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Sportvereine

„Noch weit weg vom Regelbetrieb“

Die Sportler atmen auf und die Vereine auch: Seit dem 2. Juni dürfen die Kommunen ihre Hallen, Vereine ihre Einrichtungen wieder öffnen. Doch auch in diesem Fall gilt: Nichts ist wie vor Corona.

Die Sportförderung für Kinder bleibt erhalten. Sonst wird in der Stadt die Unterstützung für 2021 ausgesetzt. Archivbild: Sergey Ryzhov/ stock.adobe.com
Die Sportförderung für Kinder bleibt erhalten. Sonst wird in der Stadt die Unterstützung für 2021 ausgesetzt. Archivbild: Sergey Ryzhov/ stock.adobe.com Foto: Stock Adobe

Kreis Ludwigsburg. jVor allem für die Vereine bedeutet es jede Menge Arbeit, ihren Neustart unter den aktuellen Corona-Vorschriften zu organisieren. Weil die für alle gleich sind, zeigen wir am Beispiel der TSG Steinheim, was alles zu beachten ist, damit Training und Übungseinheiten regelkonform sind und mit einem möglichst geringen Infektionsrisiko über die Bühne gehen können.

„Wir freuen uns, dass es wieder losgeht, wenn auch unter erschwerten Bedingungen“, so der TSG-Vorsitzende Ulrich Hammerle, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen und den Leitern der insgesamt sieben Abteilungen gerade mittendrin steckt in den Vorbereitungen. Wenn die Stadtverwaltung Steinheim als Betreiberin der Hallen dem Hygienekonzept des Vereins zustimmt, „werden wir langsam mit einem eingeschränkten Trainingsbetrieb starten“, sagt Hammerle.

Denn ein Trainingsbetrieb wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie ist unter den von der Landesregierung verhängten Auflagen gar nicht möglich: „Wir sind weit weg vom Regelbetrieb“. Deshalb ist es für Hammerle auch wichtig, jetzt langsam zu starten, sich mit den Vorgaben vertraut zu machen, zu sehen, wie und ob alles funktioniert: „Die Gesundheit unserer Sportler und Trainer ist das höchste Gut und alleiniger Maßstab. Wir müssen nichts übers Knie brechen“, spricht sich der Vereinschef für eine vorsichtige Gangart aus.

Elf Punkte bilden den Rahmen, innerhalb dessen sich er Trainingsbetrieb abspielen soll. Dazu gehören zum Beispiel die Gruppengrößen, die sich an der Größe der jeweiligen Sportanlagen orientieren. So dürfen zum Beispiel auf den Rasenfeldern im Riedstadion beziehungsweise in Kleinbottwar maximal drei Gruppen mit jeweils maximal zehn Personen trainieren. In der Riedhalle sind zwei Gruppen zulässig, in der Blankensteinhalle nur eine. Die Sportler müssen ihre Hände vor dem Training desinfizieren, Duschen und Umkleiden dürfen nicht benutzt werden, lediglich die Toiletten werden geöffnet.

In jedem Verein wird mit den neuen Vorschriften den Trainern eine große Verantwortung aufgebürdet; auch bei der TSG müssen die Übungsleiter darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden. Denn, Sport hin oder her: Auch im Training gilt die Abstandsregel von 1,5 Metern, direkter körperlicher Kontakt ist nicht erlaubt. Nicht zuletzt diese Vorgabe hat bei der TSG dazu geführt, dass bis auf weiteres für Kinder unter zehn Jahren keine Angebote gemacht werden; die Regeln in dieser Altersgruppe und unter Trainingsbedingungen einzuhalten, schien den Vereinsverantwortlichen nicht machbar. Auch die Kindersportschule des Vereins bleibt bis zu den Sommerferien geschlossen.

Bleibt noch die Dokumentationspflicht: Vor jedem Training müssen die Daten der Teilnehmer vollständig erfasst werden (Name, Vorname, Datum, Dauer Training, Telefonnummer oder Adresse). Und es gilt wie in anderen Einrichtungen auch: Wer Kontakt zu Corona-infizierten Personen innerhalb der letzten 14 Tage hatte beziehungsweise Anzeichen für Atemwegsinfekte oder erhöhte Temperatur hat, darf die Sportstätten nicht betreten.

„Unter diesen Rahmenbedingungen wollen wir starten. Dabei wird es immer wieder Rückkopplungen und Besprechungen geben, damit wir sehen, wo wir eventuell nachsteuern müssen“, skizziert Ulrich Hammerle die weitere Marschroute des 1900 Mitglieder zählenden Steinheimer Vereins. Die Testphase sieht er zunächst mal bis zu den Sommerferien, danach werde sich zeigen, ob es weitere Lockerungen gebe und wie sich die auf den Sport auswirken.

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