidende im Lernprozess das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern sowie der Unterrichtsqualität, betonte Schober. Der Neubau sei allerdings „das Sahnehäubchen, nahe dran am pädagogischen Paradies.“

Vor dem Start der Gemeinschaftsschule hätten die Hanfbachschule 390 Schüler gehabt, heute seien es 610, davon 330 im Ganztagesbetrieb, zeigte der Schulleiter auf, wie notwendig der Neubau war. Mit launigen Anekdoten zur Bauphase schmückte er seine Rede aus und erklärte, warum die Farben im Inneren gewählt wurden: „Orange stehen für Energie, Freude und Wärme und wirkt freundlich. Gelb wirkt heiter und fröhlich und bewirkt eine optimistische Stimmung.“