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Besuch

Olympionikin an der Schillerschule

Die 270 Grundschüler aus Ingersheim waren ganz aus dem Häuschen: Eine Europameisterin und Olympia-Teilnehmerin stattete ihnen einen Besuch ab. Die Schwimmerin Annika Bruhn war mal wieder in ihrem Heimatort Ingersheim und schaute in der Schillerschule vorbei, wo sie selbst einst die Schulbank drückte.

Schwimm-Europameisterin Annika Bruhn beantwortet den Ingersheimer Schülern viele Fragen. Foto: Holm Wolschendorf
Schwimm-Europameisterin Annika Bruhn beantwortet den Ingersheimer Schülern viele Fragen. Foto: Holm Wolschendorf

Ingersheim. „Das sieht ja jetzt ganz anders aus“, meinte Annika Bruhns zum Schulgebäude, das in den vergangenen Jahren erweitert und saniert wurde. Aber die SKV-Halle sei noch wie früher, stellte die 26-Jährige fest. Damals wie heute findet hier der Sportunterricht statt, und hier jubelten die Kinder auch der Freistilspezialistin zu. Eigentlich sollten an diesem Tag die Bundesjugendspiele stattfinden, aber die Wettbewerbe wurden wetterbedingt verlegt.

Das Sportprogramm bestand somit aus einem Interview mit Annika Bruhn, und da hatten die Kinder ganz viele Fragen: Wie sie sich ernähre, wie oft sie trainiere, wie lange die Olympischen Spiele nächstes Jahr in Tokio dauern, wie lange man nach Tokio fliegt und welches ihre größten Erfolge sind. Ins Staunen kamen die Kinder auch, als Annika Bruhn auf eine weitere Frage hin ihre 200-Meter-Freistil-Bestzeit nannte: Eine Minute und 56 Sekunden, das muss man erst einmal schaffen.

Auch die anderen Antworten waren aufschlussreich: Sie ernährt sich natürlich gesund, trainiert bis zu 25 Stunden in der Woche, die Olympischen Spiele dauern zwei Wochen, die Schwimmwettbewerbe aber nur eine und in rund elf Stunden ist man in Tokio. Ihre größten Erfolge: Gold bei den Schwimm-Europameisterschaften im vergangenen Jahr in der 4× 200-Meter-Mixed-Freistil-Staffel und EM-Bronze in der 4× 200-Meter-Freistil-Staffel.

Und was macht sie sonst noch außer Sport? Sie studiert nebenher für ihren Masterabschluss in Prävention und Gesundheitsmanagement. Die Konrektorin der Schillerschule, Iris Steuer, überreichte der Leistungsschwimmern zum Dank für ihr Kommen einen Korb mit Obst, Gemüse und anderen gesunden Sachen. Rektorin Annette Conrad-Bleil gab den Schülern eine wichtige Erfahrung der Leistungssportlerin mit auf den Weg: Nur mit Anstrengung erreicht man etwas, und nach jeder Niederlage heißt es weiterkämpfen.

Wie Annika Bruhn, die ihre Schwimmkarriere beim SV Bietigheim begann, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, wohnt sie jetzt in Neckarsulm, wo auch ihre derzeitigen Trainer Hannes Vitense und Christian Hirschmann ihre Wirkungsstätte beim Verein Neckarsulmer Sportunion haben. Aber regelmäßig kommt sie nach Ingersheim, wo ihre Familie lebt.

Und wie geht es nun sportlich weiter? Sie trainiert für die Weltmeisterschaften im Juli in Südkorea. Danach wird die Olympiaqualifikation in den Staffelwettbewerben angepeilt. Tokio wären nach Rio und London bereits ihre dritten Olympischen Spiele. Den Besuch der Leistungsschwimmerin werteten Rektorin und Konrektorin als vorgezogenes Jubiläumsgeschenk für die Schule, die vor 50 Jahren errichtet und ein Jahr später eingeweiht wurde. Das wird mit vielen Veranstaltungen gefeiert.

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