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Blutspenden

Neuer Weg führt offenbar zum Erfolg

Die Premiere in Markgröningen scheint geglückt zu sein: Mehr als 670 Menschen wollten sich in der vergangenen Woche im ersten regionalen Spendezentrum des DRK im Kreis Blut abzapfen lassen.

Ohne Mundschutz geht nichts: Helferinnen des DRK und Blutspender in Markgröningen. Foto: Holm Wolschendorf
Ohne Mundschutz geht nichts: Helferinnen des DRK und Blutspender in Markgröningen. Foto: Holm Wolschendorf

Markgröningen. Schutzmasken sind für Tobias Schmitz nichts Neues. Früher war der Markgröninger beruflich öfters in Asien unterwegs, wo die Exemplare zum guten Ton gehören. „Aber Blut gespendet habe ich noch nicht“, sagte Schmitz, als er es sich in der vergangenen Woche auf einer Liege in der Markgröninger Sporthalle II bequem machte – und eine ehrenamtliche Helferin des DRK eine Nadel in seinen Arm stach. Nach zehn Minuten war die Spendenaktion auch schon wieder vorbei und rund 500 Milliliter Blut im Beutel. „Alles ist gut gelaufen“, so Schmitz.

„Wir sind überwältigt von der großen Solidarität der Menschen, die auch durch

die Blutspendebereitschaft zum Ausdruck kommt.“

Professor Harald Klüter
DRK-Blutspendedienst

Fünf Tage lang hat der DRK-Blutspendedienst jetzt Station in Markgröningen gemacht und Menschen aus dem ganzen Landkreis zu Spenden aufgerufen. Corona zwingt die Organisation dazu, neue Wege zu gehen. Bisher bot das DRK rund 5000 Blutspendeaktionen dezentral über das ganze Land verteilt an. Um jetzt aber den Hygiene- und Abstandsregeln gerecht zu werden, sollen mobile Blutspendezentren, die mehrere Tage lang an sorgfältig ausgewählten Orten aufschlagen, die Lösung sein.

„Die Aktion in Markgröningen war ein voller Erfolg“, sagt Rudi Feix vom DRK-Blutspendedienst. 671 Menschen wollten sich nach seinen Angaben in der vergangenen Woche ihren Saft abzapfen lassen – zum Start waren es 120, am Ende der Woche gar 140. „Nach Abzug der Rückstellungen hatten wir 83 Erstspender“, sagt Feix, zu denen auch Tobias Schmitz und seine Frau Franziska zählten. „Das sind etwa 13 Prozent. Der Landesdurchschnitt bei normalen Außenterminen vor Corona lag in Baden-Württemberg bei sieben Prozent.“

Aus medizinischen Gründen durften 35 Menschen nicht in Markgröningen spenden. Schon am Eingang kontrollierten die DRK-Mitarbeiter, ob sich Spendewillige in den vergangenen vier Wochen im Ausland aufgehalten, Kontakt zu Sars-CoV-2-infizierten Menschen oder grippale Symptome hatten. „Unter dem Strich sind 638 Blutkonserven an den Blutspendedienst übergeben worden“, so Feix.

Solche Spenden seien auch in Coronazeiten wichtig. „Das Virus nimmt keine Rücksicht auf chronisch Kranke oder Unfallopfer“, sagt Feix. Der Experte verweist zudem darauf, dass Krankenhäuser die Zahl der Operationen wieder hochfahren wollen. Das. kündigte auch der Ludwigsburger Klinikenchef Professor Jörg Martin bereits an.

Beeindruckt vom Einsatz der Menschen im Südwesten zeigt sich der ärztliche Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunologie des DRK-Blutspendedienstes, Professor Harald Klüter: „Wir sind überwältigt von der großen Solidarität der Bürger für ihre Mitmenschen, die auch durch die Blutspendebereitschaft zum Ausdruck kommt.“

Info: Spendewillige können Ort und Öffnungszeiten der Blutspendezentren unter www.blutspende.de/termine erfragen.

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