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Neues Rathaus: Bau verzögert sich

Archäologe entdeckt Scherben aus dem 12. oder 13. Jahrhundert – Grabungen angeordnet

Vorerst Stillstand auf der Baustelle: Auf dem Geländes des ehemaligen Pfundhauses wurden mittelalterliche Scherben gefunden.Archivfoto: Theiss
Vorerst Stillstand auf der Baustelle: Auf dem Geländes des ehemaligen Pfundhauses wurden mittelalterliche Scherben gefunden. Foto: Theiss

marbach. Vom ehemaligen Pfundhaus, der Großbaustelle im Herzen der Marbacher Innenstadt, gibt es keine guten Nachrichten: Bauamtsleiter Dieter Wanner rechnet schon in diesem frühen Stadium mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten – weil auf dem Gelände Scherben entdeckt wurden, die aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen. Deshalb wurden nun Grabungen angeordnet. Das teilte Wanner gestern den Stadträten im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats mit.

Bislang lag das Großprojekt voll im Zeitplan. Der Abbruch des direkt an das frühere Pfundhaus angrenzenden Gebäudes Marktstraße 36 ging sogar schneller voran als erwartet und eigentlich sollte laut Wanner in diesen Tagen der Kran aufgestellt werden, der die Sperrung der Niklastorstraße notwendig macht. Doch daraus wird vorerst nichts, weil bei einem sogenannten Schurf Ende vergangener Woche auf einer 60 Quadratmeter großen Fläche zwischen den Kellern von der archäologischen Denkmalpflege besagte Scherben entdeckt wurden.

Die Experten für die Grabungen rücken allerdings laut Wanner erst Ende Juni an, „deshalb rechnen wir mit einer Verzögerung der Bauzeit von zwei bis drei Monaten“.

Die Stadträte nahmen die Nachricht mit Gelassenheit zur Kenntnis, regten aber unabhängig davon an, am Bauzaun ein Schild anzubringen, das über das Projekt informiert. Vor allem müsse den Bürgern erklärt werden, warum das Pfundhaus saniert und nicht abgebrochen werde, forderte Dieter Zagel (SPD), „das versteht nämlich kein Mensch“. Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen ist das Haus denkmalgeschützt, zum anderen stellt sich die Stadt finanziell mit einer Sanierung besser, weil sie Zuschüsse vom Land bekommt. Im sanierten Gebäude und im Neubau auf dem Grundstück nebenan entsteht das neue Rathaus, unter anderem mit einem modernen Bürgerbüro.

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