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Peter Pfeiffer übergibt den Taktstock

Abschiedskonzert in der katholischen Kirche – Benedikt Gross leitet künftig das Blasorchester Remseck

Zum letzten Mal dirigiert Peter Pfeiffer das Remsecker Blasorchester.Foto: Andreas Essig
Zum letzten Mal dirigiert Peter Pfeiffer das Remsecker Blasorchester. Foto: Andreas Essig

REMSECK. Mit einer fulminanten Soirée haben sich Dirigent Peter Pfeiffer und das Blasorchester Remseck voneinander verabschiedet. Noch am selben Abend stellte sich Benedikt Gross als „der Neue mit dem Taktstock“ dem Publikum vor.

Stabwechsel in der katholischen St. Petrus-Canisius-Kirche in Aldingen: Peter Pfeiffer übergab Benedikt Gross in der Tat einen Taktstock. Acht Jahre lang leitete der Musik- und Mathelehrer an der Markgröninger Realschule den Musikverein Aldingen/Blasorchester Remseck. „Es wird Zeit für frische Impulse von außen“, sagt der 41-Jährige im Interview mit der Ludwigsburger Kreiszeitung.

Neben dem täglichen Unterricht wendet Pfeiffer derzeit bis zu 20 Stunden in der Woche für die Musik auf. Dabei gehe es nicht nur um die Auftritte, „auch die Proben wollen vorbereitet sein“, sagt er. Und die Musiker an Neckar und Rems sind nicht sein einziges Engagement. Parallel dazu leitet er die Ditzinger Stadtkapelle und das Verbandsjugendorchester Heilbronn. Seit drei Jahren ist der Chefdirigent des Theaters unter der Kuppel in Leinfelden, was seine persönliche Anwesenheit bei allen Proben und Auftritten voraussetzt. „Nebenher“ ist er außerdem Juror bei verschiedenen Wertungsspielen. „Mein Tag hat auch nur 24 Stunden“, begründet er seinen Wunsch nach Entlastung und etwas mehr Zeit für sich und seine Frau.

Wie andere Vereine auch, kämpfe die Blaskapelle Remseck mit Mitgliederschwund. „30 Musiker sind zu wenig für den Aufstieg in die Oberstufe und den Anspruch einer Stadt wie Remseck“, sagt Pfeiffer. Er wolle das Feld deshalb jetzt jemand anderen überlassen.

Nach der Ouvertüre des Jugendorchesters unter der Leitung von Markus Kraft mit der klangvollen „Young Fanfare“ von Scharnagel, dem weihnachtlichen „All is well“ von Smith und Kirkpatrick sowie einem gemeinsamen Intermezzo zusammen mit dem großen Orchester und Appermorts stolz-heroischem „Return of the Vikings“ griffen Musiker und Dirigent in die Vollen. Holst Suite in Es, van der Roost „Rikudim“, de Haan „La Storia“ und Kraas‘ „Abendmond“ erklangen. Ein Repertoire, bei dem alle Register gezogen wurden. Jüdisch inspirierte, zum Teil melancholische Tänze, spannungsreiche filmische Klänge, ruhige und friedvolle Musik begeisterten das Publikum.

Benedikt Gross, ein halber Südtiroler, ist im österreichischen Kloster Neuburg an der Donau aufgewachsen. 22 Jahre jung studiert er seit gut einem Jahr an der Stuttgarter Musikhochschule Tuba. Seit fünf Jahren nimmt er Dirigierunterricht bei Claudius Traunfellner, dem Chef der ehemaligen Wiener Kammerphilharmonie.

„Ich will gute Musik machen und qualitativ hochwertige Arbeit liefern“, sagt Gross. Er wolle den einzelnen Musiker fördern, um das Gesamtergebnis zu steigern. Spielfreude und Niveau lägen ihm am Herzen. Er wolle das Orchester nach vorne bringen. Vier Jahre wird er noch brauchen, um sein Studium mit dem Mastertitel abzuschließen. Danach hoffe er auf ein Engagement bei einem symphonischen Orchester. Mit dem „St. Florian Choral“ von Thomas Doss empfahl er sich den Zuhörern in der Kirche. Einem eindrucks- wie würdevollem Stück, eine Hommage an Anton Bruckner.

„Die Zusammenarbeit mit Peter Pfeiffer war gut und erfolgreich“, bedankte sich der MV-Vorsitzende Jürgen Geiger. Aber alles habe seine Zeit. Insgeheim hofft er, dass der junge Nachfolger auch junge Musiker locken wird. Bemerkenswert sei das sehr feine Gehör von Gross und dessen Gespür im Umgang mit Musikern. „Ich bin mir sicher, er wird das Orchester vorwärtsbringen“, so Geiger.

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