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Pächter für Lemberghalle verzweifelt gesucht

Am 1. Oktober soll die Lemberghalle wieder eröffnen – wegen Corona aber ohne große Feier.Archivfoto: Oliver Bürkle
Am 1. Oktober soll die Lemberghalle wieder eröffnen – wegen Corona aber ohne große Feier.Archivfoto: Oliver Bürkle
Lokalität steht seit einem Jahr leer – Interessenten haben große Auswahlmöglichkeiten und ziehen andere Objekte vor

Affalterbach. Seit mehr als einem Jahr steht die Lemberghalle leer – und das, obwohl die Gemeinde einen auf Gastronomie spezialisierten Makler mit der Vermarktung beauftragt hat und auch die Pacht um 500 Euro auf 1700 Euro ohne Nebenkosten reduziert hat. Im vergangenen Jahr habe man einen Interessenten gehabt, der aber kurz vor der Unterschrift aus privaten Gründen wieder abgesagt habe, berichtet Bürgermeister Steffen Döttinger auf Nachfrage der LKZ. Im Januar hätten sich nun wieder Interessenten gemeldet, es fänden auch Besichtigungen statt.

Mehrere Gründe nennt Döttinger für die schwierige Suche. Die Interessenten hätten derzeit eine große Auswahl, da viele Betreiber von Wirtschaften altershalber aufhören. Dies sei ein Trend, der sich in den kommenden Jahren fortsetzen werde. Potenzielle Pächter bräuchten außerdem einen gewissen finanziellen Hintergrund. Im ersten halben Jahr mache man in der Regel keine Gewinne, da man Ausgaben für Werbung, Personal und die Lagerhaltung habe. „Man muss sich erst einmal einen Ruf erarbeiten“, sagt Döttinger.

Die Lemberghalle sei zunächst einmal ein interessantes Objekt. Sie verfügt über genügend Parkplätze, und mitten im Naherholungsgebiet gelegen ist sie auch ein ideales Ausflugsziel. Mit 50 Plätzen ist die Wirtschaft auch nicht zu groß. Die Lage kann aber auch ein Nachteil sein, da die Halle etwas versteckt liegt, eine gute Beschilderung ist nötig. Die Herausforderung sei die Kombination Wirtschaft und Halle. „Zunächst muss die Wirtschaft funktionieren, erst dann kann man die Halle bespielen“, glaubt Döttinger. Die Gemeinde lege allerdings auch Wert darauf, dass die Halle genutzt wird. Diese entspricht aber nicht den neuesten Standards, vor allem energetisch. Den früheren Pächtern sei es gelungen, mit der Doppelbelastung zurechtzukommen, die letzten Pächter hätten die Wirtschaft aber nicht zum Laufen gebracht. Manche sehen auch als Problem, dass die Gaststätte nicht eine der gemütlichsten und modernsten ist und altersbedingte Mängel hat. So ist zum Beispiel das Mobiliar relativ alt. Die Gemeinde habe nicht viel investiert, da man erst abwarten wolle, wie sich ein Pachtverhältnis entwickle, bevor man groß in Verbesserungen investiere. „Wir müssen jetzt einfach Geduld beweisen, bis es passt“, fasst Döttinger zusammen. Grundsätzlich sieht er aber genügend Potenzial für eine gutbürgerliche Wirtschaft im Ort. Denn derzeit ist das italienische Lokal „Linde“ die einzige Speisegaststätte. Auch der Pächter des Vereinsheims Waldeck des TSV Affalterbach hat Ende des Jahres altershalber aufgehört.