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Automesse

Neugier auf emissionsfreie Mobilität

Die Auto- und Zweiradmesse „Ditzingen Mobil“ präsentierte am Wochenende glänzenden Lack für Lebensfreude. Deutlicher denn je geht der Trend zu Elektrofahrzeugen.

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Große Angebot auf der Automeile in Ditzingen. Fotos: Karin Rebstock
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Auch das Interesse an Radbekleidung wurde befriedigt.
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Mächtig Power unter der Haube.

Ditzingen. „It’s all right I think we’re gonna make it“ tönt die Stimme des Sängers Christopher Cross aus den Boxen über den Laien. Hier haben die deutschen Premiummarken Mercedes und BMW die Pole-Position inne. Gleißendes Sonnenlicht setzt teure Karossen in Szene, was besser wirkt als jeder Werbespruch. Wie jedes Jahr gestalten die Organisatoren vom Stadtmarketing Ditzingen gemeinsam mit den teilnehmenden Betrieben ein Event für die ganze Familie, mit Fahrzeugausstellung, Vorträgen (etwa über schmerzfreies Radfahren) und viel Unterhaltung. Zudem öffnen am Messe-Sonntag viele Geschäfte. Auf dem Parkplatz Schloss geht es rund ums Zweirad mit und ohne Antriebshilfe.

Auf der Automeile, Markt- und Münchinger Straße, sind vor allem Autos mit Elektroantrieb – Vollstromer, Hybrid oder Plug-In-Hybrid – Anziehungspunkte. Sieben Leute schleichen gerade zwischen Motorraum und der Fahrerseite eines Nissan Leaf hin und her, an dessen Türen „Zero Emission“ zu lesen ist. „So viel ist da drin“, bemerkt eine Frau erstaunt nach einem Blick unter die Haube. „Was machst, wenn nirgendwo eine Steckdose ist“, wirft ihr Mann ein. „Hast ja noch ein anderes Auto“, erwidert die Frau pragmatisch. Ein anderer merkt kritisch an: „Und im Winter macht der Akku schlapp.“ Die Vermutung sei falsch, meint ein Autohaus-Berater auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Batterieleistung hätte sich sogar noch verbessert. Erreicht werde inzwischen eine Reichweite von 415 Kilometer, der Vorgänger schaffte 300 Kilometer.

Interesse noch gesteigert

Zum zweiten Mal in Ditzingen dabei ist der 2015 gegründete Verein „Electrify-BW“ zur Förderung der emissionsfreien Mobilität. Den Eindruck, dass das Interesse daran auch bei den Besuchern in Ditzingen gewachsen ist, bestätigt Jens Kupper. „Die Leute sind viel informierter“, habe er beobachtet. Was viele nicht wüssten: Es gebe inzwischen viele verschiedene Marken und Größen im Angebot. „Das einzige, was fehlt, sind Kombis mit Anhängerkupplung“, meint Kupper. „Ich denke, es wird einen Schub geben, dass die Leute sich für andere Antriebe interessieren.“ Gespannt sei er, ob die deutschen Firmen wie angekündigt endlich nachziehen, auch bei der Weiterentwicklung der Wasserstoffzelle, sagte er mit Blick auf die Mitbewerber aus Asien.

Ohne Frage attraktiv wirken aber auch sportliche, elegante Flitzer, ein solches Träumchen haben einige Anbieter am Start. Ein toller Hingucker ist zum Beispiel – Energieeffizienz G hin oder her – ein Alfa Romeo 4C mit 240 PS in rot metallic.

Fahrspaß oder Geländegängigkeit mit Allrad kosten Sprit, das zeigen die Schilder hinter der Frontscheibe mehr oder weniger deutlich an.

Drohende Fahrverbote schlagen sich auch in der Werbung nieder. „Dieses Fahrzeug hat Euro 6“, steht etwa auf einem Kia Optima Spirit, ein Diesel. VW ist mit einer breiten Modellpalette auf der Marktstraße vertreten, wirbt mit dem Slogan „Umweltprämie sichern“.

Viel Angebot an zwei Tagen

Es wurde einiges geboten: Auf dem Parkplatz Schloss in der Münchinger Straße bot der 1. Karnevalverein Leonberg eine Fahrradbörse zugunsten seiner Jugendarbeit. Die mobile Pumptrackanlage lud im Schlossgarten zum Fahren ein. Am Samstag spielte die Stuttgarter Band „Time4music“ auf dem Laien live Oldies und aktuelle Hits. Am gestrigen Sonntag war Patrik Schellhaus als Roboter unterwegs, gute Laune verbreiteten Drehorgelspieler Thomas Haug und seine Frau Jaqueline. Im ruhigen Eck, im hinteren Teil der Zweirad-Präsentation, entlockte Monica von Silberschatten ihrer Harfe warme keltische Musik. Und das „Schwaben –Chapter“ der Harley Davidson-Besitzer Stuttgart bot eine Fotoaktion zugunsten der Aktion „Ein Herz für’s Olgäle“. Schlange stehen musste man unterdessen bei Roland Bortmes, der mit seiner Ballon-Modellage nicht nur Pudel, sondern auch Herzen verschenkte.