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Neuer Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Beilstein

Björn Mischiok hat sich als fünfter Kandidat als Bürgermeister beworben. Bis kurz vor Fristende sah es so aus, als wäre er auch der letzte. Doch einer kam noch dazu.

Bild: Privat
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Beilstein. „Ich traue mir das Bürgermeisteramt zu. Die Frage ist, ob man es mir zutraut“, sagt Björn Mischiok selbstbewusst. Der 44-jährige Beilsteiner hat als fünfter Kandidat für die Wahl am 14. März seinen Hut in den Ring geworfen. Studiert hat er Informationsmanagement an der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen in Stuttgart, derzeit ist er bei einem Insolvenzservice in Neuhausen auf den Fildern beschäftigt.

Weil auch die vier vorherigen Bewerber Quereinsteiger sind, wandten sich elf Stadträte mit einem Appell an die Öffentlichkeit, um Persönlichkeiten aus der Kommunalverwaltung auf die Wahl aufmerksam zu machen. Genützt hat die Zeit bis Fristende am Dienstag indes nur ein alter Bekannter: Ulrich Raisch. Der 60-jährige Musikpädagoge aus Stuttgart war bereits 2019 gegen Amtsinhaber Patrick Holl angetreten, der Anfang März für den Posten des Ersten Beigeordneten des Gemeindetags seinen Platz im Rathaus freimacht.

Das Bewerberfeld ist damit komplett: Der 38-jährige Entwicklungsingenieur Gottfried Göbbel, die Schulamtsdirektorin am Staatlichen Schulamt Frankfurt, Barbara Schoenfeld, 60 Jahre alt, der promovierte Physiker Georg Kobiela, 39, aus Stuttgart sowie Samuel Speitelsbach aus Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis), der schon vielerorts angetreten ist – wobei der 34-Jährige nach Medienberichten mit rechtsradikalen Äußerungen provoziert habe. Momentan kandidiert er auch in Kraichtal (Kreis Karlsruhe), wo ebenfalls am 14. März abgestimmt wird.

Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern kann Mischiok wie kaum ein anderer mit Ortskenntnis wuchern. „Ich möchte gerne Beilsteins Zukunft mitgestalten“, sagt er über seine Motivation. Zudem habe er große Lust, in der Stadt, in der er seit 13 Jahren lebt – aufgewachsen ist er in Oberstenfeld – auch zu arbeiten. Obwohl er seine Bewerbung kurzfristig abgegeben habe, plane er seine Kandidatur schon länger.

Umgehungsstraße als Wunsch

Als Beilsteiner weiß er aus eigener Erfahrung, wo der Schuh drückt, etwa an der stark befahrenen Ortsdurchfahrt. „Sie ist seit Jahren ein Problem, das endlich gelöst werden muss. Das Optimum wäre eine Umgehungsstraße“, sagt Mischiok, selbst Anwohner der Hauptstraße. „Zudem benötigen wir durchgehende Radwege, damit die Radler nicht durch den starken Verkehr gefährdet werden.“ Ein weiteres Projekt auf seiner Agenda ist es, das Stadtfest wieder zu beleben. Auch sonst ist es Mischiok, der in seiner Freizeit für den TGV als Schiedsrichter auf dem Platz steht, ein großes Anliegen, ehrenamtliche Arbeit zu fördern. „Gerade jetzt in dieser schwierigen Phase. Mein Herz gehört allen Vereinen in Beilstein, nicht nur dem Fußballverein.“

Als weiteren Themenbereich zählt er die Kitas auf. „Es müssen genügend Betreuungsplätze vorhanden sein.“ Wichtig sind ihm auch „sozialverträglich“ gestaltete Elternbeiträge. „Sozial schwächeren Familien müssen die Gebühren erlassen werden.“

Dass es nicht zu teuer wird, darauf hat Mischiok auch beim Freibad und Hallenbad einen Blick drauf. „Die Eintrittspreise müssen moderat gehalten werden. Die Preise sind zu teuer geworden.“ Des Weiteren schreibt er sich den Breitbandausbau in den Teilorten und die Digitalisierung der Schulen auf die Fahnen – beides bereits im Gange – sowie ein „fortschrittliches Jugendhaus“ als Treffpunkt für Jugendliche, wo diese eigene Veranstaltungen organisieren können, wie zum Beispiel Livekonzerte.

Sehr wichtig ist es Mischiok aber auch, mit dem Bau eines Pflegeheims für Senioren etwas zu tun und das Gewerbe zu unterstützen, etwa durch verkaufsoffene Sonntage. Gleichzeitig präsentiert er sich als „sparsamer Schwabe“, der an einem schuldenfreien städtischen Haushalt arbeiten will.

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