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Pfeile gegen Müll entlang der Straße

BUND-Ortsgruppe will auf unachtsam weggeworfen Abfall aufmerksam machen – Aktion hat in Österreich schon Erfolg

Die gelben Pfeile stecken überall dort im Boden, wo jemand leere Flaschen, Dosen, Zigarettenschachteln oder Imbissverpackungen weggeworfen hat.Foto: Alfred Drossel
Die gelben Pfeile stecken überall dort im Boden, wo jemand leere Flaschen, Dosen, Zigarettenschachteln oder Imbissverpackungen weggeworfen hat. Foto: Alfred Drossel

bietigheim-bissingen. 60 gelbe Pfeile am Straßenrand sollen auf unachtsam weggeworfenen Müll aufmerksam machen. Der BUND Bietigheim-Bissingen will mit dieser Aktion Abfall sichtbar machen. Unterstützt wird das von der Stadt. Oberbürgermeister Jürgen Kessing begrüßte gestern diese spektakuläre Aktion. Einen Meter hohe, gelbe Pfeile sollen bis zum 26. April achtlos Weggeworfenes entlang der Straße zwischen Bietigheim und Metterzimmern markieren. Sie wollen auf weggeworfene Dosen, Zigarettenstummeln, Taschentücher und anderen Müll hinweisen und ihn deutlich sichtbar machen. „Wir hoffen, dass manche umdenken oder sich bewusst machen, welchen Schaden sie anrichten“, betonte Oberbürgermeister Jürgen Kessing gestern bei der Vorstellung der Aktion.

Andere Aktionen schon erfolgreich

Herumliegender Abfall an Straßen- und Wegrändern, in Freizeitanlagen und in Infrastruktureinrichtungen wie Bus oder Bahn beeinträchtigen die Lebensqualität. Grund genug für die BUND-Vorsitzende Gertrud Teske und Ulrich Glaser vom Ortsverband Bietigheim-Bissingen, die Aktion „Gelbe Pfeile“ auch in Bietigheim-Bissingen zu initiieren. Andernorts wurden solche Aktion schon durchgeführt.

Stadt und BUND wolle sich gemeinsam gegen „Littering“ einsetzen. Das Wort stammt aus dem Englischen und bezeichnet das achtlose Wegwerfen von Abfall und das Herumliegen von Müll. Die Aktion soll die Umweltverschmutzung im Stadtgebiet bewusst sichtbar machen und die Bürger anhalten, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Ökologische Folgen: Die herumliegenden Abfälle verunstalten die Landschaft und stören das ökologische Gleichgewicht. Sie werden nicht auf Deponien gelagert und können nicht für die Wiederverwertung herangezogen werden. Weiter zersetzt sich der Müll (Micromüll) und gelangt in den Boden und ins Wasser. Die Pflanzen nehmen es auf und dadurch auch die Tiere über das Futter. Es entsteht somit ein „Giftkreislauf“. Am Ende nimmt es der Mensch mit der Nahrung auf und gefährdet somit seine Gesundheit.

Ökonomische Folgen: Das Entsorgen des Abfalls kostet die Kommunen eine Menge Geld, welches die Allgemeinheit zu tragen hat. Diese Kosten könnten gespart und für andere Zwecke verwendet werden.

Soziale Folgen: Littering hängt oft mit der Sozialstruktur einer Stadt oder eines Landes zusammen. So wird in sozial schlechter gestellten Stadtteilen mehr „vermüllt“. Dies führt dazu, dass diese Viertel noch schmuddeliger wirken und die Lebensqualität geringer ist.

Vandalismus: Littering ist nicht allein das Wegwerfen von Dingen, sondern hängt sehr eng mit Vandalismus zusammen. Gegenden, in denen viel Müll herumliegt, bieten die ideale Umgebung für Sprayer und Schmierer. Aus diesem Grund haben die Gemeinden eine doppelte Last zu tragen, gegen Littering ankämpfen und den Vandalismus einzudämmen. Die Gründe dafür sind allzu menschlich: Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen oder der Umwelt, Bequemlichkeit, Desinteresse oder Provokation. Die Abfälle in Grünflächen werden dabei nicht selten von Rasenmähern erfasst und geschreddert. Die Abfälle fehlen im Wiederverwertungskreislauf und verrotten kaum. Ein paar Beispiele: Eine Bananenschale braucht ein halbes Jahr, bis sie verrottet. Bei einem Zigarettenstummel sind es schon fünf Jahre und derweil gibt er Hunderte Giftstoffe von Arsen bis Blausäure ungefiltert in die Natur ab.

Glas zerfällt nach 4000 Jahren

Eine Plastikflasche zerfällt nach 300 Jahren, eine Aludose nach 500 und eine Glasflasche nach 4.000 Jahren. Einer Umweltstudie des Fraunhofer Institutes von 2018 zufolge, verschmutzen deutschlandweit jährlich 34.000 Tonnen Plastik die Umwelt. Zusätzlich infiltriert noch mal gut ein Drittel dieser Menge Gewässer in Stadt und Land.

Im österreichischen Salzkammergut, wo die Idee mit den gelben Pfeilen bereits im Vorjahr entstand, machte man damit gute Erfahrungen. „Der Müll wurde deutlich weniger“, stellen die kommunalen Behörden fest.

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