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Pandemie

Pferdemarkt vor der Absage

Die Stadt sieht keine Möglichkeit zum Feiern. So soll auch der Pferdemarkt im Sommer abgesagt werden. Darüber entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Doch noch viel mehr Feste sind betroffen.

Mit einem großen Fass Bier wird der Bietigheimer Pferdemarkt eröffnet – in der Regel. Archivfoto: Alfred Drossel
Mit einem großen Fass Bier wird der Bietigheimer Pferdemarkt eröffnet – in der Regel. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Auch in diesem Jahr wird es voraussichtlich keinen Pferdemarkt geben. Das ist für Bietigheim besonders tragisch, denn bekanntermaßen wird hier das Jahr in eine Zeit vor und nach dem Pferdemark eingeteilt. Doch geht es nach dem Willen der Verwaltung, gibt es dazu keine Alternative. „Die Durchführung von Veranstaltungen, für die eine größere Anzahl von Besuchern erwartet werden, wird nicht möglich sein. Ganz unvorstellbar sind im Jahr 2021 der Betrieb von Volksfestzelten und die Durchführung von Brauchtumsumzügen unabhängig von der Größe“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung.

Möglich wäre allerdings eine komplett anders strukturierte Variante des Pferdemarktes. Hierfür müsste das Veranstaltungsgelände mit Krämermarkt, Vergnügungspark oder Pferdeprämierung beispielsweise in Einzelabschnitten aufgeteilt werden, damit eine Zugangsregulierung ermöglicht werden könnte. Zudem brauche es Vorkehrungen außerhalb des Festgeländes, um große, wartende Menschenmengen ausreichend zu ordnen. Doch dieses Vorgehen würde nicht nur große Kosten verursachen, sondern es würden bei „einem Pferdemarkt-light gänzlich jede charakteristischen Merkmale fehlen, die das Fest seit Jahrzehnten für Hunderttausende attraktiv machen“, heißt es in der Vorlage weiter.

So kommt die Stadtverwaltung zu dem Schluss, alle Veranstaltungen bis zum Ende der Sommerferien abzusagen, inklusive Pferdemarkt. Das bedeutet, dass auch andere Veranstaltungen verhindert werden, wie der Krämermarkt Anfang Juni, der Kinder- und Familientag im Juli, der Radaktionstag ebenfalls im Juli und der Kunstgewerbemarkt dann am Ende des Monats. Da die Vorbereitungen für all diese Veranstaltungen bereits jetzt voll anlaufen müssten, gebe es keine Alternative zu einer Absage, so die Haltung der Stadtverwaltung.

Zwar geht man im Rathaus davon aus, dass die Infektionszahlen bis zum Sommer zurückgehen und die Anzahl der Geimpften steigen wird, doch für solch große Veranstaltungen sieht man keine Möglichkeiten. Vielleicht gebe es die Möglichkeit für Feiern bis 1000 Teilnehmer, das könne dann noch immer kurzfristig entschieden werden. Die Herzens Mai’le jetzt am Wochenende wurde bereits von den Aktiven Unternehmern abgesagt, ebenso das Kneipenfestival Nightgroove. Die weiteren großen Vereinsfeste stehen unter dem Vorbehalt der jeweils geltenden Coronalage und müssen mit den zuständigen Organisationen dann im Einzelnen geklärt werden.

Bleibt noch die Frage, wie der Gemeinderat in Bietigheim-Bissingen sich dazu stellen wird. In der Vergangenheit ging das Gremium bei solchen Entscheidungen immer mit der Verwaltung, doch der alljährliche Pferdemarkt ist für Bietigheim eben eine ganz besondere Feier.

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